2019 Top 5 Prospects - Safety

18.03.2019, 12:26 Uhr T.H. Draft

Weiter geht es mit unseren Prospect-Rankings für den kommenden Draft.

Heute mit einer Position, die gerne mal unterschätzt wird, aber durchaus spielentscheidend sein kann. Die Rede ist von den Safeties. Sie sind oftmals die letzte Hoffnung der Defense. Die Free Safeties unterstützen die Cornerbacks und versuchen tiefe Pässe zu verhindern, während die Strong Safeties hauptsächlich in der Laufverteidigung aktiv sind und sich oftmals als harte Hitter auszeichnen.

Im Gegensatz zur Free Agency werden die Safeties im Draft aber wohl nicht die Hauptrolle spielen.

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Safety

1. Nasir Adderley - Delaware

An der Spitze ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Prospects, mit dem aus unserer Sicht minimalen Vorteil für Delawares Safety Nasir Adderley.

Dieser konnte in seinen vier College Jahren mit stolzen 226 Tackles überzeugen. Mit einer Größe von 1,83 m und einer Armlänge von knapp 79 cm eignet er sich für so gut wie jedes Defensivsystem. In Delaware spielte er sowohl Single-High, in der Box, als auch im Slot auf einem hohen Level. Die große Variabilität zeigt sich auch bei Blitzes und in der Run-Defense, wo er dank verbessertem und hartem Tackling ebenfalls eine Verstärkung für Teams sein sollte.

Allerdings tendiert er auch zu "jugendlichem Übermut", reagiert teils zu schnell und gesteht sich somit leichte Fehler ein. Etwas mehr Erfahrung würde ihm im Bereich Man Coverage zu Gute kommen, da er in den vergangenen zwei Jahren fast ausschließlich sehr tief in der Zone Coverage aufgestellt wurde.

Ihr merkt, es ist extrem schwierig relevante negative Punkte an Adderley auszumachen, denn auch Off-Field Issues oder eine Verletzungshistorie sucht man bei ihm vergeblich. Obwohl er ein sog. Small School Prospect ist, ist der 23-jährige dank seiner Vielseitigkeit, guten Instinkten und einer schnellen Reaktionsfähigkeit zum Top-Safety in dieser Draftclass avanciert, der in der ersten Runde von Board gehen sollte.

2. Chauncey Gardner-Johnson - Florida State University

Hinter Adderley sehen wir unmittelbar Florida Gators Safety Chauncey Gardner-Johnson. CGJ bringt alles mit, was ein Rookie Safety im Draft mit zu bringen hat.

Er ist genau wie der Vorhergenannte sehr athletisch und flexibel einsetzbar. Er hat im College als Single Back Safety, als auch in der Man-Coverage fungiert und hat sich dank solider Tackles auch zu einem aggressiven Run Defender entwickelt. Dank seiner großen Armspannweite hat CGJ einige Vorteile in 1on1 oder 2on1 Duellen und kann mit seinen idealen physischen Eigenschaften perfekt die Routen der gegnerischen Receiver spiegeln.

Allerdings fehlt ihm ab und an die Fähigkeit den Spielzug des Gegners früh genug zu erkennen, sodass Gardner Johnson hier und da einen Schritt zu spät ins Duell geht und dieses dann verliert. Um das zu kompensieren, fällt er seine Entscheidung sehr früh, wodurch er relativ anfällig für Täuschungen und Fehler ist.

Nichtsdestotrotz ist der 21-jährige mit seiner Vielseitigkeit auf der Position, besonders aber in Zone Coverage ein Top Prospect, dessen Stunde auch an Tag eins schlagen sollte und der in der NFL umgehend starten kann.

3. Taylor Rapp - Washington

Auch wenn er es noch auf das Treppchen geschafft hat, sehen wir hier im Vergleich zu den beiden bereits analysiertenen einen Leistungsabfall, wobei Washingtons Taylor Rapp auch ein anderer Spielertyp ist; eben ein typischer Strong Safety.

Rapp ist durch seine körperlichen Gegebenheiten und sehr guten Instikte ein sehr effektiver Verteidiger. Besonders hervorzuheben sind aber seine starken Blitze, da er den Quarterback schnell ins Auge fasst und ihn dann auch zu Boden bringen kann. Er läuft immer auf Hochtouren und ist in Sachen Runverteidigung um jeden Zweifel erhaben. Scouts lieben darüberhinaus seinen super Football-IQ und seine Leistungsbereitschaft.

