Offseason Needs 2018

11.02.2018, 10:28 Uhr J.B. Free Agency

Zum Start in die Offseason knüpfen wir uns einmal die Needs aller NFL-Teams der Reihe nach vor, damit wir uns und euch einen kleinen Überblick darüber verschaffen können auf welchen Positionen sich die Franchises verstärken sollten.

AFC North

Pittsburgh Steelers: LB, S, TE

Wo sollten die Steelers in der Offseason nachbessern? Immerhin konnten sie in der vergangenen Saison souverän ihre Division gewinnen und in die Playoffs einziehen, also gibt es sicher Teams mit dringenderen Needs. Dennoch gleich vorweg: Niemand weiß ob der so schwer verletzte Linebacker Ryan Shazier jemals wieder Football spielen wird und wenn ja, wann. Ein Nachfolger muss dringend her, und wenn er nur Tiefe bringt. Denn der Ausfall von Shazier schadete besonders der Laufverteidigung erheblich.
Außerdem muss auf beiden Safety-Spots etwas getan werden. Free Safety Mike Mitchell ist solide und nicht mehr der jüngste, aber Strong Safety Sean Davis muss ersetzt werden. Die Steelers brauchen einen Defensive Back, der Tight Ends effektiv covern kann.
Außerdem wäre ein eigener TE weiterhin nicht übel. Notfalls würde aber auch ein weiteres Jahr mit McDonald und James wohl auszuhalten sein. Man hat dafür ja Premium-Wideouts im Roster.
Ein Nachfolger für QB Ben Roethlisberger wird wohl noch nicht geholt werden, denn im Gegensatz zum Vorjahr plant Big Ben nun noch länger das Ei in der NFL zu werfen.

Baltimore Ravens: WR, TE, DE

Die Needs der Ravens sind recht einfach zu bestimmen, denn im Prinzip brauchen sie eine neue Offense. Da man Joe Flacco so schnell wohl nicht los wird, muss man definitiv beim Receiving Corps anfangen. Mal abgesehen von Mike Wallace haben die Jungs aus Maryland keinen Wide Receiver oder Tight End, der in der NFL starten sollte. Auch Neuzugang Jeremy Maclin hatte wenig bis keinen Impact. Die Ravens brauchen neue Starter und zwar einige. Auch wenn Future-Hall-of-Famer Marshall Yanda zur neuen Saison wieder zur Verfügung stehen sollte, wäre ein neuer Mann auf einer der Guard-Spots sicher hilfreich.
Die Defensive Line Baltimores hingegen ist ziemlich gut besetzt, doch so langsam sollte man sich um einen Nachfolger für Veteran-Edge Rusher Terrell Suggs bemühen.

Cincinnati Bengals: OT, OG, LB

Wie bei den Ravens sind auch die Needs der Bengals ziemlich himmelschreiend, auch wenn sie wohl keinen neuen Coach draften können. Sie haben eigentlich ein gutes Football-Team; ein solides WR-Corps, gute RB's, naja, ...Andy Dalton auf Quarterback aber nunmal ein Desaster von einer Offensive Line. Von fünf Startern sollte man vier auswechseln. Das würde die Offense auf ein deutlich besseres Niveau heben; einzig allein Guard Clint Boling hat sich mit seinen Leistungen empfohlen. Das ist viel verlangt, aber hier müssen die Bengals einiges tun.
Auf der anderen Seite des Balls ist Cincinnati eigentlich recht gut aufgestellt, nur ein Cornerback für die Rostertiefe und ein Nebenmann für Vontaze Burfict wären schön.
Weitere Needs hängen davon ab, ob sie Free-Agent-TE Tyler Eifert weiterverpflichten. Wenn nicht, muss auch er ersetzt werden.

Cleveland Browns: QB, CB, WR

Hier wäre es wohl wie in den vergangenen Jahren auch eigentlich einfacher die Positionen zu nennen, auf denen die Browns kein Need haben.
Cleveland hat die meisten Ressourcen aller NFL-Teams, das meiste Cap Space und beinahe unendlich viele Draftpicks, die sie aber auch brauchen werden.
Egal ob in Free Agency oder mit ihrem #1-Overall-Pick, sie MÜSSEN endlich ihr QB-Problem lösen. In einer perfekten Welt hätten sie die Chance Deshone Kizer ein weiteres Jahr lernen zu lassen, aber wir leben nicht in einer perfekten Welt. Die Browns müssen gewinnen und zwar sofort! Sie müssen endlich All-In für einen Quarterback gehen und aufhören sich mit Behelfslösungen zufrieden zu geben, wie sie es seit Jahren machen und sich dabei viele mögliche Top-QB's durch die Lappen gehen ließen.
Auch das Receiving Corps, mal abgesehen von Josh Gordon, muss verstärkt werden, sowie ein Ersatz für Free-Agent-RB Isaiah Crowell her.
Auf Seiten der Defense sieht es nicht viel besser aus. Die Front-7 ist durchaus gut, doch besonders in der Secondary müssen Playmaker (und gegebenenfalls ein Defensive Coordinator) her.

AFC East

New England Patriots: Pass Rusher, LB, QB

Der Vize-Champion hat die größten Lücken in der Defense. Über die ganze Saison hinweg, aber vor allem im Super Bowl wurde deutlich, wie wenig die Patriots den gegnerischen Quarterback unter Druck setzen konnten. Es fehlt ein echter Pass Rusher, der in jedem Play Druck ausüben und verlässlich zweistellige Sacks in der Saison holen kann.
Eine Reihe dahinter fehlt neben Dont'a Hightower einiges an Qualität, die Patriots schickten vermehrt ehemalige Special Teamer und Backups anderer Teams aufs Feld. Das muss sich ändern und der neue Linebacker sollte auch covern können, denn der Trend geht zu Matchup-Nightmares aus dem Backfield. Eine Entwicklung, die man in New England allzu gut kennt.
Zu guter Letzt muss dringend ein neuer Jimmy G gefunden werden, also ein Quarterback der Zukunft. Tom Brady ist zwar scheinbar noch in Top-Form, aber keiner weiß, wie lange das noch anhält und ein unglückliches Play reicht, um die Patriots in tiefe Probleme zu stürzen, denn Backup Brian Hoyer ist genau das. Ein Backup, der vermutlich in einigen Jahren nicht mehr im Team ist.

