Concussion

15.08.2016, 02:01 Uhr T.G. Filme

Zu Beginn des Jahres 2016 startete "Concussion" oder "Erschütternde Wahrheit", wie er bei uns heißt, in den Deutschen Kinos. Schon im Vorfeld wurde dieser Film kontrovers diskutiert, versuchte die NFL doch lange Zeit die im Film geschilderten Geschehnisse zu vertuschen und den Film zu verbieten. Schlussendlich erfolglos, sodass wir einen Will Smith in seiner Rolle als Dr. Bennet Omalu sehen können, der das ernste Thema "CTE" in die Öffentlichkeit bringt und sich nicht vom mächtigen Gegenspieler einschüchtern lässt.
Wir wollen euch kurz ein paar Gedanken zur Handlung und zum Thema mit auf den Weg geben. Keine Sorge, ihr könnt getrost weiter lesen, ohne Angst vorm Spoilern haben zu müssen.

2002 wird der ehemalige Steelers Center Mike "Iron Mike" Webster mit 50 Jahren tot in seinem Pickup Truck in Pittsburgh gefunden. Der aus Nigeria stammende forensische Pathologe und Neurowissenschaftler Dr. Bennet Omalu findet während seiner Autopsie heraus, dass Websters Gehirn erhebliche Schäden aufweist, die er nach einigen Recherchen auf viele erlittene Gehirnerschütterungen während Websters Profikarriere zurückführt. Omalu nennt die Schädigung "chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE)". Die Erkrankung ist jedoch erst nach dem Tod nachweisbar, sodass die NFL in Sorge um ihren Ruf und die Zukunft des Sports, die Existenz von CTE bestreitet.

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Will Smith wurde für seine Rolle des Dr. Omalu, die er - anfangs etwas ungewohnt - mit französischem Akzent spielt, für einen Golden Globe nominiert.

Eines wollen wir aber direkt klarstellen: "Erschütternde Wahrheit" ist kein wirklicher Football Film. Es geht nicht um das Spiel, nicht um den Sport; es gibt keine Action. Der Film ist ein Drama mit ausdrucksstarken Charakteren, tollen schauspielerischen Leistungen und einer denkwürdigen Geschichte. Für Freunde dieses Genres und Interessierte am Thema sowie der NFL, ist der Film zu empfehlen. Leute, die einen Film a la "An jedem verdammten Sonntag" oder "Gegen jede Regel" erwarten, werden vermutlich eher enttäuscht sein.

http://www.filmstarts.de/kritiken/225176.html

Eine Studie besagt, dass 28% aller professionellen Footballspieler nach ihrer Karriere an kognitiven Beeinträchtigungen wie z.B. CTE leiden werden. Die NFL hat die Gefahren des Sports mittlerweile eingestanden und ergreift positiverweise erste Maßnahmen. Vergangene Saison wurde das sog. "Concussion Protocol" eingeführt. Und aktuell wird an einem neuen Helm geforscht, der Gehirnerschütterungen gänzlich verhindern soll.

http://www.digitaltrends.com/cool-tech/zero-1-football-helmet-helps-prevent-concussions/

Auch wenn die Einsicht der NFL spät, ja viel zu spät kam, scheint sie zumindest jetzt auf dem richtigen Weg. Hoffen wir mal, dass das Thema CTE in möglichst naher Zukunft keines mehr sein wird, sich Spieler keine Gedanken um ihre gesundheitliche Zukunft machen brauchen und wir Fans diesen geilen Sport uneingeschränkt genießen können.
In dem Sinne wollen wir noch einmal all denjenigen gedenken, die ihr Leben aufgrund des Sports viel zu früh verloren. Stellvertretend für alle seien hier Mike Webster, Terry Long und Junior Seau namentlich genannt.