2019 Draft Recap - AFC West

29.04.2019, 10:57 Uhr T.H. Draft

Weiter in der AFC, die wir mit dem Westen nun auch abschließen. Ob sich alle Teams mit dem Draft mehr Qualität und auch wieder etwas mehr Konstanz ins Boot holen konnten, schauen wir nun.

Oakland Raiders

Dass die Oakland Raiders unter ihrem neuen Head Coach John Gruden ganz eindeutig in Richtung eines Neuanfangs unterwegs sind, konnte man bereits vergangenes Jahr erahnen, als man den wohl besten Spieler des Teams in Form von DE Khalil Mack zu den Chicago Bears tradete und dafür einige höherwertige Draft Picks erhielt. Nachdem man nun dieses Jahr in einem Trade mit Pittsburgh bereits einen der besten Wide Receiver der Liga ergattern konnte, nämlich niemand geringeren als Antonio Brown, warteten wohl so einige Fans gespannt darauf, was Gruden und Rookie General Manager Mike Mayock für den Draft geplant haben könnten, denn nicht nur die nach Mack´s Abgang kaum vorhandene Position des Edge Rushers musste addressiert werden. Nach dem nun endgültigen Retirement von Marshawn Lynch, musste außerdem ein neuer Runningback gefunden werden. Weiterhin hätte man wohl auch einen neuen Cornerback oder Linebacker dringend gebraucht um die Löcher in der wackeligen Raiders Defense zu stopfen. Letztendlich lief der Draft der Franchise dann aber folgendermaßen ab:

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
1 4 Edge Clelin Ferrell Clemson
1 24 RB Joshua Jacobs Alabama
1 27 S Jonathan Abram Mississippi State
2 40 CB Trayvon Mullen Clemson
4 106 Edge Maxx Corsby Eastern Michigan
4 129 CB Isaiah Johnson Houston
4 137 TE Foster Moreau LSU
5 149 WR Hunter Renfrow Clemson
7 230 DE Quinton Bell Prairie View A&M

Analyse

Als NFL Commissioner Roger Goodell den No. 4 Overall Pick, die erste Draft Choice der Oakland Raiders im 2019er NFL Draft, verkündete, klappte wohl so manchem Fan zunächst einmal die Kinnlade herunter. Anstatt für OLB Josh Allen oder DT Ed Oliver, hatte sich Mayock nämlich für den deutlich weniger hoch gewerteten Edgerusher Clelin Ferrell entschieden. So seltsam der Pick auch erscheinen mag, es ist trotzdem kein ganz schlechter. Ferrell war der zweitbeste reine Defensive End dieser Draft Class nach Nick Bosa, den sich die 49ers bereits an zweiter Draftposition sicherten. Mit 11,5 Sacks für Clemson im vergangenen Jahr gilt er als brandgefährlich für jeden Quarterback und wird wohl bald beweisen können, ob er den hohen Pick wert gewesen ist. Fakt bleibt jedoch Oakland hätte sicher auch noch einige Plätze zurück traden können (?), Draftkapital sichern und immernoch ihren Mann in Ferrell draften können.
Deutlich weniger kontrovers hingegen war der zweite First Round Pick des Teams. RB Joshua Jacobs war der beste Ball Carrier des Drafts und wirkt mit 1,78 m Körpergröße bei 98 kg Gewicht wie eine etwas kleinere Version von "Beastmode" Lynch. Sein aggressiver Laufstil, effiziente Cuts und seine ebenfalls soliden Talente im Passing Game sollten ihm schnell die Rolle des Three Down Starters einbringen.
Mit ihrem dritten Pick in der ersten Runde des Drafts schlugen die Raiders dann im defensiven Backfield zu, jedoch nicht wie vielfach erwartet in Form eines Cornerbacks. Nein, man wollte sich zuerst die Rechte an Safety Jonathan Abram sichern. Dieser ist kein typischer Ball Hawk, fängt also eher selten Interceptions, gilt aber als sehr sicherer und harter Tackler, beweist Athletik in der Pass Coverage und kann auch mal den einen oder anderen Blitz in Richtung Quarterback laufen, was er mit fünf Sacks in der 2018er Saison für Mississippi State bereits bewies. Er wird mit Karl Joseph und Lamarcus Joyner das Starting Safety Trio des Teams aus Oakland bilden.
Mit dem ersten Pick des zweiten Tages schlugen Gruden und die Raiders nun doch auf der Position des Cornerbacks zu. Trayvon Mullen, ehemaliger Teamkollege von First Rounder Clelin Ferrell, war vermutlich nicht die erste Wahl für Oakland, da Rock Ya-Sin aber einen Pick vor dem ursprünglichen Pick des Teams von den Indianapolis Colts gedrafted wurde, tradete man von Platz 34 zurück auf Platz 40 und fand dort den Defensive MVP des vergangenen College National Championship Games. In diesem erzielte Mullen neben fünf Tackles, einen Sack, einen forcierten Fumble und eine Interception. An Talent fehlt es ihm dementsprechend nicht und so sollte er schon bald ein Kandidat für einen der beiden Starterposten der Cornerbacks in Oakland sein.
In Maxx Corsby und Quinton Bell holten die Raiders in den späteren Runden des Drafts dann noch zwei weitere Kandidaten für die Quarterback-Jagd und sorgten dafür für die nötige Tiefe im Roster. Beide gelten als mögliche Rotationsspieler, mit geringen Chancen auf Starterjobs. Dasselbe gilt auch für CB Isaiah Johnson, der als umgewandelter Receiver zwar durch Tempo und Ball Hawk Skills besticht, aber noch an seiner noch nicht ausreichenden körperlichen Stärke arbeiten muss. Um das Passing Game noch etwas zu verstärken, wurden außerdem noch TE Foster Moreau und WR Hunter Renfrow gepickt. Renfrow könnte den Posten des Slot Receivers ergattern, der durch sein hohes Tempo und schnelle Beweglichkeit gut zu ihm passen würde, während Moreau wohl in einigen Jahren in die Fußstapfen von TE Jared Cook treten soll, den die Raiders an die Saints verlieren mussten. Bis dahin wird er jedoch erstmal der Backup von Darren Waller und Luke Wilson bleiben.

