Die Combine - eine Bilanz

06.03.2019, 10:58 Uhr J.W. Draft

So, mit der Combine haben wir seit Montag das letzte große Event vor der Free Agency hinter uns und neben verrückten Gerüchten und Spekulationen, haben wir auch einiges über diese Draftklasse mitbekommen.

Die diesjährige Auswertung machen wir mit einer mathematischen Formel namens Relative Athletic Score, kurz RAS. Die klumpt alle Workoutnummern in einen Wert und justiert diese nach Größe und Gewicht des Spielers, sowie seiner Position. Wenn also Ole Miss Receiver DK Metcalf eine 4,33 bei 1,91m und über 100kg läuft ist das deutlich beeindruckender, als wenn das ein 1,75m großer Slot Receiver täte.
Wo wir gerade beim Thema sind: Metcalf haben wir nicht in die Liste unserer Gewinner aufgenommen, da diese Athletik beim Anblick seines College Tapes niemanden überraschen sollte. Gleiches gilt für Alabama DT Quinnen Williams. Beide sind praktisch Aliens und wir wussten es.

Winner

WR Myles Boykin – Notre Dame

Einigen Collegefans unter euch wird der Name vielleicht bekannt vorkommen, denn Boykin war einige Jahre Teamkollege von EQ St.Brown, der jetzt in Green Bay spielt. Er war bis vor ein paar Tagen überhaupt nicht auf dem Scouting Radar, seine Combine bei der er einen RAS von 9,98 ablieferte – von 10 möglichen Punkten wohlgemerkt. Seine 40 Zeit war „nur“ 4,42, dafür ist er aber auch größer als Metcalf und lieferte grandiose Werte bei den Agility Drills ab, den Drills in denen Metcalf Probleme hatte.
Er braucht einiges an Coaching besonders war Route Running betrifft, aber er hat gute Hände und so einen Spieler werden Teams an Tag 3 gerne ziehen.

OT Andre Dillard – Washington State

Wir hatten gehofft, dass WSU Tackle Andre Dillard ein überdurchschnittlicher Athlet ist, aber solche Werte hatten wir wirklich nicht erwartet. Er lief die 40 Yards in unter fünf Sekunden, aber noch wichtiger war sein 10 Yard Split und seine Agility Drills, also der 3 Cone Drill und der Short Shuttle. Seitliche Athletik ist unabdingbar für Offensive Linemen und diese Werte sollten Dillard in der ersten Runde gesichert haben.

S Juan Tornhill – Virginia

Bis zu seinem Auftritt wurde Virginia Safety in der dritten bis vierten Runde gehandelt, aber Teams die gehofft hatten, ihn unter dem Radar fliegend erst an Tag 3 zu draften, wurden enttäuscht. Sein RAS ist eines der zehn besten aller Zeiten und besonders seine Sprungdrills, also der Broad Jump und der Vertical Jump waren historisch gut.

LB Blake Cashman – Minnesota

Dass Cashman bisher unter dem Radar flog ist eine maßlose Untertreibung. Dass er zur Combine überhaupt eingeladen wurde war für die meisten Experten eine Überraschung, denn Cashman spielte drei Jahre lang kaum und wurde erst 2018 Starter.
Er hat mit nur 30 ⅛ Zoll T-Rex-Arme, aber seine Athletik wird ihn auf jeden Fall zu einem Tag 3 Pick machen. Cashman hat bei seiner Combine einiges an Geld gemacht.

ED Montez Sweat – Mississippi State

Last but not least. Wer als Defensive End 40 Yards in 4,41 Sekunden läuft wird immer, wirklich immer auf dieser Liste landen. Dieser Wert ist eher semi-relevant für Edgerusher, aber der Rest seiner Werte ließen ebenfalls nichts zu meckern übrig.
Sweat stand an der Grenze zu Runde eins, die hat er so locker gebrochen wie die Schallmauer bei seinem Sprint – quasi.

Loser

ED Jachai Polite – Florida

Bereits in den letzten Wochen kamen einige Gerüchte auf, dass Polite nicht der höflichste Teamkamerad sei und seine Arbeitseinstellung öfters mal zu wünschen übrig ließ, dieser Eindruck bestätigte sich bei der Combine.
Polite beschwerte sich in Interviews darüber, dass Teams ihm nur seine negativen Plays zeigten, gab zu dass er selbst kaum Film von sich studierte und wirkte beim Weigh-In nicht gut in Form. Nachdem er den 40 Yard Dash und den Vertical in den Sand setzte, täuschte er eine Verletzung vor und ließ den Rest der Workouts ausfallen.
Mit dieser Woche hat Polite sich einiges an Geld gekostet.

TE Isaac Nauta – Georgia

Wir waren vor Nautas Combine wirklich gespannt, da er in Interviews ankündigte im dem 4,6-Bereich zu laufen, was nicht geschah. Er wurde kleiner gemessen als wir dachten, ist recht leicht für einen Tight End und lief dennoch nur eine 4,91.
Große Enttäuschung für ihn.

S Jaquan Johnson – Miami

Gehend in die 2018er Saison sah Johnson gemeinsam mit seinem Teamkollegen Michael Jackson wie einer der besten Defensive Backs dieser Draftklasse aus. Dieser Hype flaute während der Spielzeit deutlich ab und Johnson konnte sich mit diesem Auftritt nicht helfen. Recht klein, recht leicht und dennoch recht langsam. Seine Agility ließ er zwar ausfallen, doch die dürften kaum besser gewesen sein.

OT Greg Little – Ole Miss

In vielen Preseasonrankings war Greg Little der höchstgerankteste Tackle. Er war klar, dass er an seiner Technik noch arbeiten müsste, doch seine beeindruckende Athletik würde ihn für viele Teams unwiderstehlich machen.
Bad News. Unter der Saison machte er kaum Fortschritte und jetzt ist er nicht mal ein guter Athlet. Jetzt ist er nur ein technisch unterentwickelter Durchschnittsspieler, der nirgendwo nahe der ersten Runde vom Board gehen wird.

LB Joe Giles-Harris – Duke

Schon vor seiner Combine vernuteten wir, dass Giles-Harris eher die Art Runstopper ist, der nicht gerade durch Athletik besticht, aber als er nur 234 Pfund wog, hatten wir Hoffnung. Das änderte scheinbar jedoch nichts daran, dass er nicht besonders schnell lief und bei den Sprungdrills jeweils Negativrekorde aufstellte.
Wenn er Gewicht verloren hat und immer noch so unathletisch ist, wie sieht’s dann erst aus, wenn er zurück auf seinem Normalgewicht ist?