Saison

Eine Saison in der NFL setzt sich im Allgemeinen aus vier Preseason-Spielen, einer 17-wöchigen Regular Season, den anschließenden Playoffs und dem finalen Super Bowl zusammen.

Der Spielbetrieb startet dabei zumeist Anfang August mit der Preseason, um am ersten Sonntag im Februar mit dem Saisonhighlight, dem Super Bowl, abzuschließen.

In der Folge werden die einzelnen Saisonabschnitte tiefergehend erklärt.

Preseason

Die Preseason ist sozusagen die Vorbereitung auf die anschließende Saison. Sie besteht aus vier Spieltagen, in denen die Teams ausgiebig testen und sich einspielen können.

Eine Besonderheit ist dabei das sogenannte "Pro Football Hall of Fame Game", das die Preseason bereits eine Woche zuvor einläutet. In diesem Spiel, das jährlich im Fawcett Stadium von Canton, Ohio, dem Gründungsort der NFL sowie gleichzeitigem Sitz der Pro Football Hall of Fame, stattfindet, stehen sich zwei Teams zu einem fünften Preseason Spiel gegenüber. Das Hall of Fame Game wird zu Ehren der in dem jeweiligen Jahr neu in die Hall of Fame aufgenommenen ehemaligen Spieler ausgetragen. Es stehen sich dort dann für gewöhnlich zwei Teams gegenüber, die in diesem Jahr einen oder gleich mehrere neue Hall of Famer stellen.

Einige Tage nach dem Hall of Fame Game starten dann die normalen Vorbereitungsspiele für alle Teams. Jedes Team hat dabei zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele. Wer gegen wen spielt, wird dabei mehr oder weniger willkürlich entschieden. Da es während der Saison jedoch eher selten zu Aufeinandertreffen zwischen Teams aus der AFC und NFC kommt, versucht die NFL möglichst viele Conference Duelle zu ermöglichen.

Die Aussagekraft dieser vier Vorbereitungsspiele geht dabei meistens gegen null. So konnten die Detroit Lions beispielsweise im Jahr 2008 alle ihre Preseason Spiele siegreich gestalten, um in der Folge die Saison mit null Siegen und 16 Niederlagen zu beenden. Wenn Fans dann einmal auf die Auftritte/Leistungen eines Teams in der Preseason verweisen, hört man nur allzu gerne die Antwort "It's Preseason", um die Nichtigkeit dieser Spiele zu verdeutlichen. Denn den Verantwortlichen der Teams ist das Ergebnis völlig egal. Es geht für die Coaches viel mehr darum die Spieler und Spielzüge zu testen und für die Spieler selbst sich zu zeigen. Deshalb spielen die vermeintlichen Stars und potenziellen Starter der Teams meist nur im ersten Viertel eines jeden Spiels.

Die Preseason stößt dabei vermehrt auf Kritik von den Fans aber auch von Spielern und Coaches. Fans bemängeln die geringe Qualität der Spiele in Kombination mit den hohen Ticketpreisen. Spieler und Coaches kritisieren das Verletzungsrisiko, dass jedes Spiel mit sich bringt. Die Diskussion, ob die Preseason nicht verkürzt werden sollte, wird demnach weitergehen.

Regular Season

Die richtige Saison namens Regular Season beginnt nach dem amerikanischen Labour Day Anfang September. Sie dauert insgesamt 17 Wochen, in denen jedes Team 16 Saisonspiele zu absolvieren hat. Ein Spieltag hat jedes Team spielfrei, die sog. BYE-Week. Das macht insgesamt 256 Spiele in der Regular Season. Der vorjährige Super Bowl Champion hat die Ehre, die Saison mit einem Heimspiel zu eröffnen.

Spielplan:

Die Antwort auf die Frage, wie sich der Spielplan eines jeden Teams zusammensetzt, ist dabei ein wenig komplizierter. Wir werden das nun in der Folge versuchen, möglichst verständlich zu erklären:

Ein Team spielt jeweils zwei Spiele (eins Heim, eins Auswärts) gegen die drei Konkurrenten aus der eigenen Division

  • 6 Spiele

Ein Team spielt ferner gegen alle vier Teams einer anderen Division innerhalb derselben Conference.

  • 4 Spiele

Ein Team spielt des Weiteren gegen alle vier Teams einer Division aus der anderen Conference.

  • 4 Spiele

Ein Team spielt zuletzt noch gegen die beiden Teams aus den verbleibenden zwei Divisions innerhalb der eigenen Conference, die die vorherige Saison auf demselben Platz in ihrer Division abgeschlossen haben.

  • 2 Spiele

Das macht insgesamt 16 Spiele für jedes Team. Obwohl die Teams dadurch bereits nach dem Ende einer Saison wissen, auf welche Gegner sie im kommenden Jahr treffen, wird der Spielplan mit vorläufigen Daten erst Mitte April, zumeist ein paar Tage vor dem Draft veröffentlicht, da die Liga zunächst noch andere Einflussfaktoren wie die Postseason der Major League Baseball und andere lokale Großevents berücksichtigen muss. Besonders zum Ende der Saison behält sich die NFL vor Kickoffzeiten von Spielen zu ändern. Das geschieht zumeist aus Spannungsgründen, sodass Spiele, in denen es noch um viel geht, gerne in die Primetime verlegt werden und andere dafür Platz machen müssen.