Fazit

Trotz der scheinbar relativ positiv ausgefallenen Analyse des Raiders Drafts, kann man in diesem Jahr nicht von einem wirklich guten Draft für Oakland sprechen. Die First Round Picks waren allesamt in Ordnung, keiner davon aber wirklich hervorragend. Clelin Ferrell anstatt von Josh Allen zu draften und nicht die Top Cornerbacks des Drafts zu addressieren, ist für uns kaum nachzuvollziehen. Josh Jacobs ist ohne Frage der beste Runningback des Drafts, verglichen mit den Top-Optionen der vergangenen Jahre aber eher ein Zweit- oder Drittrundentalent. Den wohl besten Pick ihres diesjährigen Drafts machten Mayock und Gruden als sie CB Trayvon Mullen drafteten, der ein enormes Upgrade auf dieser Position für Oakland darstellen dürfte. Nach ihm holte man dann abgesehen von Renfrow eigentlich nur noch Depth Player, um die Tiefe im Roster auf verschiedenen Positionen zu verstärken. Insgesamt konnte uns dieser Draft deshalb nicht überzeugen, was in der derzeitigen Rebuilding Phase der Raiders in keinem Fall von Vorteil sein dürfte. Sofern wir mit der Einschätzung recht haben, versteht sich.

Denver Broncos

Die Denver Broncos haben seit ihrem Sieg im Super Bowl 50 und dem Retirement von Quarterback Legende Peyton Manning nicht mehr die Playoffs erreichen können. Nach den QB's Trevor Siemian, Paxton Lynch, Brock Osweiler und Case Keenum, soll es nun Joe Flacco richten und die Mannschaft zurück in den Titelkampf führen. Davor wären aber noch einige Löcher im Roster zu stopfen, denn ein Quarterback allein, kann keine Spiele gewinnen... und ein Flacco in der Ravens-Form der letzten Jahre wohl erst recht nicht.
In Denver mangelte es vor dem Draft an einem starken Linebacker, nachdem man Brandon Marshall in der Free Agency hatte gehen lassen. Das Dauersorgenkind ist weiterhin die O-Line, woran auch die Verpflichtung von Tackle Ja´Wuan James nicht all zu viel ändern dürfte und auch auf den Positionen des Tight Ends, der inneren Defensive Line und der Receiver konnte man Verstärkung gebrauchen. Es war also offensichtlich, dass General Manager einen guten Draft abliefern musste, um seinem Team Hoffnungen auf eine solide Saison zu machen.