Buffalo Bills: QB, RT, LB

Die Bills sind durch mit QB Tyrod Taylor. Allein die Tatsache, dass Taylor für Nathan Peterman auf die Bank geschickt wurde, sollte für sich sprechen. Buffalo wird Taylor wohl entweder cutten oder versuchen zu traden und sich im Draft um einen der hochgelobten Rookies bemühen. Dafür wird wohl ein Trade um einige Positionen nötig sein, aber die Bills haben das Material dazu.
In der Offensive Line ist Right Tackle die schwächste Position, aber auch ein neuer Center wird durch die Karriere-beendende Verletzung von Eric Woods benötigt.
Auf der Linebacker-Position ist man in Buffalo auch eher schwachbrüstig besetzt. Matt Milano mag ein guter Spieler sein, daneben haben die Bills aber keinen adäquaten LB und müssen dringend nachbessern um in Zukunft besser gegen den Rush und gegen Pässe-fangende Runningbacks bestehen zu können.

Miami Dolphins: OG, LB, CB

Wenn die Dolphins einen ihrer Tackles in Free Agency behalten können, sind sie auf dieser Position gut besetzt. Auch die Center-Position sollte safe sein, wenn Mike Pouncey gesund ist. Auf Offensive Guard sieht die Geschichte anders aus. Dort waren die Dolphins in der abgelaufenen Saison katastrophal schlecht besetzt, es muss sich also ganz schnell etwas ändern.
Auf der Linebacker-Position sieht es so mittel aus. Raekwon McMillan kommt von einer Verletzung zurück, aber Lawrence Timmons ist zu 110% weg und Kiko Alonso ist in Coverage ungefähr so gut wie ein Stein.
Bleiben noch die Cornerbacks. Hier ist Miami mit Xavien Howard und Cordrea Tankersley ganz gut ausgestattet, aber keiner der beiden ist ein wahrer Nummer 1-Shutdown-Corner.

New York Jets: QB, C, MLB

Alles. Kann man das so sagen? Okay, das ist vielleicht etwas übertrieben. Aber allein die Tatsache, dass die Jets mit fünf Siegen alle Erwartungen meilenweit übertroffen haben, sagt fast alles über das Roster-Talent von Gang Green aus, was man wissen muss.
Ein neuer Quarterback ist quasi Pflicht, denn obwohl Josh McCown einen guten Job gemacht hat, er ist Free Agent und zu alt und verletzungsanfällig um die Zukunft der Jets zu sein. Vermutlich werden sie sogar ein paar Positionen nach oben traden müssen, um ihren Wunsch-Rookie zu bekommen.
Apropos neuer Quarterback: Schutz ist das Zauberwort für einen Rookie. Die Jets haben mehr als nur Sorgen auf der Center-Position, keiner der aktuell verfügbaren ist wirklich ein Starter in der NFL. Sollte man sich mal drum kümmern.
Auf der Linebacker-Position haben die New Yorker vor allem ein Problem mit der Free Agency. Bis auf den ehemaligen First Rounder Darron Lee sind alle Inside Linebacker Free Agents und man wird wohl kaum alle halten können bzw. wollen. Apropos Lee: Der entwickelt sich immer mehr zum Bust, sodass die Jets dringend nachbessern müssen.

AFC South

Houston Texans: OL, CB, RB

Nun gut, jetzt steht hier Offensive Linemen als allgemeines Need, aber wenn wir pingelig gewesen wären, dann müsste hier eigentlich mindestens zweimal OT und einmal OG stehen. Tackle Duan Brown ist weg, Derek Newton’s Zustand mehr als fraglich und auch die Guards Jeff Allen und Xavier Su'a-Filo waren enttäuschend. Letzterer ist ohnehin Free Agent und bei dem Gehalt von ersterem wäre ein Cut nicht verwunderlich. Dann bräuchte man sogar noch einen Guard mehr.
Die Texans werden es wohl immer noch schwer bereuen CB A.J. Bouye gehen lassen zu haben. Jonathan Joseph ist 34 und bald ohne Vertrag. 2016 First Round Pick Kevin Johnson hat einen klaren Rückschritt gemacht. Im Endeffekt werden auch hier also idealerweise zwei neue Corner gebraucht.
Letzteres mag hier überraschend stehen, aber wenn wir mal davon ausgehen, dass RB Lamar Miller nach schwachen Leistungen und mit seinem Cap Hit ein Entlassungs-Kandidat ist und sich D’Onta Foreman von einem Achillessehenenriss erholt, kann ein Back, der dem unerfahrenen QB Deshaun Watson Luft zum Atmen gibt, schnell ins Rampenlicht rücken.
Safety, Slot Receiver, Tight End, etc. geht hier aber sicher auch, immer abhängig von den Vertragsverlängerungen und Entlassungen.

