2019 Draft Recap - NFC South

29.04.2019, 10:56 Uhr Draft

Kommen wir heute zu der NFC South. Die Division mit den wenigsten Picks in diesem NFL Draft. Können die Buccaneers den Kontakt zu den drei anderen Teams durch den Draft wieder herstellen? Werfen wir einen Blick drauf.

Tampa Bay Buccaneers

Es liegt mal wieder eine turbulente und erfolglose Saison hinter den Floridianern und auch diese Offseason deutet abgesehen vom neuen Coaching vielleicht bisher nicht auf erhöhte Stabilität hin. Über Langeweile können sich Fans immerhin nicht beschweren. Wie sieht es da mit dem Draft aus?

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
1 5 LB Devin White LSU
2 39 CB Sean Bunting Central Michigan
3 94 CB Jamel Dean Auburn
3 99 S Mike Edwards Kentucky
4 107 DL Anthony Nelson Iowa
5 145 K Matt Gay Utah
6 208 WR Scott Miller Bowling Green
7 215 DT Terry Beckner Missouri

Analyse

Wenig überraschend nehmen die Bucs Devin White auf #5. Sie befriedigen nach dem Weggang von Kwon Alexander damit den offensichtlichen Need für Linebacker mit einem guten Spieler. Auch wenn sicher bessere Optionen verfügbar waren und ein Passrusher a la Josh Allen in Tampa sicherlich gern gesehen wäre, kann man den Pick kaum kritisieren. Also kann man schon, haben auch einige getan, wir tun es aber nicht.
CB Sean Bunting ist ein Spieler, den viele wohl nicht kennen, doch die Draftposition ist durchaus verdient. Er ist wohl der beste Corner des Teams ab Tag 1, allerdings hätte man hier auch noch einen bei uns und wohl fast allen höher eingeschätzten Greedy Williams haben können.
Mit CB Jamel Dean landete man in Runde 3 einen herausragenden Athleten, der jedoch schon mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatte. Wie schon letztes Jahr draftet das Team also zwei DB's an Tag 2, was alles über ihr Vertrauen in die Secondary aussagt. Durchaus verständlich nach letzter Saison. Dazu kommt nur fünf Picks nach Dean auch noch Mike Edwards, ein Do-it-All Safety, der alles einigermaßen, aber nichts wirklich herausragend macht. Ebenfalls der Defensive helfen soll Anthony Nelson, der Defensive End oder 3-Technique Tackle spielen kann und nach der Verletzung von Jason Pierre-Paul wohl eine größere Rolle einnehmen wird, als das den Verantwortlichen lieb war.
Weil Tampa so gute Erfahrungen mit dem Draften von Kickern gemacht hat, wählten sie Matt Gay in der fünften Runde. Abgesehen davon, dass das insgesamt schon nicht gut ist Kicker zu draften, kommt jetzt der Knaller: Die Tampa Bay Buccaneers haben in den letzten sechs Jahren genauso viele Kicker gedraftet, wie Passrusher! Lasst das mal auf euch wirken.
Nun gut, WR Scott Miller hat als Adam Humphries Ersatz Chancen aufs Roster genau wie DT Terry Beckner, der in Runde 7 zumindest gutes Value war.

Fazit

Es war sicherlich richtig die Defensive zu fokussieren und besser sollte sie durch die Picks auch geworden sein, allerdings sind wir der Meinung, dass hier noch deutlich mehr möglich gewesen wäre. Besonders die Picks in den Runden 3-5 sind schon alles andere als safe in unseren Augen. Und der Edgerusher fehlt irgendwie immer noch. So wird man wohl kaum auf Augenhöhe mit den Divisionsrivalen kommen.

Carolina Panthers

Als gutes Team in einer sehr guten Division fühlt es sich jedes Jahr irgendwie so an, als wäre Carolina einfach immer diesen Tick zu schwach. Ändert sich das mit diesem Draft?

