A Tribute to... Calvin Johnson!

Calvin Johnson Jr., bestens bekannt als "Megatron", war über Jahre hinweg ein unglaublicher Athlet mit unfassbaren Fähigkeiten. Ein absolutes Missmatch für zalhreiche Defensive Backs. Während seiner neun Jahre in Reihen der Detroit Lions hat Johnson einige Rekorde aufgestellt und für erhebliches Aufsehen gesorgt. Wir wollen noch einmal auf eine prächtige Karriere und deren Höhepunkte zurückblicken.

Mit dem zweiten Pick nach Motown

Zur Saison 2007 kam das hochgepriesene Talent aus dem College Football in die NFL. Als zweiter Pick im Draft ging es für ihn in Richtung Detroit. Während seiner Zeit an der Georgia Tech University konnte Johnson bereits beeindrucken. Unter anderem untermauerte er seinen Status als Top-Talent im Draft durch zwei Plätze im All-American-Team 2005 und 2006 und durch den Award als bester Spieler der ACC in der Saison 2006.

Schon damals war seine erstaunliche Figur ein Knackpunkt für seinen Status als Receiver. Mit 1.96 m und 109 kg konnte er beim Combine bereits überzeugen und lieferte Bestleistungen für einen Spieler seiner Statue. Mit 4,33 Sekunden brachte er bspw. eine für seine Größe beachtliche 40 Yard Zeit aufs Papier.
Das rief die Lions auf den Plan, die wie erwähnt ihren zweiten Pick in Johnson investierten. Der höchste gedraftete Yellow Jacket aller Zeiten. Allerdings wäre er beinahe in Tampa Bay gelandet, denn ein Trade zwischen Lions und Buccaneers stand im Raum, wurde aber letzten Endes von Detroit doch noch abgelehnt – für diese zum Glück.
In seinem ersten Spiel fing Johnson, obwohl er nicht als Starter in die Partie ging, vier Pässe für 70 Yards und feierte sofort seinen ersten Touchdown. Der Start in eine Karriere als unglaubliche Touchdown-Maschine. Am Ende seiner ersten Saison standen 756 Yards und fünf Touchdowns auf dem Konto, und das trotz mehrfacher Rückenprobleme und der damit verbundenen Einnahme von Schmerzmitteln, die er auch mit in die Folgesaison nahm.

Der absolute Durchbruch bei den Lions folgte in seiner zweiten Spielzeit. Nachdem er bereits in den ersten beiden Spielen überzeugte, wurde Megatron nach dem Trade von Starting-Wideout Roy Williams die Nummer eins im Depth Chart der Lions.
Trotz der grausigen Saison, die die Lions mit der historischen Marke von 0-16 und fünf verschiedenen Quarterbacks beendeten, zeigte der Mann aus Georgia seine Qualität. Als fünfter in den Receiving Yards und Führender in der Kategorie gefangener Touchdownpässe beendete er eine für ihn absolut herausragende Spielzeit.
Ein Meilenstein seiner Karriere folgte dann in der Saison 2010. Mit 1.120 Yards und zwölf Touchdowns gab er eine aussagekräftige Bewerbung für einen Platz im Pro Bowl ab. Seine erste Teilnahme an der Veranstaltung für die besten Spieler der Liga. Zudem wurde er für sein medienfreundliches Verhalten und soziales Engagement ausgezeichnet, was seinen astreinen Charakter auf und neben dem Feld bestätigt.

Die Jagd nach den Rekorden

Die Saison 2011 sollte die zweitbeste in der Karriere vom heute 30-jährigen werden. 1.681 Yards und 16 Touchdowns waren ein großer Anteil an dem ersten Playoff-Run der Lions seit 1999, der aber an dem späteren Champions aus New Orleans bereits in der Wild Card-Runde zu Ende ging. Ein Bild der Saison wurde Johnsons Catch in der Endzone gegen die Dallas Cowboys in der vierten Woche. Er durchbrach die Deckung von drei Spielern um an den Ball zu kommen - mit Erfolg.
Seine Wichtigkeit für die Franchise wurde mit einem bombastischen Vertrag zementiert. Zur Saison 2012 unterzeichnete er ein neues Arbeitspapier über acht Jahre und $132 Mio, von denen $60 Mio. garantiert waren. Johnson wurde der bestbezahlte Wide Receiver der Liga und durfte sich zudem über sein Gesicht auf dem Cover der NFL-Simulation Madden NFL 13 freuen. Beim Voting setzte er sich deutlich gegen Mitbewerber Cam Newton durch.
Aber auch sportlich setzte er absolute Bestmarken in dieser Spielzeit. Zwischen den Wochen neun und 16 erzielte er in jeder der Partien mindestens 125 Yards – das durchbrach den bisherigen Rekord von Pat Studstill.
Des weiteren brach Johnson den Receiving-Rekord von Jerry Rice und schrieb sich somit weiter in die Geschichtsbücher der NFL ein. Die magische Zahl von 1.848 Yards machte ihn zur unangefochtenen Nummer eins in dieser Saison, ebenso bei den Receptions mit 122.
Als einziger Spieler seit Beginn der Super Bowl Era erreichte Calvin Johnson Jr. einen Schnitt von über 120 Yards pro Spiel (122.8).
Es war seine beste Saison in neun Jahren Profisport und eine, die garantiert noch lange in den Köpfen der NFL-Fans bleiben wird.