Indianapolis Colts: LB, OL, CB

Mit dem dritten Pick im Draft haben die Colts eine top Ausgangslage, sind sie im Prinzip das erste Team, was nicht auf einen der vielen talentierten Quarterbacks aus ist. Da kann man das Auswahlrecht teuer wegtraden, denn das Team ist weiterhin zu schwach um das mit der FA und einem Top3-Pick alleine lösen zu können.
Starten wir bei den Linebackern, wo wir es uns einfach gemacht haben, denn sowohl ILB als auch OLB wird gebraucht. Innen ist das Need wohl noch größer, stünde Indy endlich wieder ein echter Leader und Tackler in der „D“ gut. Auch ein Pass Rusher Beast muss dringend her. John Simon und Jabaal Sheard hatten das zwar besser im Griff, mit 26 Sacks war man aber dennoch das zweitschwächste Team.
Am schlechtesten war man dafür beim Erlauben von 20+ Yard Completions und Yards pro Versuch. Das liegt besonders an den nicht sonderlich fähigen Cornerbacks. Vontae Davis ist weg und Rashaan Melvin FA. Kenny Moore, Quincy Wilson und Nate Hairston machen nun wirklich keinem Angst.
Bleibt noch wie immer der Schutz von Andrew Luck? Verletzungen sind wohl das größte Problem der Line. So sollte man je einen Guard und Tackle mindestens mal neu besetzen.
Skill-Player-Additions wie ein Runningback oder ein Receiver gegenüber von T.Y. Hilton halten wir zunächst für weniger wichtig, auch wenn Saquon Barkley sicher verlockend klingt.

Tennessee Titans: OLB, OG, CB

Eigentlich wurde den Titans ja immer ein talentierter und ausgeglichen guter Kader bescheinigt. Davon zu sehen war allerdings einige Male nicht allzu viel. Was braucht es also noch? Auf keiner Position viel, aber überall ist punktuell Verstärkung nötig.
Starten wir mit einem Edge Rusher der neue Explosivität bringt. Die Top3 OLB’s sind mit Brian Orakpo, Derrick Morgan und Erik Walden alle im fortgeschrittenen Alter und Kevin Dodd scheint die Hoffnungen in ihn nicht erfüllen zu können.
Machen wir ggf. mit einer Überraschung weiter. Denn eigentlich war die O-Line drauf und dran eine der besten der NFL zu werden. Nun, RT Jack Conklin hat sich gerade erst das Kreuzband gerissen, RG Josh Kline wird Free Agent und für LT Taylor Lewan und LG Quinton Spain geht es ins sog. Contract Year. Mindestens mal ein Guard wäre hier sicher nicht verkehrt.
Zuletzt haben wir uns für den CB über dem WR und RB - DeMarco Murray’s Zeit in Nashville wird wohl vorbei sein - aber auch einem DL entschieden, und das obwohl die Offense die tendenziell größere Schwachstelle ist. Um Logan Ryan aber schön im Slot halten zu können, sollte ein fähiger Cornerback neben dem vielversprechenden Adoree Jackson den Weg in die Music City finden.

Jacksonville Jaguars: OG, TE, QB

Vor kurzer Zeit noch gefühlt ein Need auf jeder Position, hat sich das Blatt im Norden Floridas plötzlich gewendet. Viele wirklich dringende Needs konnten wir nicht ausmachen.
Obwohl man das beste Laufspiel aller Teams hatte, war das in der zweiten Saisonhälfte nicht immer zufriedenstellend. Das lag nicht nur an der Verletzung von RB Leonard Fournette, sondern auch am unkonstante Guard-Play, sodass frisches Blut hier gut tut. Ggf. auch auf Tackle.
Das kann man auch auf der Tight End Position gebrauchen. Die Jaguars werden zwar weiter von der Defense und dem Laufspiel geprägt sein, aber gerade dafür bietet ein oder idealerweise zwei starke Tight Ends deutlich mehr Variationen und Flexibilität sowohl über den Boden als auch durch die Luft.
Auch wenn QB Blake Bortles das beste Jahr in seiner noch jungen Karriere hinter sich hat, und das obwohl er auf Top-WR Allen Robinson und oftmals auch die Kollegen Allen Hurns und Marqees Lee verzichten musste, steht er auch weiter zur Debatte. Für die weitere Rolle des Starters werden seine Leistungen gerade zuletzt in den Playoffs sicher erstmal reichen, aber ein bisschen Wettbewerb tut ihm vielleicht auch gut und einen fähiger Backup kann auch Gold wert sein, wie die Saison bewiesen hat.

AFC West

Kansas City Chiefs: DE, WR, DT

Wie so oft bei Teams, die es in die Playoffs geschafft haben, haben die Chiefs fast keine gravierenden Lücken auf dem Roster. Deshalb haben wir hier hauptsächlich Needs angeführt, in denen sie für etwas mehr Tiefe sorgen sollten.
Kansas Citys Front-7 machte 2017 über weite Strecken eine gute Figur, dennoch brauchen sie Verstärkungen sowohl auf Defensive End als auch auf Defensive Tackle. Gegenüber von Justin Houston brachten weder Tamba Hali noch Dee Ford konstante Leistungen und auch ein Nebenmann für DT Chris Jones wäre hilfreich.
Auf der anderen Seite des Balls fehlt es ebenfalls an nicht vielem, doch die Tiefe auf der WR-Position hinter Tyreek Hill lässt doch zu wünschen übrig. Weder Albert Wilson noch Chris Conley sind adäquate Nummer-2-Receiver.
Andere Positionen auf denen Verstärkung nicht schaden würde wären Linebacker oder Left Guard.