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
1 16 Edge Brian Burns Florida State
2 37 OT Greg Little Ole Miss
3 100 QB Will Grier West Virginia
4 115 Edge Christian Miller Alabama
5 154 RB Jordan Scarlett Florida
6 212 OT Dennis Daley South Carolina
7 237 WR Terry Godwin Georgia

Analyse

Die Panthers gingen mit zwei großen Needs in diesen Draft, Passrush und Offensive Tackle. Mit den Möglichkeiten Brian Burns vs. Andre Dillard konfrontiert, entschied sich GM Marty Hurney für die Defensive, was bei den noch vielen Tackles auf dem Board die richtige Entscheidung war. Schließlich bekam man nach einem Trade über zehn Spots auch noch Greg Little, sodass beide Needs mit den ersten beiden Picks qualitativ abgedeckt werden konnten. DE Brian Burns muss noch stärker werden und wird sich erst an das für ihn ungewohnte System gewöhnen müssen. Er ist der Typ Edgerusher, der über die Geschwindigkeit als OLB kommt, wird im 4-3 als End aber deutlich näher an der Line of Scrimmage stehen. Er hat aber die Fähigkeiten das zu lösen.
Ähnliches gilt auch für Little allerdings in puncto Konstanz. Persönlich müssen wir hier auch ganz klar sagen, dass wir einen Cody Ford oder Dalton Risner ihm vorgezogen hätten.
QB Will Grier stellt an #100 ein gutes Value dar. Carolina hofft wohl einen brauchbaren Backup zu entwickeln, das wirft jedoch auch gleichzeitig Fragen über Cam Newtons Gesundheit auf. Die Qualität des Christian Miller-Picks hängt davon ab, wie der vielseitige Spieler eingesetzt wird - Linebacker oder Passrusher ist möglich - und ob er gesund bleiben kann, was am College nicht immer der Fall war.
RB Jordan Scarlett ist für uns zu früh genommen worden, verglichen mit den verfügbaren Backs, die noch auf dem Board waren. Zumal er auch schon durch Off-Field Issues aufgefallen ist. OT Dennis Daley und WR Terry Godwin wurden dagegen an den richtigen Spots genommen und werden um die 53 kämpfen.

Fazit

Ein sehr solider Draft für Carolina, nicht mehr, nicht weniger. Wenn Burns richtig eingesetzt wird, sollte er ein Steal an #16 sein, dafür gefällt uns Little nach Up-Trade nicht wirklich. Dennoch, die Fans können insgesamt glücklich und zufrieden sein, sollten aber ihre Erwartungen noch nicht zu hoch ansetzen.

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Atlanta Falcons

Nach einer sehr enttäuschenden Saison kommt fast das ganze Team zurück, um endlich in ihrer Endplatzierung auch ihrer Qualität zu entsprechen. Hier erklären wir, wie die unerwartet hohe Draftposition der Falcons genutzt wurde.

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
1 14 OG Chris Lindstrom Boston College
1 31 OT Kaleb McGary Washington
4 111 CB Kendall Sheffield Ohio State
4 135 DE John Cominsky Charleston
5 152 RB Qadree Ollison Pittsburgh
5 172 CB Jordan Miller Washington
6 203 WR Marcus Green UL Monroe

Analyse

OG Chris Lindstrom mit Pick #14 war schon eine Überraschung, denn es wurde doch eher mit einem Passrusher gerechnet, bzw. wenn ein O-Liner, dann mit einem anderen. Dennoch, für Fans könnte es sich in eine positive Überraschung entwickeln, denn Lindstrom verbessert sofort die Offensive Line und wird wohl ein Starter für die nächsten Jahre höchstwahrscheinlich als rechter Guard von Tag 1 an sein. Die Offensive Line hatte bei GM Thomas Dimitroff scheinbar klare Priorität, denn mit einem zumindest recht günstigen Trade sicherten sich die Falcons in OT Kaleb McGary ihren rechten Tackle der Zukunft. Einserseits muss man Tackles zu früh draften, andererseits ist die erste Runde arg früh für einen Spieler, der aufgrund seiner unterdurchschnittlichen Athletik Probleme mit Speedrushern und Reachblocks hat, besonders wenn Spieler wie Cody Ford, Jawaan Taylor oder Dalton Risner noch verfügbar waren.
Der Trade führte darüberhinaus zu der negativen Entwicklung, dass man am kompletten zweiten Tag keinen Draftpick hatte. So ging es erst in Runde 4 weiter. CB Kendall Sheffield ist ein überragender Athlet allerdings ohne Technik oder Instinkt. Er stellt an #111 aber zumindest gutes Value dar, ebenso wie DE John Cominsky, dem man aber nach Division II College Zeit geben muss, sich an das viel höhere Niveau zu gewöhnen. Als 3-4 DE ist er darüberhinaus wohl auch kein Upgrade für den Passrush.
CB Jordan Miller ist ein guter Pick, der sich über die Special Teams einen Platz am Roster sichern könnte. Einige Picks zuvor ging RB Qadree Ollison nach Georgia, den wir für einen schlechten Pick halten, weil er zu steif ist und auch null im Passing Game hilft. Was WR Marcus Green angeht, werden wir nicht mal so tun als hätten wir ihn vor dem Draft gekannt. Also wer weiß, vielleicht wird er ja was.

