„A Crucial Catch“ - 20 Jahre Cancer Awareness in der NFL

01.10.2019, 08:27 Uhr Kolumne

Wer kennt sie nicht, die pinken bzw. inzwischen bunten Accessoires, mit denen die NFL-Spieler ihre Oktober-Spiele bestreiten? Doch was steckt eigentlich dahinter? Und was ist aus dieser Tradition geworden?

Seinen Ursprung fand der Pinktober bereits vor 20 Jahren. Tonya Snyder, Ehegattin des Redskin-Owners Daniel Snyder, wurde kurz nach Übernahme der Franchise von einer lokalen Verbindung aus Virgina gefragt, ob nicht das Interesse an einer Brustkrebs-Kampagne durch die Redskins bestände. Snyder, die bereits durch die Erkrankung einer Freundin der Familie einen Berührungspunkt zum Thema Brustkrebs hatte, war sehr angetan von der Idee und so wurden im ersten Jahr 8.000 handgemachte Schleifen („Ribbons“) an die Fans der Redskins verteilt.

Über die nächsten zehn Jahre kamen immer mehr Franchises hinzu, die Veranstaltungen zum Thema Brustkrebs und zur Brustkrebsvorsorge durchführten, bis die NFL 2009 selbst das Projekt „A Crucial Catch“ übernahm und eine Kooperation mit der American Cancer Society einging. Durch das Projekt konnten seit 2012 bislang rund 250.000 Brustkrebsscreenings finanziert werden.

Den klassischen „Pinktober“ gibt es seit 2017 jedoch nicht mehr. Die NFL überlässt es den Franchises selbst, sich einen „Cancer Cause“ auszusuchen, für dessen Früherkennungsmaßnahmen und Screenings sie werben möchten. Auch die Farbgebung hat sich geändert: Statt Pink ist das Logo um einiges Bunter geworden und enthält mehrfarbige Streifen, die auf die verschiedenen Projekte hinweisen und sich abermals auf Trikots, Field Goal Stangen und Handschuhen wiederfinden.

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Die ganze Sache hat jedoch einen faden Beigeschmack, den wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchten. Als DeAngelo Williams, ehemaliger Runningback der Carolina Panthers und Pittsburgh Steelers, seine Mutter an den Krebs verloren hatte, wollte er eine ganze Saison in pink auflaufen… und durfte es nicht. Es widerspräche der Equipment-Ordnung, so die NFL und würde mit entsprechenden Strafzahlungen belangt. Zwar nahm DeAngelo dies bei dem einen oder anderen Spiel gerne in Kauf – zeigt die Situation aber doch, dass die NFL zwar einen guten Zweck unterstützt, aber dennoch die eigenen Interessen im Vordergrund stehen.

Dennoch finden wir: Eine tolle und unterstützenswerte Aktion zu einem sehr wichtigen Thema!

Wer sich am Projekt beteiligen möchte, hat auf diverse Arten die Gelegenheit hierzu: Die NFL vertreibt A Crucial Catch-Merchandise-Artikel zu allen Franchises, deren Lizenzeinnahmen direkt in das Projekt fließen. Zudem besteht die Möglichkeit, direkt an die American Cancer Society zu spenden oder aber Game-Worn-Equipment zu ersteigern.

Mehr Infos gibt’s hier:

http://www.nfl.com/crucialcatch
https://www.cancer.org/