Los Angeles Chargers: OT, LB, QB

Ähnliches gilt auch für die Chargers, die absolut die Qualität gehabt hätten um in die Playoffs einzuziehen.
Mit Forrest Lamp und Dan Feeney haben sie in der letzten Offseason das Innere ihrer Offensive Line verstärkt, dieses Mal sollte man sich um den Rest kümmern. Left Tackle Russell Okung war solide, doch Right Tackle Joe Barksdale sollte 2018 lieber nicht in Los Angeles starten.
Um die Defensive Line braucht man sich definitiv keine Sorgen zu machen, doch das LB-Corps dahinter braucht eine Generalüberholung. Denzel Perryman ist gut, aber viel verletzt und die anderen Spieler lassen besonders in Coverage einiges vermissen.
Und da Philip Rivers nun langsam in den Winter seiner Karriere einzieht, wäre es nicht schlecht sich langsam um einen Nachfolger im Draft zu bemühen. Nicht unbedingt in der ersten Runde, aber an Tag 2 könnten sie ein Auge auf Namen wie Luke Falk oder Kyle Lauletta werfen.

Oakland Raiders: DE, WR, DT

Auch wenn die Offense der Oakland Raiders eine gewaltige Enttäuschung war, ist sie dennoch recht solide aufgestellt. Derek Carr ist gesetzt, die Offensive Line ist ordentlich und insofern sich am RB-Corps nichts ändert, bestehen auch da keine Probleme. Die Wide Receiver jedoch stehen weniger gut da. Amari Cooper hatte ein furchtbares Jahr und es häufen sich die Gerüchte, dass Michael Crabtree entlassen werden soll. Verstärkung wäre also notwendig.
Die Defense jedoch hat einige Needs mehr, denn bis auf Khalil Mack fehlt es in der Front-7 an vielem. Auf seiner Gegenseite lässt Bruce Irvin nach und auch keiner der jetzigen Interior Defender ist besser als Backup-Level. Sollte Veteran-LB Navorro Bowman nicht weiterverpflichtet werden, tut sich auch da eine Lücke auf.
Auch sie Secondary ist verbessungswürdig, allerdings muss die Rückkehr von Gareon Conley und Obi Melinfonwu abgewartet werden.

Denver Broncos: QB, OG, OT

General Manager John Elway hat einen Haufen Arbeit vor sich. Die Defense ist noch immer auf hohem Niveau, aber die Offense braucht vieles, allem voran natürlich einen Franchise-Quarterback. Möglicherweise Kirk Cousins in der Free Agency oder einen Rookie mit dem #5-Overall-Pick; ein neuer Spielmacher muss unbedingt her!
Um diesen neuen QB zu unterstützen muss die Offensive Line gewaltig verstärkt werden. RT Menelik Watson war zum Zeitpunkt seiner Verletzung auf Rekordkurs auf die meisten erlaubten Sacks und der Guardspot gegenüber Ronald Leary muss ebenfalls adressiert werden.
Des Weiteren muss ein weiterer Wide Receiver her, sollte Demaryius Thomas oder Emmanuel Sanders entlassen oder getradet werden.

NFC North

Minnesota Vikings: OG, OT, CB

Wo ist das große Problem der Minnesota Vikings? Ja, alle Verträge der Quarterbacks laufen aus. Wir denken aber nicht, dass sie sich in der Free Agency oder an Pick 30 im Draft einen neuen organisieren werden. Zwei aus drei sollten in Minneapolis bleiben.
Eher werden die Vikings ordentlich an der Offensive Line schrauben, um diese zu verbessen und weiter zu stabilisieren und dem jeweiligen QB so mehr Zeit zu verschaffen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mannschaftsteilen dieses sehr ausgeglichenen und gut besetzten Teams, sah die O-Line nicht immer glänzend aus. Ein Tackle und ein Guard wären schon angebracht.
Weiterhin könnte den Vikings ein weiter Cornerback gut zu Gesicht stehen, denn Veteran Terence Newman wird zu Saisonbeginn 40 Jahre alt und sein Leistungslevel wohl nicht mehr allzu lange halten können.

Detroit Lions: RB, CB, DL

Bei den Lions stellt sich das mit den Needs schon ein bisschen klarer dar. Das Laufspiel von Ameer Abdullah und Theo Riddick war zu keinster Zeit wirklich von Erfolg gekrönt, was auch die Plätze ganz am Ende aller möglichen Rush-Kategorien beweisen. Im Endeffekt ist das auch nichts Neues in der Motor City, aber irgendwann muss doch mal wer fähiges gefunden werden, um QB Matthew Stafford zu entlasten.
Auch auf Seiten der Defense muss mächtig nachgebessert werden. In der Front-7 könnte man einen guten Partner zu DT Haloti Ngata gut gebrauchen, der mittlerweile auch schon 34 Jahre auf dem Buckel hat. Zudem kommt noch, dass man sich entscheiden muss, ob man DE Ziggy Ansah für relativ viel Geld halten möchte, oder nicht.
Bleiben noch die Kollegen im Defensive Backfield, die ebenso ein Upgrade gebrauchen könnten, denn gegen den Pass ist die Lions „D“ auch nur im letzteren Drittel der NFL zu finden. Top-Corner Darius Slay hätte sicher nichts gegen einen qualitativen Gegenüber einzuwenden.

Green Bay Packers: Edge Rusher, CB, OL

Die größten Needs für die Packers sind natürlich in der Defense zu finden. Mit Blake Martinez hat man zwar einen guten ILB, aber auf den Außenpositionen haben sowohl Clay Matthews und Nick Perry, als auch die Defensive Ends seltenst überzeugt. Matthews ist darüberhinaus verletzungsanfällig und wird auch nicht jünger. Die Verteidigung braucht endlich wieder wen, der konstant hohen Druck auf den Quarterback des Gegners ausüben kann.
Apropos verletzungsanfällig, gefühlt ist das gesamte Defensive Backfield chronisch verletzt. Daher ist es nur logisch, dass hier erneut ein Cornerback ganz weit vorne auf der Prioritätenliste steht.
Selbiges können wir auch zu den O-Linern sagen. RT Bryan Bulaga erholt sich gerade noch von einem Kreuzbandriss, RG Jahri Evans Vertrag läuft aus und G/T Jason Spriggs hatte so seine Schwierigkeiten, wenn er ran musste. Verstärkung also nicht verkehrt.
Wide Receiver und Tight End könnten hier ebenfalls noch als zu adressierende Positionen aufgeführt werden und der D-Line würde Tiefe ganz gut tun.