Fazit

Atlanta ist schwierig zu bewerten, da sie sich als Team sicherlich verbesserten, wir aber das Gefühl nicht loswerden, dass noch ein bisschen mehr gegangen wäre. In der O-Line hat man nun fünf First Rounder, allerdings war Lindstrom für uns etwas früh und McGary sehr unverständlich. Da uns auch in den späten Runden nichts vom Hocker reißt, müssen wir diesen Draft negativ einordnen.

New Orleans Saints

In beeindruckender Weise schafft es das Team mit einer All-In Strategie Jahr für Jahr einen starken Roster zu stellen, um doch noch einen Super Bowl mit Drew Brees zu gewinnen. Das Resultat dieser Strategie sind allerdings auch wenige Draftpicks in diesem Jahr. So wurden diese genutzt:

Übersicht

Runde Pick Position Spieler College
2 48 C Eric McCoy Texas A&M
4 105 S Chauncey Gardner-Johnson Florida
6 177 S Saquan Hampton Rudgers
7 231 TE Alize Mack Notre Dame
7 244 LB Kaden Elliss Idaho

Analyse

Aufgrund von einem relativ gut aufgestellten Kader mit wenigen, wirklichen Needs aber auch kaum hohem Draftkapital, was an dem kritisierten und teueren Trade-Up im letzten Draft lag, mit dem sich die Saints einen zumindest vielversprechend aufspielenden DE Marcus Davenport sicherten, machte es durchaus Sinn weiter Risiko zu gehen. So tradete man für den ersten Pick in der zweiten Runde erneut nach oben, was dazu führte, dass es erst am dritten Tag mit Big Easy Picks weiterging. Bei Eric McCoy hat sich das aber wohl gelohnt, denn GM Mickey Loomis draftet damit den neuen Starting Center, um den zurückgetretenen Max Unger zu ersetzen. Das wird wohl extrem nah am Idealszenario von New Orleans gelegen haben. McCoy war der bestverfügbare Center und ein absolut passendes Value an #48.
Rein sportlich betrachtet wurde man auch mit dem zweiten Pick absolut belohnt, für den man erneut einige Positionen nach oben spazierte. Safety war nach dem Abgang von Kurt Coleman und mit dem auslaufenden Vertrag von Vonn Bell das andere größere Need. Chauncey Gardner-Johnson ist als variabler Alleskönner hier mindestens ein Zweitundentalent und für uns ein klarer Steal, war er doch unser zweitbester Safety auf dem Board. Allerdings sagt seine Verfügbarkeit in Runde 4 wohl auch einiges darüber aus, was die Teams von seinem Charakter halten. Nichtsdestotrotz ein starker Value so weit hinten im Draft.
Da es danach dann erst in Runde 6 und zweimal Runde 7 weiterging, ist es schwer die Picks noch großartig zu analysieren. Auf Safety legte man zunächst mit Saquan Hampton nach, der weitere Tiefe bringt, wenn er es in den Roster schafft. TE Alize Mack und LB Kaden Elliss sind ebenfalls noch unterentwickelte Traitsspieler mit hohem Potential, die guten Value darstellen und mindestens über Special Teams das Feld sehen könnten.

Fazit

Eric McCoy und Chauncey Gardner-Johnson sind also im Endeffekt die Belohnung für das teure Hochtraden mit den Packers im letzten Jahr. Na, wenn das immer so klappen würde, würden sicher viele Teams dem Beispiel folgen. Klar, die Saints hatten bei CGJ sicherlich das Glück, dass dieser soweit absackt, haben insgesamt aber auch einen herausragenden Job gemacht, angesichts des wenigen Kapitals mit dem sie aus dem Draft hervorgingen. Die wenigen Needs adressiert und bewiesen, dass man für einen guten Draft nicht zwingend viele Picks haben muss.