"Gold-Rush" nach LA

27.09.2016, 03:08 Uhr T.G. Kolumne

Da es vergangene Woche einige Neuigkeiten rund um die Rückkehr der NFL nach Los Angeles gab, wollen wir euch heute mal eine Zusammenfassung über den Stand der Dinge geben.

Während in jeder der drei großen amerikanischen Sportligen (NBA, NHL, MLB) zwei Teams aus dem Großraum LA spielen, ist die NFL seit 1994 nicht mehr in der Stadt der Engel präsent. Das soll sich in Zukunft wieder ändern, denn LA ist als einer der größten TV-Märkte der USA ein lohnenswertes Ziel für Teams, deren Besitzer und die NFL. Von den knapp 15. Mio. Menschen, die in und um Los Angeles leben sowie den unzähligen Millionären ganz zu schweigen. Auch der Wert eines Teams würde durch einen Umzug Schätzungen zufolge auf das Doppelte ansteigen. Drei Teams scheinen aktuell Interesse an einer Rückkehr zu haben, denn alle drei spielten schon einmal in LA.

48 Jahre lang waren die heutigen St. Louis Rams unter dem Namen Los Angeles Rams bekannt. Die Oakland Raiders zogen 1984 nach LA, bevor es sie zwölf Jahre später zurück nach Oakland trieb. Last but not least haben auch die San Diego Chargers eine Vergangenheit in der Horizontal City; wenn auch nur kurz. 1960 in Los Angeles gegründet, wechselte man nur ein Jahr später in die zweitgrößte Stadt Kaliforniens.

Von den drei genannten gelten die St. Louis Rams als Favorit für einen erneuten Stadtwechsel. Seitdem bekannt wurde, dass Rams Besitzer Stan Kroenke zusammen mit einer Investorengruppe das Areal der ehemaligen Pferderennbahn „Hollywood Park“ in Inglewood gekauft hat, wurde über eine Rückkehr spekuliert. Mit einem Wert von etwa 930 Mio. $ liegen die Rams laut Forbes Magazine auf dem letzten Platz. Für Besitzer Kroenke wäre ein Umzug also Gold wert. Mittlerweile hat der Rat der Stadt Inglewood einstimmig dem Bau eines 80.000 zuschauerfassenden Stadions auf diesem Gelände zugestimmt. Von den Terrorängsten aufgrund der Nähe zum Internationalen Flughafen LAX einmal abgesehen, spricht zumindest aus LA-Sicht nichts mehr gegen die Auferstehung der Los Angeles Rams. Damit es dazu aber auch wirklich kommen kann, müssen die anderen 31 Teambesitzer einem Umzug zustimmen. Sollte die Stadt St. Louis, die sicherlich daran interessiert ist die Rams zu halten, nun ihrerseits ein neues Stadion genehmigen, könnte das die Rückkehr nach LA deutlich erschweren.

Die Raiders und Chargers mischten sich erst vor kurzem offiziell in die Diskussion ein. Sie veröffentlichten die Pläne eines neuen Stadions auf einem Gelände in Carson, welches beide Teams bereits gepachtet haben. Dieses Stadion würde sie sich dann wie die Giants und Jets in East Rutherford teilen. Hintergrund ist, dass sowohl Raiders wie auch Chargers unzufrieden mit der jetzigen Situation in ihren Städten sind. Beide wollen ein neues Stadion bauen, dessen Genehmigung ihnen bis dato verwehrt blieb. Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob beide wirklich Umzugsabsichten hegen oder nur Druck auf ihre Städte für ein neues Stadions ausüben wollen. Letzteres scheint im Moment die wahrscheinlichste Variante zu sein. Sollten Oakland und San Diego aber weiterhin finanzielle Mittel für ein neues Stadion verweigern, könnten die Pläne ganz schnell zur Realität werden. Wobei es auch hier der Zustimmung der anderen Teambesitzer bedarf und dann die Divisions/Conferences vermutlich neu strukturiert bzw. angepasst werden müssten.

Aktuell kann nur spekuliert werden, was geschehen wird. Und wer weiß, vielleicht meldet sich ja sogar noch ein viertes Team zu Wort. Aber schon jetzt kann eines als sicher angesehen werden: Die NFL wird nach Los Angeles zurückkehren…eher früher als später!