Im Folgejahr purzelte ein weiterer Rekord. Gegen die Dallas Cowboys fing Johnson 14 von 16 Pässen für unglaubliche 329 Yards. Neben der neuen Rekordzahl bei den Lions wurde es die höchste Yardzahl in einem regulären Spiel ohne Overtime. Nur sieben Yards fehlten auf den alleinigen Rekord von Willie Lee "Flipper" Anderson. Zudem teilt er sich seither den Rekord mit Lance Alworth für die meisten Spielen mit über 200 Yards Receiving (5).
Last but not Least brach er den Rekord für die meisten gefangenen Touchdowns eines Lion-Spielers und überbot Herman Moores Bestmarke von 63 Touchdowns.
Die Saison 2014 verlief etwas ruhiger, allerdings waren ja auch kaum noch freie Rekorde vorhanden, die nicht bereits mit dem Namen "Megatron" verknüpft waren. So wurde er an Thanksgiving gegen die Chicago Bears noch der Spieler, der am schnellsten die Schallmauer von 10.000 Yards in der Karriere knackte. Es verschaffte ihm am Ende der Saison seinen fünften Pro Bowl in Folge, bevor es in seine letzte Spielzeit in der NFL gehen sollte.

Bereits in Spiel eins gegen die Seahawks sorgte ein kontroverses Play für die 12:10-Niederlage der Lions, wo ein Foul von K.J. Wright nicht erkannt wurde. Ein weiterer Franchise-Rekord purzelte in der fünften Woche gegen Arizona. Sein 671. gefangener Pass übertraf erneut Herman Moore. Trotzdem sahen die Lions kein Land gegen die Cardinals. Denn der erste Sieg kam erst nach einem 0-5-Start, wo Johnson maßgeblich dran beteiligt war, als die Lions die Bears in der Overtime niederrungen.
In London gegen die Kansas City Chiefs wurde Megatron als schnellster Spieler gekrönt, der die Marke von 11.000 Receiving Yards knackte.
Er verließ die Bühne mit einer weiteren Saison über 1.000 Yards. Es war seine sechste in Folge und die siebte in neun Jahren NFL.

Die Luft ist raus

Am 08. März 2016 beendete Calvin Johnson Jr. seine Karriere. Mit 11.619 Receiving-Yards belegt er hinter Torry Holt und Jerry Rice den dritten Rang in der ewigen Liste. Er hätte wohl noch weitere Rekorde brechen können, aber Johnson zeigte sich müde von der Sportart, deren Aushängeschild er über Jahre zu sein vermochte. Auch eine neue Aufgabe bei einer anderen Franchise reizte ihn nicht mehr, sodass er zwar ohne mannschaftliche Erfolge, aber mit unerreichten Bestmarken seine Karriere als Detroit Lion und größter NFL-Spieler in der Geschichte der Motor City beendete.
Eine Sache sind wir euch aber noch schuldig. Warum heißt Megatron überhaupt Megatron? Ganz einfach: Sein früherer Mitspieler Roy Williams taufte ihn so aufgrund seiner Statue und massiven Hände. Bis heute hat er sich nicht über diesen Nickname beschwert und trägt ihn voller Stolz.

Wir finden, dass dieser Name seine außergewöhnliche Karriere bestens betitelt, zumindest sportlich. Ein einmaliger Athlet wird uns fehlen, aber die Szenen von meterhohen Luftsprüngen und langen Sprints in Richtung Endzone werden uns bleiben.
Alle Fans sollten sich glücklich schätzen, in der Zeit von Calvin Johnson Jr. die NFL verfolgt zu haben.

Also alles Gute Mr. Johnson. Auf eine schöne Zeit nach dem Profifootball. Uns bleiben die Erinnerungen!