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
1 20 TE Noah Fant Iowa
2 41 OT Dalton Risner Kansas State
2 42 QB Drew Lock Missouri
3 71 DT Dre'Mont Jones Ohio State
5 156 LB Justin Hollins Oregon
6 187 WR Juwann Winfree Colorado

Analyse

Der Draft begann für Denver zunächst mit einem Knall als man den eigenen No.10 Overall Pick zu den Pittsburgh Steelers tradete, anstatt wie von vielen Experten erwartet Linebacker Devin Bush zu picken. Der Trade brachte allerdings sehr gutes Draftkapital und man konnte mit dem 20. Pick des Tages TE Noah Fant sichern, der als der beste Pass Catcher seiner Position galt. Er hat das Tempo, die Athletik und Körperkraft um Defensive Backs zu schlagen, das Field zu stretchen und stellt in jedem Fall ein Mismatch gegen die meisten Defender da. Ein klares Need wurde hier addressiert und man dürfte in ihm den Mann für die nächsten Jahre gefunden haben. Er passt zudem sehr gut zu QB Joe Flacco, der mit Vorliebe auf große Tight Ends passt.
Direkt in der zweiten Runde des Drafts holten die Verantwortlichen im War Room dann OT Dalton Risner und QB Drew Lock hintereinander nach Trade-Up für den Spielmacher. Beide galten bei einigen Experten als potentielle First Rounder. Risner füllt ein enormes Need in der Offensive Line, da Denver ihn als Guard oder Center einsetzten wird und Lock ist ein Quarterback für die Zukunft der Broncos, ganz nach Elways Wunschformat: groß, mit einem starken Arm und gutem Ball Placement. Er muss noch an seinem Footwork arbeiten und macht manchmal noch unsaubere Reads. Er wird mit Kevin Hogan und Rookie Free Agent Brett Typien zunächst um den Posten des Backups kämpfen, aber möglicherweise schon Ende der Saison als Starter das Feld betreten, je nach dem wir der Routinier sich schlägt.
Third Rounder Dre´Mont Jones soll die Defensive Tackle Position verstärken und wird wohl sofort große Spielanteile erhalten. Er ist blitzschnell nach dem Snap, athletisch und sorgte mit 13 Tackles for Loss in der vergangenen College Saison im Offensive Backfield seiner Gegner für Furore. Er wird wohl Shelby Harris ersetzten, sollte dieser nach der kommenden Saison als Free Agent das Team verlassen.
LB Justin Hollins ist zwar eigentlich ein Outside Player, Elway betonte aber nach dem Draft man würde ihn auch im Zentrum nutzen. Er hat solide Coverage und Pass Rushing Skills, muss aber noch an seiner physischen Stärke arbeiten und konstanter abliefern als er es im College tat. Dennoch ein ordentlicher Pick, da er das Potential für einen guten Backup mitbringt.
Juwann Winfree, WR aus Colorado, ist wohl der einzige etwas fragwürdige Pick der Broncos in diesem Draft, da man extra für ihn in der sechsten Runde hochtradtete, obwohl viele Experten erwarteten, er würde nicht einmal gedraftet werden. Der Wideout hat zwar ein solides Tempo und sehr sichere Hände, verpasste aber in den vergangenen Jahren viel Spielzeit aufgrund von Verletzungen. Man erhofft sich in ihm wohl eine ähnliche Cinderella Story, wie vergangenes Jahr mit Undrafted Free Agent RB Phillip Lindsay, der ebenfalls aus Colorado kam und es in seiner ersten Saison mit mehr als 1.000 Rushing Yards bis in den Pro Bowl schaffte.

Fazit

Insgesamt gelang GM John Elway hier nach dem hervorragenden Draft letztes Jahr nun schon der zweite Top Draft in Folge. In Noah Fant bekam man eine wichtige offensive Waffe, in Dalton Risner einen sofortigen Starter in der Offensive Line. Drew Lock wird möglicherweise die Zukunft auf der Quarterback Position abgeben und auch ansonsten sicherte man sich einiges an Talent, dass in jedem Fall das Team deutlich verstärken sollte. Einzige kleinere Mängel: Die Verpflichtung von WR Juwann Winfree muss sich erst noch als positiv herausstellen und es könnte sich als sehr negativ beweisen, dass man nicht früher als in der fünften Runde einen Linebacker verpflichtete, denn dies war auf defensiver Seite die wohl größte Sorge. Dennoch, alles in allem einer der besten Drafts dieser Saison.

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Los Angeles Chargers

Die Los Angeles Chargers spielten vergangenes Jahr eine bärenstarke Saison und schafften es bis in die Playoffs, wo man sich nach einem Sieg gegen Baltimore dem amtierenden Super Bowl Champion aus New England geschlagen geben musste. Man gilt entsprechend weiterhin als einer der Titelfavoriten und kaum eine Mannschaft hatte vor dem Draft wohl so wenige Rosstersorgen zu beklagen, wie die Chargers, die ein beinahe vollkommenes Team vorzuweisen hatten. Einige kleine Schwachstellen gibt es aber bekanntlich überall und so sehnte man sich in LA nach Verstärkung auf der Offensive Tackle, sowie Defensive Tackle Position und auch ein potenzieller Nachfolger für Dauerstarter QB Phillip Rivers könnte im Draft ins Auge gefasst werden.

