2019 Top 5 Prospects - Edge Rusher

18.03.2019, 12:19 Uhr Draft

Braucht euer Team einen Edge Rusher a la Von Miller, der Quarterbacks von der Blindsite umnietet und für wichtige Turnover sorgt? Glück gehabt, denn diese Draftklasse bietet uns von dieser Kategorie so viele Spieler, wie schon seit Jahren nicht mehr.

Los geht's mit einem Namen, den vermutlich die meisten von euch schon gehört haben... zumindest die Hälfte.

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Edge Rusher

1. Nick Bosa - Ohio State

Ihr kennt alle Joey Bosa? Dann kennt ihr auch Nick. Abseits des Feldes fehlt Nick Bosa die kräftige Nase seines älteren Bruders, aber auf dem Feld sieht er ihm zum Verwechseln ähnlich.

Das Schwierigste beim Bewerten von College Edgerushern ist, mit welchen ihrer "Werkzeuge" sie auch in der NFL Gegner schlagen können. So kann ein Spieler im College zum Beispiel durch pure Athletik schwache Tackles, die niemals in der NFL spielen werden, schlagen und so starke Statistiken haben. Das ist gut und hilft ihrem Team. Bei den Profis wird auf sie dann dennoch einiges an Arbeit zukommen, denn dort ist jeder Spieler ein großartiger Athlet.

Bosa ist in dieser Hinsicht ein einfach zu evaluierender Spieler. Wie Joey ist er technisch auf einem völlig anderen Niveau als der Rest dieser Klasse. Er ist kein schlechter Athlet, aber seine Technik ist es, die ihn zu einem außergewöhnlichen Prospect macht. Er kann durch Rip Moves über außen gewinnen, seine Gegner innen schlagen und sticht bei beinahe jedem Play hervor. Gegen den Lauf ist er kaum schlechter. Er verpasste einen Großteil dieser Saison durch eine Bauchmuskelverletzung, die allerdings mittlerweile vollständig auskuriert ist.

Overhyped? Keineswegs! Nick Bosa ist einer der besten zwei Spieler dieser Draftklasse und sollte euer Team ihn ziehen, dürft ihr euch glücklich schätzen. Dafür wird es aber wohl in der Top3 picken müssen.

2. Brian Burns - Florida State

FSU's Brian Burns erinnert etwas an Randy Gregory. An Gregory auf dem Platz natürlich, nicht den ständig gesperrten Gregory.

Groß, mit langen Armen und einem fantastischen Antritt. Brian Burns ist konstant der erste aus den Startblöcken und hat durch seine natürliche Reichweite fast immer einen Vorteil gegenüber Offensive Tackles. Doch er ist mehr als ein eindimensionaler Speedrusher, Burns ist wie Bosa technsich bereits recht weit entwickelt und kann zwischen verschiedenen Moves variieren und seine Gegner auf Trab halten.

Vor der Combine war sein Gewicht ein großes Thema, da er bei Florida State nur mit 235 Pfund gelistet war und gemunkelt wurde, dass selbst dieser Wert noch geschönt war. Beim Weigh-In brachte er 14 Pfund mehr auf die Waage und brachte dennoch fantastische Werte bei den Workouts, womit sich diese Frage erlediigt haben sollte. Gegen den Lauf wird er nie ein überragender Spieler sein, aber mehr als solide allemal.

Das wird wohl locker für die Top10 reichen, zumal genügend Teams auf fähige Passrusher schielen, die im Fall der Rookies zunächst auch noch günstig sind.

3. Josh Allen - Kentucky

Uns wurde bereits letztes Jahr vorgeworfen Josh Allen Hater zu sein, wir hoffen dass wir diesen Fehler dieses Mal nicht wiederholen! Obgleich wir ihn im Gegensatz zu anderen "nur" als drittbesten Edge Rusher sehen.

Gleicher Name, anderer Spieler. Was diesen allerdings mit dem Bills Quarterback verbindet ist, dass auch Kentuckys Josh Allen ein fantastischer Athlet ist. Bei den Wildcats wurde er teils als Defensive End und teils als 3-4 OLB eingesetzt, sodass er trotz seinen prototypischen Maßen auch etwas in Coverage droppen kann. Konzentrieren sollten sich Coaches aber lieber auf seine Fähigkeiten als Passrusher. Ähnlich wie Burns besticht er durch seine starke Athletik und seinen Get-Off.

Er ist jedoch einer dieser Fälle, bei denen Statistiken nicht die ganze Wahrheit verraten. Bei vielen seiner Sacks war er aufgrund von Stunts ungeblockt oder konnte schwache OT's von außen einfach überlaufen. Technisch hat er von 2017 zu 2018 einen großen Schritt gemacht, was uns optimistisch stimmt, dass er sich auch in der NFL weiter verbessern kann. Denn das muss er. Noch lebt er zu sehr von seinem Rip Move über außen. Nichtsdestotrotz sollte er in der ersten Hälfte der ersten Runde vom Board gehen, denn einen Spieler mit seinen Voraussetzungen findet man nur selten.

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4. Clelin Ferrell - Clemson

Der Vierte auf unserer Liste war 2018 ein Teil der stärksten Defensive Line im College Football und er hatte großen Anteil daran!

Clelin Ferrell ist zwar nicht die Art Athlet wie Burns oder Allen und vermutlich auch nicht wie Bosa, aber dennoch sollte er sehr produktiv in der NFL werden. Er ist ein deutlich schwerer Spieler und kommt meist durch Bullrushes und Inside Moves zum Quarterback. Andere mögen den Weg über außen um Offensive Tackles wählen, er nimmt lieber den direkten Weg mittendurch.

Bei Clemson spielte er gegen starke Gegner wie beispielsweise Alabamas Jonah Williams, dem er im National Championship gehörig Probleme bereitete und auf seinen Hintern beförderte. Ferrell mag vielleicht nicht das höchste Potential haben, ist dafür aber ein eher sicherer Pick, wenn es so etwas überhaupt gibt. Sack Totals werden seine Leistungen nicht immer wiederspiegeln, aber mit Pressures und Hurries wird er Quarterbacks das Leben schwer machen - ähnlich wie Phillys Brandon Graham.

Auch für den Tiger wird es einen Platz in der ersten Runde geben.

5. Montez Sweat - Mississippi State

Frage: Wieso landet MSU's Montez Sweat nach seiner historisch starken Combine bei uns nur auf Platz fünf?

Antwort: Sweat war eine der kompliziertesten Einschätzungen dieses Jahres. Auf seinem College Tape sah er nach einem Spieler aus, der trotz seiner langen, schmalen Statur eher mit Power als mit Speed gewann. Mit seinen langen Arme hatte er stets einen Reichweitevorteil gegenüber Gegnern und konnte sie so außer Balance bringen. Verstärkt wurde dieser Eindruck beim Senior Bowl, bei dem er gut aussah, uns aber an Skills nicht viel Neues zeigte. Wir erwarteten eine maximal durchschnittliche Combine und sahen ihn als guten 2nd Round Pick.

Seine Werte bei der Combine bieten uns nun ein Dilemma. Vertrauen wir dem was wir auf dem Platz sahen oder legen wir starken Wert auf seine Combine Ergebnisse. Wir wählten den Mittelweg und schoben ihn in die erste Runde, allerdings nicht so hoch, wie er vermutlich Ende April gehen wird. Wie ihr das handhabt, müsst ihr selbst wissen. Die Mitte März diagnostizierten Herzprobleme scheinen übrigens nur ein sehr geringes Risiko darzustellen.