Josh Rosen - wo spielt er 2019?

01.04.2019, 04:16 Uhr J.W. Kolumne

Hinter uns liegen verrückte Wochen. Nachdem die Idee, dass die Arizona Cardinals Kyler Murray mit dem First Overall Pick ziehen könnten, vor ein paar Wochen noch als Hirngespinst gesehen wurde, scheint sich die Tatsache nun etabliert zu haben: Für ihren neuen Head Coach scheinen die Arizona Cardinals den talentierten Quarterback aus Oklahoma ziehen und Josh Rosen traden zu wollen. Besonders verrückt, wenn man bedenkt, dass Murray vor ein paar Monaten noch fest bei den Oakland A's in der MLB eingeplant war und eine Baseball Karriere geplant hatte.

Dass ein Team einen Quarterback traden könnte, nachdem sie vor weniger als zwölf Monaten noch für ihn hochgetradet sind, scheint kaum zu glauben und dennoch halten sich die Gerüchte so hartnäckig, dass wir sie langsam ernsthaft in Betracht ziehen müssen. Die Cardinals selbst tun wenig, um diesem Gerücht den Wind aus den Segeln zu nehmen, im Gegenteil. Bei der Combine sagte General Manager Steve Keim: "He's our quarterback... for now." Deutlicher geht's kaum.

NFL Insider Benjamin Allbright berichtete bereits vor einigen Wochen, dass drei Teams an einem möglichen Trade für Rosen interessiert sein könnten; dieser Bericht wurde nun von übereinstimmenden Quellen bestätigt. Die New England Patriots, die New York Giants und die Los Angeles Chargers sollen an Rosen interessiert sein und letztere boten sogar einen Zweitrundenpick für ihn. Arizona scheint weitere Angebote noch abwarten zu wollen, aber das ist der etablierte Startpreis.

Wir schauen uns die möglichen Landing Spots mal genauer an.

New England Patriots

Dass die Patriots sich nach einem Nachfolger für Tom Brady umsehen, macht Sinn. Für diese Rolle war ja eigentlich Jimmy Garoppolo eingeplant, dem Tom Brady allerdings einen Strich durch die Rechnung machte - er weigerte sich einfach einzubrechen und scheint tatsächlich bis 45 spielen zu wollen.
Insofern wäre New England ein logischer Fit für Rosen, besonders wenn man bedenkt, dass Arizona aufgrund dessen Rookie-Vertrages einen hohen Anteil seines Gehalts bezahlen müsste. Die Patriots bekämen also einen hochtalentierten Backup, der ihnen nicht mal viel kostet und der auch noch drei bis vier Jahre Vertrag hat.

Was dagegen spricht ist, dass nach dem Draft bekannt wurde, die Patriots hätten wohl keine recht hohe Meinung von Rosen gehabt. Nicht zwangsläufig wegen seinen Leistungen auf dem Platz, sondern aufgrund eines schwierig geltenden Charakters. Wie würde Rosen seine neue Rolle als Backup annehmen?
Und zur Kompensation: Die Patriots sind im Win Now Modus. Sollten sie wirklich einen Zweitrundenpick oder mehr in die Zukunft investieren, anstatt in ihr weiter geöffnetes Erfolgsfenster mit Brady zu investieren?

New York Giants

General Manager Dave Gettleman hat nach seinem Trade von Odell Beckham Jr. nach Cleveland mehr als genug Draftkapital, um einen Trade für Rosen möglich zu machen. ESPN's Dianna Roussini berichtete, dass die Giants nicht so begeistert von Ohio State Spielmacher Dwayne Haskins seien, der bei fast allen Mock Drafts im Big Apple landet. Somit wird Rosen in ihren Augen der beste verfügbare Quarterback dieser Draftklasse sein, wenn man's so sehen möchte. Und das wohl ohne den First Rounder dafür herzugeben.

Mit einem solchen Move würde Gettleman die Zukunft der Quarterback Position in New York sichern und würde gleichzeitig auch die schlecht gestimmte Fanbase etwas beruhigen. Doch auch hier stellt sich die Frage nach Rosens Persönlichkeit. Wie wird er sich verhalten, wenn Eli Manning diese Saison vor ihm zum Starter erklärt wird und wie würde er die als äußerst aggressiv geltenden New Yorker Medien händeln?

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Los Angeles Chargers

Das dritte Team im Bunde hat mit Philip Rivers ebenfalls einen etablierten Quarterback und war das erste, das ein formales Angebot mitsamt eines Zweitrundenpicks für der ehemaligen Bruin abgab. Auch in Los Angeles würde Rosen mindestens ein Jahr auf der Bank sitzen und lernen, eine Umstellung für ihn, nachdem er letztes Jahr in Arizona den Großteil der Saison startete.

Rosen wäre zurück in seinem gewohnten Umfeld, da er in LA geboren wurde und auch schon im College bei UCLA dort spielte und bekäme die Möglichkeit ein Aushängeschild und ein Zuschauermagnet für eine Franchise zu werden, die nach ihrem Umzug noch Probleme hat. Die Chargers stecken im Markt Los Angeles hinter den erfolgreicheren Rams fest und da käme ihnen ein lokaler Held ganz recht, selbst wenn Rosen nicht sofort startet.