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
1 28 DT Jerry Tillery Notre Dame
2 60 S Nasir Adderley Delaware
3 91 OT Trey Pipkins Sioux Falls
4 130 LB Drue Tranquill Notre Dame
5 166 QB Easton Stick North Dakota State
6 200 DE Emeke Egbule Houston
7 242 DT Cortez Broughton Cincinnati

Analyse

Mit Pick #28 in der ersten Runde des Drafts fiel den Chargers Defensive Tackle Jerry Tillery in die Hände, der einen wichtigen Need erfüllt, da man vor dem Draft gerade einmal drei Defensive Tackles im Roster hatte. Er ist ein sehr guter Pass Rusher und Run Stopper, was Joey Bosa und Melvin Ingram die Arbeit auf den Außenseiten der Line etwas erleichtern dürfte. Allgemein hat LA nun wohl die beste Defensive Line der Liga. Einziges Manko an Tillery; er ist etwas verletzungsanfällig und kommt gerade erst von einer Schulterverletzung zurück. Trotzdem ein wirklich guter Pick.
Nasir Adderly, Safety aus Delaware, soll den kürzlich abgegangenen Jahleel Addae ersetzten und das Free Safety Gegenstück zu Strong Safety Derwin James bilden. Mit gutem Tackling und Coverage Skills dürfte er die Rolle als sofortiger Starter gut erfüllen können und auch hier eines der Top-Safety-Duos der Liga bilden; erst Recht für die Zukunft.
Wie bereits erwähnt, brauchten die Chargers weiterhin Unterstütztung an den Außenseiten der Offensive Line. Diese fand man in Runde 3 des Drafts in OT Trey Pipkins. Der Division Two Player wird wohl etwas Zeit brauchen, kann aber nach ein bis zwei Jahren als Backup auf einen Starterposten hoffen.
Drue Tranquill stellt sich ebenfalls als solider Pick heraus. Der ehemalige Safety, den man später am College zum Linebacker transformierte, besitzt gute Coverage Skills, hat ein starkes Tempo und saubere Tackles zu bieten. Er wird sich wohl zunächst in der Rotation und im Special Team wieder finden, nachdem den Chargers dort Kyle Emanuel aufgrund von dessen Retirement verloren gegangen ist.
Ob er sich als Rivers Nachfolger qualifizieren kann, steht bisher in den Sternen, dennoch holte GM Tom Telesco in Runde 5 in QB Easton Stick keinen ganz schlechten. Der Nachfolger von Carson Wentz an der North Dakota State gewann in seinen drei Jahren als Starter zwei Championships und bringt eine gute Kombination aus akkuratem Passing, gutem Ball Placement, sowohl inner-, als auch außerhalb der Pocket und solider Beinarbeit nach Los Angeles. Er besitzt nicht den stärksten Arm und gilt deswegen nicht als Top-Tier QB, könnte sich in diesem Punkt aber als Backup von Phillip Rivers definitiv noch verbessern.
Die Sechst- und Siebtrundenpicks der Chargers, DE Emeke Egbule und DT Cortez Broughton, sollen die Tiefe im Defensive Line Chart des Teams bringen und gelten als Development Player. Wenn sie es in den Final Roster schaffen, wird man an ihrer Entwicklung sehen ob sie es eines Tages zum Starter bringen können, bisher stehen alle Zeichen aber eher auf Cut oder Practise Squad.

Fazit

Auch die Los Angeles Chargers konnten mit ihrem Draft durchaus überzeugen, erhielen für die ersten drei Picks sogar Bestnoten bei einigen Experten und sicherten sich in Jerry Tillery und Nasir Adderly gleich zwei defensive Starter. Jede der eigenen Draft Choices wirkt durchdacht und folgte dem Prinzip "Best Player Available", allerdings immer auf die eigenen Needs bezogen. Ohne Frage ist der Draftplan von Tolesco aufgegangen und das ohnehin schon starke Chargers Team wurde sowohl defensiv, als auch offensiv verstärkt und mit Potenzial beliefert.