Chicago Bears: WR, OT, CB

Vergangenes Jahr haben die Bears bekanntermaßen viel für ihren Franchise QB Mitch Trubisky investiert. Damit sich das nun auch auf lange Sicht auszahlt, braucht er entsprechend qualitative Passempfänger, die fit sind und die er bedienen kann. Daran fehlte es zuletzt in der Windy City immens.
Für dieses Unterfangen wäre ein bisschen mehr Zeit in der Pocket sicher auch von Vorteil, sodass ein neuer Offensive Tackle keine schlechte Idee ist. Innen ist man mit den beiden Guards Kyle Long und Josh Sitton ganz gut aufgestellt.
Wie in jedem anderen Team in der NFC North, wird auch in Chicago ein Cornerback gesucht, denn die Verträge mit den Nummer eins, zwei und drei CB‘s, Prince Amukamara, Kyle Fuller und Bryce Callahan, laufen allesamt aus. Ein Rookie könnte da auch vertragsmäßig frischen Wind bringen.

NFC East

Philadelphia Eagles: S, LB, TE

Vorne weg, die Eagles sind im Moment ca. 8 Millionen Dollar über dem Cap. Das bedeutet zwei Sachen: Erstens, sie werden Spieler verlieren und zweitens, Verstärkungen werden eher über den Draft als über die Free Agency kommen. Allerdings haben die Eagles keinen Second und Third Round Pick. Es würde uns zwar nicht wundern wenn Cap Magician und GM in Personalunion, Howie Roseman, was aus dem Ärmel zieht, aber der Draft dürfte trotzdem der Weg des Champs sein. Wirklich brauchen tun die Eagles eigentlich nichts, trotzdem gibt es ein paar Baustellen.
Die beiden Safeties McLeod und Jenkins sind nicht mehr die jüngsten und wenn man nicht wieder eine solche Durststrecke wie nach dem Abgang von Hall of Famer Bryan Dawkins erleben möchte, sollte man frühzeitig für Nachwuchs sorgen.
Bei den Linebackern ist es eher ein Geld- und Verletzungsproblem. Während Nigel Bradham wohl in der Free Agency einen anderen Club finden wird, ist Jordan Hicks unbestritten gut, aber eben auch oft verletzt. Hier wird wer neues kommen. Vermutlich im Draft, vermutlich früh.
Die letzte von uns identifizierte Position ist Tight End. Hier haben die Eagles zwar mit Ertz, Celek und Burton ein gutes Trio, aber während Celek in den Ruhestand gehen könnte, ist Burton Free Agent und wird mit Sicherheit ein paar gute Angebote bekommen, sodass nur Zach Ertz übrig bleibt. Tight End ist neben Linebacker im Moment unser Tipp für den First Round Pick der Eagles.

Dallas Cowboys: WR, Edge Rusher, TE

Dallas hat bestimmt einige Richtungen in die sie gehen können. So könnte neben den aufgezählten Positionen auch ein Guard, ein Linebacker oder ein Cornerback gut passen. Wir gehen aber mal von den oben genannten als wichtigste aus.
WR Dez Bryant tauchte letzte Saison immer mal wieder komplett ab und er ist auch nicht (mehr) der schnellste. Ein Deep Threat würde den Cowboys enorm helfen. Gerade bei ihrem Ground 'n' Pound Game brauchst du hin und wieder den langen Pass. Da ein richtig gutes Talent wie zum Beispiel Alabamas Calvin Ridley zu haben, könnte Dallas Spiel weniger eindimensional machen, vorausgesetzt der Dak Prescott von 2016 taucht wieder auf.
Zum Thema Edge Rusher: Ja, die Cowboys haben Demarcus Lawrence und ja, der ist richtig gut. Aber alles andere, dass da um die Ecke kommt, ist es eben nicht sonderlich. Die Cowboys Edge Rusher hatten zusammen ordentliche 22,5 Sacks. Wie viele davon waren nicht durch Lawrence? Acht! Gut, Taco Charlton war ein Rookie und nur die Nummer drei in der Rotation, trotzdem würden wir als gegnerische Offensive Coordinator lieber weiter Lawrence doppeln als uns um Taco Charlton sorgen zu machen. Ein richtig guter DE könnte das ändern. Wenn Dallas aus ihrem guten Pass Rush einen formidablen macht, wird das Leben für das ganze Team leichter.
Und zuletzt, Tight End. Jason Witten ist alt. Das ist nicht nett, aber die Wahrheit. Sorge vor, dann hast du in der Not. Diese Not auf Tight End wird kommen. Entweder wenn Wittens Produktion einbricht oder er beschließt gerne mehr Zeit mit seinen vier Kindern verbringen zu wollen. Jason Witten ist ein großartiger Typ und Football Spieler, trotzdem muss ein Nachfolger her.