Die Concerns betreffen dagegen seine Coverage Fähigkeiten, wo er doch limitiert ist. Aufgrund einer fehlenden Reichweite dank Geschwindigkeitsnachteilen ist er kein Safety, der Receiver auch tief in Man Coverage nehmen kann. Bei den Huskies ist das zwar noch ganz gut ausgegegangen, aber NFL Teams sollten nur im Notfall auf ihn in der Coverage vertrauen, zumal er auch nicht der beste Ballfänger ist, was er mit einigen Drops im College bewiesen hat.

Für Teams mit Strong Safety Need ist Rapp ein smarter und auch relativ sicherer Pick, der das Potential hat sich in seinen Schwachstellen in Zukunft zu verbessern. Spätestens in Runde zwei sollte sein Name aufgerufen werden.

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4. Deionte Thompson - Alabama

Bei einigen die Nr. 3 auf dieser Position, hat es Alabamas Deionte Thompson - nicht zu verwechseln mit Bills WR Deonte Thompson - bei uns nicht aufs Treppchen geschafft.

Nachdem Gang in die NFL vom letztjährigen 1st Round Pick Minkah Fitzpatrick hatte der 22-jährige abgelaufene Saison sein Breakout bei den Crimson Tide. In der ersten Saisonhälfte war er der überragende Mann auf der Position im College, danach brach der All-American Safety aber leider mehr und mehr ein.

Thompson ist aber definitv ein sehr gut ausgebildeter Safety. Durch seine Armlänge hat er eine große Reichweise und kann diese auch gekonnt in der Pass-Coverage einsetzen. Dabei hat er extrem gute Ball Skills und kann mit einem starken Timing und richtigen Winkeln zum Receiver den Catch im entscheidenden Moment unterbinden.

Große Fragezeichen gibt es aber an den zuletzt gezeigten Leistungen. Er hat unerklärlicherweise Tackles verpasst, einfach Bälle nicht gefangen und simple Plays gegen sich verloren, was auch auf seine schwache Antizipation zurückzuführen ist. Er ist zwar bereit in Sachen Run Defense als aggressiver Spieler zu arbeiten, muss aber definitiv seine Tacklings verbessern. Auch für die Box fehlt es ihm an Stärke und Instinkten und ist auch in der Man Coverange eher durchschnittlich unterwegs.

"The Sky is the Limit" für Thompson, allerdings nur, wenn er stark an sich arbeitet und wohl auch nur als Deep Safety in der Zone Coverage. Er hat zweifelsohne das Talent ein super Free Safety in der Liga zu werden, das Team, das ihn wohl in Runde zwei pickt, muss sich aber im Klaren sein, dass ein gewisses Risiko mit seiner Wahl einhergeht.

5. Johnathan Abram - Mississippi

Der letzte auf der Liste ist Mississippis Johnathan Abram, an dem sich ebenfalls die Geister scheiden.

Hier haben wir wieder eher den Typ Strong Safety "vor uns", der auch Qualitäten als Nickel Linebacker hat. Unabhängig davon, wo er aufgestellt ist, spielt Abram extrem physisch und ist aufgrund seiner Toughness äußerst präsenter Tackler in der Box. Hitting und Run Defense sind entsprechend die Highlights in seinem Resume. Auch mit Tight Ends in Manndeckung und Receivern in kurzen Zonen kann er es aufnehmen, da hören seine Coverage Skills dann aber auch auf.

Er wirkt in seinen Aktionen oftmals etwas unkontrolliert, weil er hier und da mit etwas zu vielen Aggressionen zu Werke geht. Darüber hinaus hat er Probleme mit Kontakt in der Coverage. Er konzentriert sich viel zu sehr auf seinen Gegenspieler und vernachlässigt dabei das Spielgerät. Gegen gute NFL Receiver wird er ordentliche Probleme bekommen, da er zumeist auch falsch zum Ball/Gegner steht. Turnover in Form von Interceptions braucht man mangels Antizipation und Ball Skills eher nicht von ihm erwarten.

Physisch und in Sachen Tackling macht Abram kaum einer was vor, aber er ist in der NFL wohl kein Every-Down-Player auf Safety. Perfekt ist er für Teams, die im Bereich Strong Safety und Nickel Linebacker Tiefe für die Rotation brauchen. An Tag 2 sollte sich hier noch eine Franchise finden lassen, die genau das sucht.