College Championship

06.02.2017, 09:30 Uhr J.B. News

Die Clemson Tigers schlagen den Favoriten, die Alabama Crimson Tide in buchstäblich letzter Sekunde mit 35:31 und holen sich den ersten National Title seit Ewigkeiten.

Es war ein Spiel, dass auch die Diskussion um den First Overall Pick wieder angeheizt haben dürfte, denn Clemson QB Deshaun Watson lieferte eine Spitzenleistung ab. Aber der Reihe nach: Alabama erhielt den ersten Kickoff, die Offense kam allerdings beim ersten Drive nicht wirklich weit und musste punten. Auch Clemson machte nicht wirklich viel aus dem ersten Ballbesitz im Spiel. Nach einem First Down mussten die Tigers den Ball durch ein Turnover on Downs wieder an Alabama zurückgeben. Diesen Drive beendete 'Bama allerdings besser, RB Bo Scarbrough lief den Ball aus 25 Yard in die Endzone und brachte den Favoriten in Führung. Die hochgelobte Offense der Tigers kam auch in der Folge kaum besser ins Spiel, mehrere Punts sowie ein Fumble von Deshaun Watson sorgten dafür, dass Alabama zu Beginn des zweiten Quarters sogar mit 14:0 in Führung gehen konnte. Clemson konnte die Führung bis zur Halbzeit durch einen TD-Run von Watson nur noch auf 7:14 verkürzen und Alabama schien das Spiel fest in der Hand zu haben.

Und auch die zweite Halbzeit begann nicht gerade optimal für die Clemson Tigers. Im ersten Drive nach dem Pausentee leistete sich das Team von HC Dabo Swinney gleich das nächste Fumble. RB Wayne Gallmann fumblete und Alabama legte im nächsten Drive ein Field Goal nach. Ein zehn-Punkte Rückstand gegen das Team von HC Nick Saban bedeutet normalerweise eine relativ sichere Niederlage, aber Clemson hatte andere Pläne. Nachdem beide Teams je einen Drive mit einem Punt beendete, kam die Offense der Tigers endlich in Fahrt. Mitte des dritten Viertels brachte Deshaun Watson sein Team mit einem 24-yd Pass zu WR Hunter Renfrow wieder auf ein Field Goal heran. Die Offense der Crimson Tide kam weiter kaum in Schwung, Freshman-QB Jalen Hurts gelang es nicht, einen konstanten Flow in seine Plays zu bringen. Manchmal hilft allerdings auch einfach die Defense mit. Kurz vor Ende des dritten Viertels fand Hurts seinen TE O.J. Howard, der mutterseelenallein auf dem Feld stand und sich vermutlich entspannt einen Tee hätte machen können bevor er zu seinem 68-yd Touchdown ansetzte. Die Antwort der Tigers ließ allerdings nicht lange auf sich warten, im nächsten Drive folgte ebenfalls ein TD und der drei-Punkte-Abstand behielt seine Gültigkeit. Zur Hälfte des vierten Viertels gelang Clemson sogar die erste eigene Führung des Spiels, nach einem 1-yd TD Run von RB Wayne Gallman stand es 28:24. Aber die Crimson Tide wären nicht die Crimson Tide, wenn sie einfach aufgegeben hätten. QB Jalen Hurts zeigte seine vielleicht beste Aktion des Abends und lief den Ball aus 30 Yard einfach selbst ins Ziel. Alabama also wieder in Führung und noch knapp zwei Minuten auf der Uhr.

Aller Druck also bei Clemson und QB Deshaun Watson, denen ein Field Goal für die Overtime gereicht hätte. Aber weder Watson noch die Tigers wollten in die Verlängerung und so spielten sie auf Sieg. Es gibt Gelegenheiten da zahlt sich Mut nicht aus, und alles war umsonst. Gestern allerdings war einer der anderen Tage. Diese Tage die lange im Gedächtnis bleiben werden und die Karrieren von Spielern definieren. Für Deshaun Watson bedeutet der letzte Drive, dass er vermutlich bald in Cleveland sein Geld verdienen wird. Clemson marschierte nämlich über 68 yard und Watson warf mit zwei Sekunden auf der Uhr den entscheidenden Touchdown zu WR Hunter Renfrow. 35:31, Jubel in Orange, lange Gesichter in Rot und Weiß. Der anschließende Kickoff wurde zum Onside Kick um Alabama ja keine Chance mehr zu geben. Clemson recoverte, kniete ab und die Emotionen brachen durch.

Am Ende bleibt ein Spiel, das lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur, weil Alabama endlich mal wieder besiegt wurde und sich nicht schon wieder den Titel holen konnte, sondern eben auch weil sich Clemson die Revanche sichern konnte und endlich die Titel-Durststrecke beenden konnte.
Wir freuen uns schon auf die Talente, die beide Unis im April in die NFL schicken werden, gestern Abend war bereits ein Fingerzeig was wir uns von Deshaun Watson und Co. erwarten dürfen.

Player of the Game: QB Deshaun Watson - Clemson Tigers: 36/56 | 420 Yds | 3 TD | 21 Car | 43 Yds | 1 TD