Die meisten Spiele der Regular Season werden sonntags gespielt. Für gewöhnlich beginnt der Spieltag mit einem Spiel am Donnerstag, dem Thursday Night Game (TNG), mehreren Spielen am Sonntag mit dem Tagesabschluss, dem sog. Sunday Night Game (SNG), und endet mit einem weiteren Einzelspiel am Montag, dem Monday Night Game (MNG). Ein besonderer Spieltag ist der Donnerstag am amerikanischen Thanksgiving-Feiertag, an dem traditionell drei Spiele nacheinander stattfinden. Das erste Spiel bestreiten dabei immer die Detroit Lions zuhause, ehe die Dallas Cowboys ebenfalls im eigenen Stadion getestet werden. Das dritte und letzte Spiel steigt dann in der Nacht an wechselnden Orten.

International Series

Eine weitere Besonderheit in der Regular Season stellt die sog. International Series dar. Um die Marke „NFL“ International bekannter zu machen und so auch im Ausland mehr Geld zu verdienen, richtet die Liga offizielle Saisonspiele auch außerhalb der Vereinigten Staaten aus.

Bild
International Series 2010 - 49ers vs. Broncos im Wembley Stadium
©Thomas from London, UK - 49ers_in_London (15) | CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0), via Wikimedia Commons

Das erste Spiel dieser Internationalisierung fand im Oktober 2005 im Aztekenstadion von Mexico City zwischen den Arizona Cardinals und den San Francisco 49ers statt. Nach einem Jahr Pause ging die Serie dann zunächst ausschließlich im Londoner Wembley Stadium weiter, da die Spiele der Buffalo Bills in Toronto zwischen 2008 und 2013 offiziell nicht zur International Series gehörten.

Aufgrund des Erfolges und der großen Nachfrage wurde die Serie ab der Saison 2013 sukzessive ausgeweitet. Zunächst mit zwei, dann mit jeweils drei Spielen in den Jahren 2014 und 2015 in Wembley. Seit der Spielzeit 2016 wird auch im Twickenham Stadium von London, dem eigentlichen Rugby-Tempel auf der Insel, gespielt und die NFL kehrte erstmals wieder nach Mexiko zurück. In der kommenden Saison werden dann zum ersten Mal fünf reguläre Saisonspiele außerhalb der Staaten stattfinden. Zwei im Wembley, zwei im Twickenham und eines im Aztekenstadion. Die Ausweitung wird in Zukunft weiter fortschreiten, denn bereits jetzt wurde ein Vertrag abgeschlossen, dass in den Jahren 2018 bis 2027 mindestens zwei Saisonspiele auch im neuen Stadion der Tottenham Hotspur in London stattfinden werden. Das Wembley Stadium hat einen Vertrag über mindestens zwei Spiele bis 2020.

Auch weitere Länder wie Deutschland, China, Kanada und Brasilien sind seit längerem als Länder im Gespräch um ein Spiel der International Series auszurichten. Es gibt sogar ernsthafte Überlegungen ein eigenes Team in London in den Ligabetrieb zu integrieren, was jedoch nicht vor dem Jahr 2021 soweit sein wird, wenn überhaupt irgendwann.

Postseason

Der Einzug in die Postseason, auch Playoffs genannt, ist das primäre Ziel eines jeden Teams während der Regular Season. Nach dieser wird in einer K.O.-Runde, an der jeweils sechs Teams aus den beiden Conferences teilnehmen, die Paarung des Super Bowls ermittelt.

Die sechs Teams aus der AFC oder NFC setzten sich dabei aus den vier Divisionsiegern und zwei weiteren Teams mit der besten Bilanz zusammen, die in die sog. „Seeds“ eingeteilt werden. Dabei bekommen die Sieger der vier Division nach ihrem Record in der Saison die Seeds #1 bis #4. Der beste Nicht-Divisionsieger Seed #5 und der zweitbeste entsprechend den letzten Seed #6. Herrscht am Ende der Saison eine Bilanzgleichheit zwischen zwei oder mehreren Teams, kommen die sog. „Tiebreaking Rules“ zum Einsatz. Der bessere Seed hat in den K.0. Spielen bis zum Super Bowl immer Heimrecht. Das Team, das die Conference als bestes abgeschlossen hat genießt entsprechend in den ganzen Playoffs Heimrecht („Homefield Advantage“).

Ablauf

Bis zum Super Bowl gibt es drei Playoffrunden. In der ersten sog. „Wild Card Round“ spielt Seed #4 gegen Seed #5 und Seed #3 gegen Seed #6. Die beiden Top Seeds haben spielfrei und greifen erst in der zweiten Runde, der „Divisional Round“ ein. In dieser trifft der Seed #1 auf den schlechter gerankten Gewinner der beiden Sieger aus der Wild Card Round. Der Seed #2 entsprechend auf den besseren der beiden Sieger.

Die beiden Gewinner der Divisional Round spielen dann in den „Conference Championships“ um die Titel in der AFC und NFC was gleichbedeutend mit dem Einzug in den Super Bowl ist. Die Champions der AFC bekommen die Lamar Hunt Trophy. Der Gewinner auf Seiten der NFC die George Halas Trophy.

Super Bowl

Der Super Bowl ist das Saisonfinale der NFL und das größte Einzelsportereignis der Welt. Aus dem Grund haben wir diesem besonderen Spiel eine eigene Kategorie gewidmet. Für alle Infos zu Champions, Vince Lombardi Trophy, Halbzeitshows, Besonderheiten, etc. klickt einfach hier.