Historie

Die Geschichte der NFL geht zunächst auf das Jahr 1920 zurück. Da trafen sich Vertreter der Akron Pros, Canton Bulldogs, Cleveland Indians, Rock Island Islander und Dayton Triangles in Canton, Ohio und gründeten die American Professional Football Conference, um die Standards des professionellen Footballs in jeglicher Hinsicht zu heben. Bei einem weiteren Meeting nur 38 Tage später wurde die Liga nochmals in American Professional Football Association (APFA) umbenannt.

Insgesamt bestand die Liga zu der Zeit aus 14 Teams. Lediglich die Decatur Staleys und die Chicago Cardinals spielen auch heute noch in der NFL. Kennt ihr nicht? Doch, nur heute unter den Namen Chicago Bears und Arizona Cardinals.

Auch wenn das System und der Spielplan alles andere als einheitlich und ausgereift waren, gab es einen ersten Meister. Die Akron Pros gewannen dank ihrer Bilanz von acht Siegen bei drei Unentschieden und keiner Niederlage.

Zwei Jahre später folgte dann die nächste Namensänderung. Die APFA nannte sich von nun an National Football League, kurz NFL. In der Anfangszeit war es dabei so, dass das Team mit der besten prozentualen Siegquote am Ende der Champion war. Erst 1932 fiel auf, dass das System seine Schwächen hatte. Denn in dieser Saison beendeten die Chicago Bears und die Portsmouth Spartans die Saison bilanzgleich. Folglich entschied die Liga, dass ein Entscheidungsspiel her müsse, welches in Chicago ausgetragen werden sollte. Aufgrund von extremen Schneefall und Kälte konnte allerdings nicht im Wrigleys Field gespielt werden. So wurde das Finale kurzerhand in die Halle verlegt und die Regeln für dieses eine Spiel dem deutlich kleineren Spielfeld angepasst. Heute unvorstellbar, aber früher war die NFL eben noch kein Multimilliarden-Unternehmen und verstand wohl auch noch deutlich mehr Spaß. Wie auch immer, die Bears gewannen 9:0 und waren Champions.

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Die Akron Pros gewannen die erste Meisterschaft
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Aufgrund des großen Faninteresses an diesem besonderen Spiel entschied sich die Liga 1933 zu einer Veränderung hin zu einer zwei Division Liga, an dessen Saisonende die beiden Spitzenreiter den Titel im Finale unter sich ausmachten.

Ein Jahr später begann dann, wie in anderen Ligen auch, der zwölf Jahre andauernde Ausschluss von dunkelhäutigen Spielern.

Auch wenn die NFL die professionellste und wichtigste Liga war, gab es noch andere Konkurrenzligen, in denen ebenfalls professionell Football gespielt wurde. Hier sind in erster Linie drei separate American Football Leagues (AFL) und die All-American Football Conference (AAFC) von Relevanz. Die NFL konnte sich über die Jahre aber immer mehr eine Monopolstellung erarbeiten, sodass Teams wie die Los Angeles Rams aus der AFL oder auch die San Francisco 49ers und Cleveland Browns aus der AAFC in die NFL wechselten.

Erst 1960 bekam die NFL von der vierten gegründeten American Football League ernstzunehmende Konkurrenz. Dieser gelang es lukrative TV-Deals an Land zu ziehen und so die Aufmerksamkeit von Spielern und Fans zu erreichen. So konkurrierten AFL und NFL in den folgenden sechs Jahren um Free Agents und Draftpicks. 1966 fusionierten beide Ligen, behielten aber zunächst ihre Namen und Teams bei. Dieses Jahr war auch das erste Jahr in dem der Super Bowl zwischen dem Sieger der NFL und dem der AFL ausgetragen wurde, wobei hier erwähnt werden sollte, dass das Endspiel zunächst AFL-NFL World Championship Game genannt und erst nachträglich in Super Bowl umbenannt wurde. Nachdem mit den Green Bay Packers zweimal ein NFL Team die Oberhand behielten, gewannen die darauffolgenden zwei Spielzeiten die AFL Teams der New York Jets und Kansas City Chiefs.

1970 war es dann soweit, dass die AFL Teams in die NFL übernommen und in dieser zwei Conferences gegründet wurde, die NFC bestehend aus früheren NFL Teams und die AFC bestehend aus den zehn AFL und drei weiteren NFL Teams. Die NFL, wie wir sie heute kennen, war geboren. Damals allerdings noch mit insgesamt 26 Teams.

Heute ist die NFL die populärste Sportliga in ganz Nordamerika. An diesem Aufstieg hat der frühere Commissioner Pete Rozelle, der die Liga von 1960-1989 führte, einen großen Anteil. Er machte die NFL mit dem Merchandising Bereich „NFL Properties“ zu einer nationalen Marke. Schauten zu Beginn der Amtszeit von Rozell etwa drei Millionen Zuschauer die Spiele, waren es am Ende 17 Millionen. Den Super Bowl XXIII im Jahr 1989 sahen stolze 400 Millionen Leute vor den Fernsehgeräten. Sein Nachfolger Paul Tagliabue führte in seiner 17-jährigen Amtszeit die Arbeiten von Rozell fort, kümmerte sich um die Förderung von Minderheiten und steigerte die Popularität durch neue TV-Verträge ungemein.

Die NFL ist mittlerweile bei 32 Teams angekommen und die Begeisterung für die Liga ist international geworden. An der Spitze steht der eher unbeliebte Roger Goodell, der sich auf die Fahne geschrieben hat die Marke NFL noch globaler zu und das Spiel selbst deutlich sicherer zu machen.

Der Weg der NFL geht noch lange weiter. Man darf gespannt sein, wohin er führt.