Gehälter & Cap-Regelung

Die Gehaltsregelungen der NFL werden zwischen der NFLPA und der NFL ausgehandelt und wurden zuletzt im „Collective Bargaining Agreement“ (CBA) 2011 erneuert. Kernpunkt ist der „Salary Cap“, zu Deutsch „Gehaltsbeschränkungen“, sowohl nach oben als auch nach unten.

Seit 2011 werden im Prinzip alle Einnahmen der NFL, also TV-Verträge, Tickets, Merchandising, Namensrechte und sogar lokale Werbeeinnahmen als Grundlage für den Salary Cap genommen. Davon erhalten die Spieler über den Salary Cap mindestens 47%. Ziel der Gehaltsbeschränkungen ist es die „Competitive Balance“ der Liga zu erhalten, also die Ausgeglichenheit und Fairness. Finanzstarke Clubs sollen nicht in der Lage sein, bessere Spieler zu besseren Verträgen verpflichten zu können als finanzschwächere Teams. Somit ist, weil es in der NFL keinen Auf- oder Abstieg gibt, der Salary Cap neben dem Draft ein essentielles Instrument, um eine ausgeglichene Liga und somit spannende Spiele und verschiedene Champions zu gewährleisten. Eine Dominanz eines Clubs über Jahre, ähnlich die des FC Bayern in der Bundesliga, ist daher fast nicht denkbar.

Im aktuellen CBA von 2011 sind zwei Regelungen zu Untergrenzen enthalten. Zum einen musste die Liga in den Jahren 2011 und 2012 mindestens 99% des Salary Cap tatsächlich auszahlen. Ab 2013 sind die Teams verantwortlich und müssen mindesten 89% für Spielergehälter aufwenden. Nicht genutztes Geld, „Cap Space“, kann mit in die nächste Saison genommen werden.

Wird der Salary Cap überschritten, drohen Geldstrafen, Kündigungen von Spielerverträgen oder sogar der Verlust von Draft Picks. Beliebtes Beispiel hierfür ist der Versuch der San Francisco 49ers im Dezember 2000 den Salary Cap zu umgehen. Damals wurde eine Strafzahlung von 300.000 Dollar fällig und es folgte der Verlust von Draft Picks in der 5. Runde 2001 und in der 3. Runde 2002. Zudem wurde der damalige General Manager Carmen Policy sowie der Vize-Präsident Dwight Clark zu Geldstrafen von 400.000 und 200.000 Dollar verurteilt und drei Spieleragenten mussten insgesamt 350.000 Dollar für wohltätige Zwecke spenden.

Zu dem Cap werden alle Gehälter für aktuelle und ehemalige Spieler gezählt. Nicht so die Gehälter der Trainer oder anderen Angestellten der Teams. In der Offseason zählen nur die 51 bestbezahltesten Spieler eines Teams („Top 51 Rule“). Während der Saison zählen dann alle Grundgehälter der 53 Spieler im Kader, egal ob diese spielen, auf Reserve sind oder nicht spielen können.

Generell sind die Gehälter in der NFL nicht garantiert. Wird ein Spieler also entlassen oder der Vertrag neu aufgesetzt, verfallen schon vereinbarte Zahlungen für kommende Saisons. Daher werden in der Regel in der Laufzeit steigende Verträge angeboten („Back-Heavy Contract“), um den Spielern in späteren Saisons mehr Gehalt zu zahlen, obwohl diese nicht garantiert sind.

Als Ausgleich wird ein Bonus, der „Signing Bonus“ gezahlt, welcher sofort bezahlt und komplett garantiert ist. Zum „Salary Cap“ wird dieser Bonus über die Laufzeit des Vertrags verteilt. Wird ein Vertrag vor Laufzeitende gekündigt, zählt der noch offene Signing Bonus in der Folgesaison komplett zum Salary Cap. Stichtag ist hier der 1. Juni („Post-June-1-Cut“).

Neben dem Signing Bonus existieren weitere Boni, welche Leistungsanreize („Incentives“) genannt werden. Diese werden in eher wahrscheinlich auszuzahlende Anreize „likely to be earned“ (ltbe) und eher unwahrscheinlich auszuzahlende Anreize „not likely to be earned“ (nltbe) unterteilt. Erste zählen zum Salary Cap, letztere nicht. Ltbe-Anreize sind alle Vereinbarungen, auf die ein Spieler persönlich Einfluss hat, z.B. Anwesenheit. Auch zählen hierzu Vergütungen für Leistungen, welche dieser Spieler schon in der Vergangenheit vollbracht hat.

Strittig sind hier in der Regel Vereinbarungen nach Verletzungen. Vergütungsmodelle für Leistungen von Rookies zählen seit dem CBA 2011 generell zu den ltbe-Anreizen, was zu niedrigeren Rookiegehältern geführt hat.

Ein Beispiel für einen nltbe-Anreiz wäre ein Bonus für 1.000 erreichte Yards eines Runningbacks, welcher in der Vorsaison nicht mal 500 Yards erreichte.

Oft wird auch Kritik am Salary Cap genannt, gerade wenn Mannschaften die Untergrenze dessen nicht erreichen und dann manche Spieler über ihrem Wert bezahlen müssen, um den Salary Cap zu erfüllen. Auch wird immer wieder versucht, den Salary Cap durch Signing Boni zu umgehen, was wiederum finanzstarken Clubs einen Vorteil bietet.