AFWB Event in Oberhausen - Wir waren dabei!

23.02.2019, 11:34 Uhr J.B. Kolumne

Zwei ereignisreiche Tage liegen in Oberhausen bereits in der Vergangenheit, heute lädt „American Football Without Barriers“ zum letzten Mal Sportler und Fans in die König Pilsener Arena nach Oberhausen ein, um entweder von 17 aktuellen und ehemaligen NFL Stars trainiert zu werden oder diesen ganz nah zu sein.

Wir waren natürlich auch vor Ort und haben uns am gestrigen Samstag für euch einmal umgesehen. Dabei durften wir uns auf dem improvisierten und nicht immer ganz standhaften Kunstrasen ins Getümmel stürzen und haben es uns verständlicherweise nicht nehmen lassen mit den NFL Stars hier und da ein Wort zu wechseln.

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Als erstes trafen wir auf einen äußerst relaxten, sechsfachen Pro Bowl Center Alex Mack von den Atlanta Falcons, der bei seinem ersten Trip nach Deutschland sichtlich Spaß in der ungewohnten Trainerrolle hatte und auf Nachfrage nach dem weiteren Plan der Reise keine wirkliche Auskunft geben konnte. Er folge einfach den anderen, so der First Round Pick aus dem Jahr 2009.
Rausbekommen haben wir das aber natürlich dennoch, denn die anderen Spieler waren dann doch etwas besser informiert. Nach Ende des heutigen Events geht es direkt in das nahgelegene Dortmund zum Bundesligakracher zwischen dem BVB und Bayer 04 Leverkusen. Dorthin wurde man laut Seahawks LB Barkevious Mingo von den Dortmundern eingeladen und durfte am Freitag bereits beim Training der Schwarz-Gelben vorbeischauen.
Colts DE Jabaal Sheard verriet, dass man danach noch nach München weiterzieht, ehe es am Mittwoch wieder zurück über den großen Teich geht, wo die Spieler dann ihren Urlaub fortsetzen, bis es mit den OTA’s langsam wieder an die Saisonvorbereitung für 2019 geht. Ohne sich im Urlaub weiter fit zu halten, geht es dann aber doch nicht, fügte Colts CB Kenny Moore hinzu.

Auf die Frage nach einer möglichen Zukunft der NFL in Deutschland mit einem Spiel der International Series bekamen wir (natürlich) nur positive Antworten. Saints WR Cameron Meredith, sowie Falcons OG und Walter Payton Man of the Year, Ben Garland, würden ein Spiel in Deutschland, dem größten Markt außerhalb Amerikas, definitiv begrüßen und wunderten sich bei dem großen Interesse, dass es noch nicht längst soweit ist. Wir konnten AFWB Gründer und ehemaligen Browns Pro Bowl Tight End Gary Barnidge zumindest mit auf den Weg geben, Commissioner Roger Goodell einen schönen Gruß auszurichten und das Verlangen der Deutschen Fans nach einem NFL Spiel in der Bundesrepublik kundzutun. Ob’s was hilft? Naja….

Hier mal ein paar bildliche Impressionen* vom Camp:

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    Seahawks LB Barkevious Mingo kurz in Gedanken:
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    Colts CB Nate Hairston amüsiert sich hinter dem Rücken von AFWB-Gründer und Ex-Browns TE Gary Barnidge köstlich:
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    Colts DE Jabaal Sheard gibt letzte Anweisungen:
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    Interessanter Style bei Seahawks QB Brett Hundley:
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    Ex Steelers und Panthers RB DeAngelo Williams in ungewohnter Rolle:
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    TE-Training: Dolphins Cameron Jordan und Falcons Austin Hooper zeigen wie es geht:
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    Falcons Pro Bowl C Alex Mack sagt wo es lang geht:
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    "Den muss er fangen!" Saints WR Cameron Meredith versteht die Welt nicht mehr.:
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    Steelers FB Roosevelt Nix als QB in Aktion. Barnidge, Mack und Garland beobachten das besser von der Sideline:
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    Zeigten sich fan-nah; Falcons OG Ben Garland und Colts DE Jabaal Sheard; im Hintergrund Colts CB Kenny Moore mit Steelers FB Roosevelt Nix, rechts Seahawks LB Barkevious Mingo:
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Ihr fragt euch vielleicht, warum gerade diese Spieler den Weg nach Oberhausen angetreten haben. Schließlich waren die Colts beispielsweise gleich mit fünf Spielern vertreten, während viele andere Fans keinen ihrer Stars begrüßen konnten. Nun, Indianapolis Corner Chris Milton sagte, dass der bereits erwähnte Barnidge der Schlüssel hierzu ist. Denn schaut man sich die Karrieren der teilnehmenden Player an, fällt auf, dass einige von Ihnen eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Tight End bei den Cleveland Browns hatten. Alex Mack, Barkevious Mingo, Jabaal Sheard, TE Cameron Jordan und QB Kevin Hogan spielten allesamt für die Browns, verstanden sich gut mit Barnidge und brachten so noch ein paar weitere Teammates zum internationalen Training Camp mit nach Europa.

Apropos, wollen wir das Event selbst nicht vernachlässigen. Die NFL Stars präsentierten sich als Coaches absolut locker, fan-nah und hatten definitiv ihren Spaß mit den Leistungen der eifrigen Athleten, die sich im Vorfeld für eine Teilnahme eingeschrieben hatten. Für die war es sicherlich ein unvergessliches Erlebnis in den verschiedensten Drills und Trainingseinheiten vor den Augen und mit der Motivation ihrer Idole alles aus sich rauszuholen.

Anders haben wir das leider für die wenigen anwesenden Fans in der Arena gesehen. Diese kamen als reine Zuschauer aus unserer Sicht leider nicht großartig auf ihre Kosten. Und genau da liegt vielleicht auch der Grund, warum nur so wenige den Weg nach Oberhausen fanden. Denn auch wenn die ca. 200.000 Einwohner Stadt sicher nicht der Nabel der deutschen Sportwelt ist, ist das Einzugsgebiet im Ruhrgebiet, sowie Rheinland und anderer innerhalb von zwei Autostunden erreichbarer Großstädte ausreichend groß, um normalerweise mehr Fans zu erreichen. Wären da eben nicht die Kosten für das Event gewesen, denn eine Eintrittskarte kostete bis zu 19,90€, um im Endeffekt von der Tribüne ein Training zu erleben. Klar, die Kosten eines solchen Events müssen irgendwie gedeckt werden, aber das hätte man vielleicht auch noch über weitere Sponsoren hinbekommen und dafür mehr Fans das Event schmackhaft hätte machen können. Immerhin blieb der Großteil der Spieler nach Ende des Trainings noch auf dem Trainingsfeld und erfüllte Autogramm- und Selfiewünsche.
Leidtragende des überschaubaren Interesses waren aber vorallem auch die anwesenden Fanclubs, die sich im Vorfeld viele Gedanken und Mühe gemacht und dabei sicher einiges an Zeit investiert hatten, um ihre Stände im Foyer der Halle zu organisieren und auch während des Events zu betreuen. Das hätte definitiv mehr Zuspruch verdient gehabt.

Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Wir hoffen für alle Beteiligten auf mehr Fans und den Teilnehmern viel Spaß mit den gutgelaunten NFL Stars. Freut euch drauf…, wird sicher gut, aber auch anstrengend.

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