Kansas City Chiefs

Ebenso wie die Chargers gelten auch die Kansas City Chiefs als einer der Super Bowl Favoriten. Das Team hat seinen neuen Topspieler in QB Patrick Mahomes gefunden, der letztes Jahr in seiner ersten Saison als Vollzeitstarter, nicht nur mehr als 5.000 Yards und 50 Touchdowns bei einem 113,8 Quarterback Rating erzielte, sondern auch direkt zum First Team All-Pro, Pro Bowler, Offensive Player of the Year und MVP gewählt wurde. Ähnlich wie bei LA, gab es auch in Kansas City vor dem Draft nur kleinere Draft Needs, wie die Verpflichtung von Defensive Backs und einem Wide Receiver, da Tyreek Hill derzeit aufgrund von Gewalt gegenüber seinem eigenen Sohn angeklagt ist und möglicherweise noch vor Beginn der Saison released wird. Ohne einen First Round Pick, startete man also in den 2019er Draft, mit dem Ziel sich vor Allem in der Tiefe des Rosters zu verbessern.

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
2 56 WR Mecole Hardman Georgia
2 63 S Juan Thornhill Virginia
3 84 DT Khalen Saunders Western Illinois
6 201 CB Rashad Fenton South Carolina
6 214 RB Darwin Thompson Utah State
7 216 OG Nick Allegretti Illinois

Analyse

Mecole Hardman von Georgia lässt alles darauf schließen, dass das Team aus Kansas City zumindest mit dem Gedanken spielt sich von WR Tyreek Hill zu trennen. Dies ist deshalb wahrscheinlich, da Hardman exakt der selbe Spielertyp ist wie Hill: Blitzschnell, sehr athletisch und schwer zu tacklen. Er wird eine sofortige Chance haben zu starten und wohl auch im Kick Return Game eingesetzt werden. Insgesamt ein sehr guter und notwendiger Pick, sollte sich das Team gezwungen sehen die Notbremse bei Hill zu ziehen.
S Juan Thornhill wird ebenfalls sofort eine Chance haben sich einen Starterposten zu erkämpfen, da die Chiefs außer Tyrann Mathieu bisher keinen klaren Kandidaten für diese Position vorgesehen haben. Der ehemalige Virginia Absolvent besitzt solide Coverage Skills und steht als knallharter Tackler jedem Target, wie eine Mauer im Weg.
Von der dritten Runde des Drafts an suchten die Chiefs nun nur noch nach Spielern um dem Kader Tiefe zu verleihen. Beste Chancen auf einen Starting Job in der Zukunft hat dabei vermutlich DT Khalen Saunders, der wohl nach dem Prinzip "Masse ist Macht" lebt. Mit 324 Pfund Körpergewicht stellt er einen absoluten Run Stopper da, der nach einiger Zeit hinter den Defensive Tackles Chris Jones und Derrick Nnadi den Posten des Nose Tackles für sich beanspruchen könnte.
CB Rashad Fenton tritt der Gruppe junger Developmental Defensive Backs neben Keith Reaser und Tremon Smith bei und könnte mit ihnen um den Posten des Nickelbacks antreten. Reaser und Smith haben aufgrund der höheren Spielerfahrung jedoch beide eine bessere Chance, diesen zu ergattern.
Eine bereits gut besetzte Gruppe von Veteranen auf der Runningback Position betritt Darwin Thompson, der anders als die beiden Power Runner Damien Williams und Carlos Hyde ein etwas leichterer, dafür aber schnellerer Ball Carrier ist. Er erzielte im vergangenen College Jahr trotz seiner kleineren Gestalt über 1.100 Rushing Yards und stellt außerdem auch eine Gefahr im Passing Game da. Ein schöner Value Pick in den späten Runden für Kansas City.
Zu guter Letzt fand Nick Allegretti bei den Chiefs sein erstes NFL Zuhause. Der Center wird hinter Austin Reiter für Tiefe auf dieser Position sorgen, nachdem man in der Free Agency Starter Mitch Morse an die Buffalo Bills verloren hatte.

Fazit

Als letztes Team in der AFC West sorgten die Kansas City Chiefs für einen soliden Draft, wenn man bedenkt, dass der eigene First Round Pick quasi in der Verpflichtung von Defensive End Frank Clark endete, den man nach dem Abgang von Dee Ford benötigte. In WR Hardman und S Thornhill sicherte sich GM Brett Veach zwei potenzielle Day One Starter und sorgte ansonsten für Tiefe im Roster auf offensiver und defensiver Seite. RB Darwin Thompson stellt dazu noch einen schönen Value Pick im späten Verlauf des Drafts dar, der der Chiefs Rushing Attack noch etwas mehr Variabilität verleiht. Insgesamt blickt man in Kansas City sicher nicht auf einen der besten Drafts zurück, ließ sich aber im Allgemeinen auch nicht viel zuschulden kommen. Lediglich die Tatsache das man sich gar keinen Linebacker holte und Corner auch recht spät anging, ist etwas fragwürdig.