Grundlagen

Im Nachfolgenden werden wir versuchen euch die grundlegenden Dinge, die ihr über den Draft wissen solltet, in möglichst einfachen und kompakten Informationen zu vermitteln. Dabei gehen wir sowohl auf allgemeine Dinge rund um das Event, wie auch auf den Ablauf und mögliche Szenarien des Drafts ein.

Wo und wann findet der Draft statt?

Es gibt keinen ständigen Austragungsort für den Draft. Bis heute wurde die Wahl der College Spieler in den Städten Philadelphia, New York, Chicago, Los Angeles, Milwaukee, Pittsburgh und Washington D.C. ausgetragen. Der erste Draft fand 1939 im Ritz-Carlton Hotel von Philadelphia statt. In die Stadt der brüderlichen Liebe kehrte er im Jahr 2017 zum ersten Mal seit 1961 auch wieder zurück und in diesem Jahr wird Dallas erstmals Austragungsort sein. Mittlerweile wird der NFL Draft für gewöhnlich zwischen Mitte April und Anfang Mai terminiert. Die erste Runde beginnt dabei immer an einem Donnerstagabend Ortszeit, also in der Nacht auf Freitag in unserer Zeitzone. Runde zwei und drei werden in der folgenden Nacht auf Samstag abgehalten. Die finalen Runden vier bis sieben ziehen sich dann in den Staaten über fast den gesamten Samstag.

Bild ©By UpstateNYer (Own work) | CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Wer bestimmt die Reihenfolge?

Zurzeit wählen die 32 Teams in jeweils sieben Runden die College Rookies aus. Aufgrund weniger Teams in der längeren Vergangenheit, hat sich die Anzahl der Draftrunden bis heute verändert. Zeitweise waren dies bis zu 30 Runden. Die Teams picken in den Runden anhand ihrer Bilanz. Das schlechteste Team der Vorsaison beginnt. Dahinter folgen die anderen Teams nach Record (Bilanz) sowie die Playoffteilnehmer am Schluss in der Reihenfolge ihrer Bilanz und ihrer Ausscheidung aus den Playoffs. Bei gleichem Record entscheidet die Stärke des Spielplans, die sich aus den aggregierten Winning Percentages der Gegner zusammensetzt. Besitzen Teams den selben sog. „Strength of Schedule“, werden die Records gegen gemeinsame Gegner verglichen. Bringt auch dies keine Klarheit, entscheidet die Münze.

Zusätzlich werden 32 sogenannte „Compensatory Picks“ verteilt. Diese werden Teams ab Runde 3 am Ende der Runde zugesprochen und werden anhand gewonnener und verlorener Free Agents im vorherigen Jahr ermittelt. Ein Team, dass im Vorjahr viele oder besonders starke Spieler in der Free Agency verloren hat, ohne gleichwertigen Ersatz zu verpflichten, erhält folglich zusätzliche Draftpicks um dieses wieder auszugleichen. Compensatory Picks können dabei nicht getradet werden.

Wie viel Zeit haben die Teams während des Drafts?

Pro Runde haben Teams ein Zeitfenster, in dem sie ihren Pick der Draft Kommission mitteilen müssen:

Round 1: 10 Minuten
Round 2: 7 Minuten
Round 3-7: 5 Minuten

Wie läuft die Mitteilung des Picks ab?

Das Front Office, bestehend aus General Manager, Coaches, Coordinators, Scouts und/oder dem Besitzer, der Franchises sitzt im sog. „War Room“, von wo aus die Entscheidungen gefällt werden. Innerhalb ihr festgelegten Zeit müssen sie, nachdem sie ihre Auswahl getroffen haben, ihren Repräsentanten am Draftort anrufen. Dieser füllt eine Karte aus, auf der Name, Position und College vermerkt sind, welche dem NFL Commissioner Roger Goodell übergeben wird. Dieser tritt ans Rednerpult und ruft den gewählten Spieler auf/aus.

Was passiert wenn ein Team die Zeit überschreitet?

Wenn ein Team die Zeit überschreitet ist das nächste Team dran. Ist dies der Fall, kann das Team seinen Pick dann einreichen, wann es will, riskiert aber natürlich im Laufe des Drafts, dass Spieler von anderen Teams gepickt werden. Dies widerfuhr den Ravens 2011 und den Vikings 2003.

Trades

Teams können vor und während des Drafts ihre Picks und Spieler traden, also tauschen. Hierfür müssen die selben Informationen bei der Liga, stellvertretend hier Vize-Präsident Ken Fiore und dessen Mitarbeiter, eingehen. Wird ein Pick getradet, welcher gerade „On The Clock“ (an der Reihe) ist, wird die Zeit für die Auswahl nicht zurückgesetzt, sondern läuft weiter.

Kann ein Spieler sich weigern, bei dem Team zu spielen, was ihn gepickt hat?

Zugegebenermaßen, das kommt nicht allzu häufig vor. Zu kurz ist die Spielzeit in der NFL, zu unsicher die Zukunft für Rookies und Spieler aufgrund von Leistungsschwankungen, Verletzungen etc. Gerade Spieler außerhalb der Top10 können es sich nur schwer erlauben ein Angebot eines Teams abzulehnen, ohne sofort einen negativen Stempel auf der Stirn zu haben. Prominentestes Beispiel ist sicher QB Eli Manning der 2004 First Overall von den Chargers gepickt wurde. Er weigerte sich einen Vertrag in San Diego zu unterzeichnen, weil er und sein Vater glaubten, er könne dort keine Erfolge feiern. Die Chargers tauschten deshalb Manning gegen QB Philip Rivers plus weitere Draftpicks.

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Wenn ihr wissen wollt, wie es während des Drafts in einem War Room zu geht, empfehlen wir euch den Link zu MMQB, welche die Packers begleiteten:

http://mmqb.si.com/2014/05/07/nfl-draft-war-rooms

Ansonsten zeigt auch der Film Draft Day das Geschehen (deutlich überspitzt) hinter den Kulissen am Draft Tag.