Washington Redskins: DT, OL, WR

Laufspiel war das Problem für Washington und zwar sowohl offensiv als auch defensiv. Die Offensive Line hätte teilweise nicht mal ein Nasenbluten stoppen können, geschweige denn NFL Defensive Tackles. Die Redskins haben vor zwei Jahren G Brandon Sherff an Position fünf gezogen und es hat sich ausgezahlt. Er war zeitweise der einzige Lichtblick in der Interior Offensive Line. Hier muss mehr Qualität her.
Dasselbe gilt für die DT bzw. NT Position. Starter Ziggy Hood ist einfach nicht besonders gut. 13 Tackles in 15 Spielen, ein halber Sack, null Pass Deflections, kein Forced Fumble und auch keine Fumble Recovery. Das sind keine guten Zahlen. Hier wird Verstärkung kommen. Entweder in der Free Agency oder früh im Draft.
Als letztes haben wir noch die Wide Receiver Position. Hatte man gehofft die abgewanderten 2.000 Yards von Jackson und Garcon mit Terrelle Pryor und Brian Quick zu ersetzen, musste man ganze 325 Yards später feststellen, dass es nicht einmal im Ansatz gereicht hat. Washington braucht Qualität auf den außen. Am besten jemand mit wirklich zuverlässigen Händen, damit ihr neuer QB Alex Smith sein Spiel durchziehen kann.

New York Giants: RB, OL, LB

Wer hätte vor letzter Saison gedacht, dass die Giants ungefähr auf jeder Position Verstärkung nötig haben? Sie sind nun in einer recht interessanten Position mit dem zweiten Pick. Zum einen hat Eli Manning seinen Zenit inzwischen eindeutig überschritten und ist nur noch eine Zwischenlösung, sodass man aus der talentierten QB Draft Class problemlos einen ziehen könnte. Zum anderen haben die Giants faktisch kein Laufspiel und mit Saquon Barkley kommt das wohl beste Runningback Talent seit Adrian Peterson in die NFL. Welche Richtung die Giants hier einschlagen wird wohl eine der interessantesten Geschichten der Offseason werden.
Allerdings bringt dir der beste Runningback nichts ohne eine Offensive Line. Und das ist es, was die Giants gerade faktisch haben: keine O-Line..., oder zumindest keine NFL-taugliche. Hier wird viel passieren in der Offseason auf vermutlich allen Postionen außer Guard.
Aus der Defensive haben wir uns die Linebacker raus gesucht, wobei wir genau so gut die Cornerbacks hätten nehmen können, nachdem inzwischen endgültig klar sein sollte, dass der ehemalige First Round Pick Eli Apple ein fauler Apfel ist. Allerdings stehen von den vier Linebackern mit der meisten Spielzeit nur noch einer unter Vertrag. Alle anderen sind Free Agents und der einzige, der sich einen neuen Vertrag bei den Giants verdient hat, ist Devon Kennard. Hier muss und wird viel passieren; die G-Men sind im Rebuild. Zum Glück scheint man das nun erkannt zu haben und diese Offseason wird der erste spannende Schritt zurück an die Spitze der NFC East?

NFC South

New Orleans Saints: OL, LB, TE

Auf den Tackle-Position sind die Saints sehr gut aufgestellt. Das Tandem aus OT Terron Armstead und OT Ryan Ramczyk macht einen guten Job, hält die Edge Rusher ordentlich in Schach. Doch Inside finden sich die Probleme. Zum Ende der Saison verletzte sich OG Andrus Peat, dazu lieferte OG Larry Walford sehr durchwachsene Leistungen ab. Walford ist zwar ein solider Blocker, doch ihm fehlt die Agilität und Schnelligkeit, vor allem beim Run. Diese Position des Guards könnten die Saints am besten im Draft angehen. Dort finden sich vor allem in den späteren Runden potentielle Starter. Mit Ramczyk hatte man ein sehr gutes Näschen im vergangenen Jahr. Vielleicht entpuppt sich dort erneut jemand als Hauptgewinn für eine entwicklungsfähige Offensive Line.
Wechseln wir auf die defensive Seite. Dort findet sich ein großes Loch auf der Linebacker Position. Die Defense steigerte sich deutlich in der Saison, doch dies bezog sich hauptsächlich auf die Secondary. Bei den Linebackern haben aber Verletzungen dazu beigetragen, dass ein Need entstanden ist. Manti Te'o hat die Rolle in der Mitte gut gespielt, doch mit LB A.J. Klein und LB Alex Anzalone fielen zwei Starter lange aus. In einer aufstrebenden Defense sollte man neben zwei guten Startern noch einen Spieler nachlegen, um sich spielerisch, als auch in der Tiefe zu verbessern.
Werfen wir final nochmal einen Blick auf die Offense. Die Skill-Positions sind bekanntlich sehr gut abgedeckt. Über das Backfield müssen wir nicht viele Worte verlieren, ebenso über die Wide Receiver. Doch auf der TE-Position könnte eine Lücke entstehen. TE Coby Fleener konnte in seinen zwei Jahren die hohen Erwartungen nicht erfüllen. QB Drew Brees vertraute zunehmend auf die Fähigkeiten von TE Josh Hill - doch er ist eher Blocker als herausragender Passempfänger. Um Brees in seinen letzten Jahren noch mehr Möglichkeiten einzuräumen und das Passspiel zu forcieren, sollte man auf dieser Position nach einem Upgrade suchen. Wird nicht ein gewisser TE Jimmy Graham wieder frei?

Carolina Panthers: WR, CB, S

Ohne Frage, die Panthers haben ein großes Loch auf einer der wichtigsten Skill Positions der Offense. Der WR-Corps setzte sich aus WR Devin Funchess als Deep Threat und Rookie-WR Curtis Samuel zusammen - letzterer verletzte sich im Laufe der Saison. Ansonsten sind keine wirklich hochklassigen Spieler auf dieser Position vorhanden, sodass nach dem Trade von WR Kelvin Benjamin in der Tiefe einiges getan werden muss. Um in den Playoffs mithalten zu können, braucht QB Cam Newton verlässliche Receiver. Innerhalb des Drafts und über die Free Agency sollte man nach einer neuen Nummer-eins-Waffe für Newton suchen.
Eine ähnliche Problematik herrscht in der Secondary der Panthers. Nach dem Ende der Zeit von CB Josh Norman klaffte eine riesige Lücke auf der Cornerback Position. Dort hat Carolina seither große Probleme, man findet keine richtigen Playmaker, geschweige denn einen Shutdown-Corner a la Norman. Lässt man das Playoffspiel gegen die Saints Revue passieren, erkennt man die große Qualitätslücke auf dieser Position. CB Captain Munnerlyn ist längst kein verlässlicher Starter mehr, dazu kämpften CB James Bradberry und Daryl Worley mit Abstimmungsproblemen und Stellungsspiel.
Ähnliches gilt für die Safety Positionen, wo mit S Kurt Coleman und S Mike Adams zwei richtige Veteranen, die die 30 bereits überschritten haben, stehen. Um der Defensive eine leichte Verjüngungskur zuzuführen, sollte man auf diesen Positionen starten. Hier bietet sich wieder der anstehende Draft als Möglichkeit einen neuen Impuls für die Spiele und Reps zu setzen.

Atlanta Falcons: DT, OL, S

In der Offense sind die Falcons bekanntlich sehr gut aufgestellt - trotz der etwas abfallenden Leistungen 2017. Ledliglich in der Offensive Line sehen wir Potential zur Verbesserung, denn OG Wes Schweitzer spielte nicht auf einem titelwürdigen Level und fiel mit seinen Leistungen in einer sonst sehr soliden Line ab. Hier könnte man einen Pick in der zweiten Runde in diese Richtung erwarten.
Defensiv stehen mit DE Adrian Clayborn und DT Dontari Poe zwei Spieler auf der Free-Agent-Liste. Beide werden ihr Glück wahrscheinlich woanders versuchen, vor allem Clayborn winkt nach einem Career-Year ein ordentlicher Payday. DE Takk McKinley könnte in seinem zweiten Jahr in eine wichtigere Rolle wachsen, doch trotzdem fehlt es in der Front Seven besonders bei den "dicken Jungs". Eine Personalie, die neben DT Grady Jarrett agieren könnte, dürfte händeringend gesucht werden. Vielleicht wagt man noch einen Versuch mit Poe, der zunächst nur einen Deal über eine Spielzeit unterschrieb. Unabhängig davon heißt es: Tiefe schaffen!
Das gilt auch für den hintersten Teil der Secondary. Neben S Keanu Neal, der ein herausragendes Jahr spielte und vor allem für seine stämmigen Hits bekannt war, braucht es einen verlässlichen Partner. Bei S Ricardo Allen zeigte die Leistungskurve in letzter Zeit nicht mehr wirklich nach oben, dazu fehlt es hier an der nötigen Positionstiefe.

Tampa Bay Buccaneers: RB, DE, OL

In der Offense machen wir es kurz und knapp. RB Doug Martin wurde bereits entlassen. Ein Starting Back fehlt, wenn man auf das Depth Chart blickt. RB Peyton Barber kann in dieser Hinsicht nicht des Rätsels Lösung sein. Die diesjährige Draft-Klasse auf dieser Position ist in der Tiefe bekanntlich herausragend besetzt, sodass man hier eine potentielle Personalie finden könnte. An Offensiv-Waffen im Passspiel hat man QB Jameis Winston bereits gut versorgt, jetzt braucht es für die nötige Balance nur ein aufstrebendes Running Game.
In der O-Line machte OT Donavan Smith in seinem dritten Jahr keine großen Fortschritte. Ähnlich wie viele andere Franchises besteht auch hier die Möglichkeit einer spielerischen Verbesserung.
Blicken wir zum Abschluss nochmal auf die gegenüberliegende Seite: Hier war DE Robert Ayers mit seinen 33 Jahren der Einzige, der als Edge Rusher Druck auf den gegnerischen Quarterback auslösen konnte. DE Noah Spence produzierte lediglich einen Sack bevor er nach sechs Spielen auf die Verletztenliste kam. Ganz klar: Um in der nächsten Saison konkurrenzfähig zu sein, braucht es besonders im Pass Rush ein gehöriges Upgrade.

NFC West

Los Angeles Rams: S, LB, CB

In ihrer Secondary haben die Rams einiges zu tun. Ein erster Schritt wurde mit der anstehenden Verpflichtung von CB Marcus Peters gemacht. Er ersetzt den wohl abwandernden CB Trumaine Johnson eins zu eins als führender Cornerback im Team. Ein Neuzugang alleine wird die größte Lücke in einer sonst sehr kompakten und gut ausgestatteten Franchise aber nicht füllen können. S LaMarcus Joyner und CB Nickell Robey-Coleman sind ebenfalls Free Agents. Hier sollte man zumindest noch eine Personalie wieder unter Vertrag nehmen. Ansonsten bietet sich der Draft an, um dem Team auf diesem Weg neue Qualität und etwas mehr Jugend zuzuführen. Denn ein Großteil der Spieler sind bereits auf dem Weg in Richtung 30 – hier kann man also früh entgegenwirken.
Neben der Secondary, die HC Sean McVay wohl am meisten Kopfzerbrechen bereiten dürfte, sind die LB-Positionen noch mit einem Fragezeichen versehen. Routinier-LB Connor Barwin ist nach seinem einjährigen Deal ein Free Agent. Es wird Zeit für die Rams, sich hier nach frischem Wind umzusehen, um den Outside Rush etwas zu verstärken. Inside ist LA in der Defense natürlich bestens aufgestellt, aber wenn es eine Möglichkeit für Improvement gibt, dann bei den OLB's. Ansonsten ist es schwierig, bei den Rams große Schwachstellen und Lücken auszumachen. Dieses Team ist geladen mit Playmakern und hat einen langfristigen Vertrag mit DT Aaron Donald wohl ganz oben auf der Agenda.

Seattle Seahawks: RB, OL, TE

Produktivität und das Backfield der Seahawks passten in der vergangenen Spielzeit nicht wirklich zusammen. Bestes Beispiel: Leading Rusher war kein geringerer als QB Russell Wilson. In der Tiefe ist Seattle zwar gut besetzt, doch das Qualitätslevel ist eher als niedrig anzusehen. Dem Team fehlt ein richtiger Brenner, der mit seinen Läufen das Feld öffnet und die Offense forcieren kann – ein Typ wie RB Marshawn Lynch es eben in der erfolgreichsten Zeit der Franchise war.
Dazu brennt es in der O-Line weiterhin lichterloh, trotz der Last-Minute-Akquise von OT Duane Brown kurz vor der Trade Deadline und C Justin Britt. Zwei gute Starter allein reichen allerdings nicht aus. Wilson wurde zuviel gezwungen kleinere Wunder auf seinen Beinen zu vollbringen. Hier besteht enormer Handlungsbedarf, falls HC Pete Carroll mit seiner Offense für die neue Spielzeit ausreichend Punkte aufs Board bringen will.
Dazu braucht das Team einen neuen Tight End. Das Experiment mit TE Jimmy Graham entpuppte sich als gut, aber halt nicht überragend. In einem sonst solide aufgestellten Receiving-Corps fehlt der entsprechende Big Man, sollte man sich von Graham endgültig trennen. Denn ansonsten fehlt ein Target in der Redzone, wenn mit WR Paul Richardson ein weiterer großer Spieler nicht erneut resigned wird.

Arizona Cardinals: QB, WR, OL

Hier muss man nach dem Karriereende von QB Carson Palmer wohl nicht lange um den heißen Brei herumreden. QB Blaine Gabbert ist zwar ein relativ solider Playcaller, hat sich aber nie großartig mit Ruhm bekleckert. Wenn die Cardinals ihr Fenster noch nicht geschlossen sehen, brauchen sie einen neuen Starter, der Playoff-Ambitionen verspricht. In der Free-Agent-Class fallen hier Namen wie QB Kirk Cousins oder QB AJ McCarron ins Gewicht. Doch es ist gut vorstellbar, dass Arizona früh im Draft auf einen QB aus der gut bestückten Gruppe auswählt. Fakt ist: Diese Offense braucht einen neuen Leitwolf.
Wo wir gerade beim Thema Leitwolf sind: WR Larry Fitzgerald hängt noch eine Saison dran. Doch das verschleiert nur die Wahrheit, dass man sich in der Wüste für die Zeit danach rüsten muss. Die beiden Browns haben in der vergangenen Saison ein bisschen Federn gelassen, sodass ein frischer Wide Receiver dem Team sehr gut tun könnte. Vor allem in Richtung Deep Threat.
Dazu bedarf die O-Line eines ausführlichen Upgrades. Sollte OG Mike Iupati von seiner Verletzung gut zurückkehren, könnte man zumindest auf dieser Position durchatmen. Doch der Rest, vor allem auf den OT-Posten, ließ zu viel zu. Die Draft Class ist in diesem Jahr relativ spärlich besetzt, sodass die Cardinals im Front Office einiges an Arbeit haben werden, um das Team wieder in Richtung Playoffs 2019 zu schubsen.

San Francisco 49ers: RB, WR, CB

RB Carlos Hyde geht als Free Agent wohl einen neuen Weg, sodass die 49ers rund um Shooting-Star QB Jimmy Garappolo ohne Startet dastehen. Deshalb gehört das Backfield sicherlich zu den Baustellen in der Offseason. Ein Passing Back a la RB Jerrick McKinnon würde dieser Offense sicherlich gut zu Gesicht stehen, dazu könnte mit RB Dion Lewis ein ehemaliger Garappolo-Kollege nach einem Carreer Year zum Team stoßen. Für eine ausbalancierte Offense ist ein Upgrade bzw. eine Ergänzung sicherlich sinnvoll.
Werfen wir einen Blick auf die Passempfänger, hat sich WR Marquise Goodwin gut eingebracht, vor allem als Deep Threat. Mit WR Pierre Garcon könnte ein guter Spieler auf dieser Position nach einer Verletzung zurückkehren. Doch es fehlt eine wirkliche Nummer eins für Garoppolo. Natürlich sind Goodwin, Garcon und WR Trent Taylor im Slot gute Namen, doch es fehlt der „Unterschiedsmacher“. Ein frischer Mann im Draft mit Entwicklungspotential könnte eine langfristige Lösung sein. Auf die Schnelle wird man nicht viel machen können, da mit WR Allen Robinson und WR Josh Gordon als einzige nennenswerte Namen nicht viel im Markt herumschwirrt.
Final wollen wir uns aber der Defense widmen. CB Rashard Robinson hat man verschifft, er kam nie wirklich in der Bay an. So wurde CB Ahkello Witherspoon in die Starterrolle gedrückt und machte seinen Job zumindest solide. Das gilt allerdings nicht für sein Pendant CB Dontae Johnson, der besonders im Spiel gegen Top-Receiver schwarze Stunden erlebte; Albträume wegen WR DeAndre Hopkins inklusive. Man muss also nicht großartig erwähnen, dass es nach einem Lockdown-Corner und Tiefe auf dieser Position riecht. Mit ordentlich Cap Space in der Tasche, könnte man sich auf dem Markt mit Namen wie CB Malcolm Butler oder CB Patrick Robinson befassen – es sei denn man schmeißt nicht seinen Hut bei CB Minkah Fitzpatrick während des Drafts in den Ring.