Green Bay Packers @ Dallas Cowboys

01.10.2019, 10:08 Uhr Previews

Es ist wieder soweit für eine der ältesten und spannendsten Rivalitäten der NFC. Die Green Bay Packers reisen zu den Dallas Cowboys ins AT&T Stadium nach Texas. Dieses Duell bot uns in den letzten Jahren immer viel Spannung und vor allem ordentlich Aaron Rodgers Magie. Von dieser haben wir diese Saison aber noch nicht ganz so viel gesehen. Bei seinem Gegenüber, Dak Prescott, läuft es da schon deutlich besser, auch wenn er ebenfalls in der vergangenen Woche eine Interception geworfen hat, die richtig kostete. Mehr noch als ihre beiden Spielmacher können aber auf beiden Seiten die Defenses überzeugen, was bei den Cowboys wenig, bei den Packers aber doch recht stark überrascht, denn die "D" war in den letzten Jahren sicher nicht die Stärke der "Cheeseheads".

Beginnen wir gleich mal bei dieser Defense der Gäste. Bislang kassierten nur sechs Mannschaften weniger Punkte, nur gegen acht erzielten gegnerische Offenses noch weniger Yards und sogar nur zwei stehen noch besser gegen den Pass. Blöderweise sind ganze 25 Defenses besser gegen den Lauf als die Männer aus Wisconsin und jetzt geht es auch noch gegen die Cowboys und Ezekiel Elliott. Vor allem die beiden in der Offseason verpflichteten Passrusher mit dem Nachnamen Smith überzeugen in einer insgesamt stark neuformierten "D". Preston Smith ist als ehemaliger Redskin sicher ganz besonders heiß gegen die Cowboys. Auch die extrem junge Secondary rund um den ebenfalls neuen Veteranen und Safety Adrian Amos spielt groß auf. Nebenmann, Rookie Darnell Savage, spielt bislang ebenso eine gute Saison, tackled hart und sicher und ist von gegnerischen Receivern schwer zu überwinden. Dazu hat man hier die nötige Depth, weil man in den letzten Drafts stark in dieser investierte. Aber auch die Cowboys haben letztes Jahr bei den Receivern aufgerüstet. Die Rede ist natürlich von Amari Cooper, der seit seinem Abgang von den Raiders richtig aufblüht. Um ihn dreht sich alles im Passspiel der Hausherren. Das schafft dann Räume für den ehemaligen Packer Randall Cobb, Sophomore Michael Gallup - noch questionable - und den zurückgekehrten Jason Witten. Cooper ist dabei klar der Mann für die Scores, Gallup der für die tiefen Bälle. Wie gewohnt läuft Dallas den Ball hinter seiner weiterhin herausragenden O-Line mit Elliott aber auch sehr gerne. Zu gerne, wie sich letzte Woche zeigte, denn plötzlich änderte man seine Taktik, ließ deutlich mehr auf First Down laufen und... verlor kläglich gegen ein New Orleans ohne Drew Brees. Da Top-OT Tyron Smith definitiv fehlt, sollten die Packers mit viel Druck davon profitieren können, bzw. es zumindest versuchen.

Wechseln wir die Seite des Balles und gucken auf die Offense der Packers. Die stottert bisher unter ihrem neuen HC Matt LaFleur ordentlich, vor allem das Laufspiel funktioniert - wieder mal - kaum. Platz 26 in dieser Kategorie ist die logische Konsequenz. Im Pass liegt man zwar immerhin auf Rang 14, aber das ist für Aaron Rodgers doch überraschend schwach. Green Bay startete bisher in fast jedem Spiel offensiv sehr gut, fiel dann aber massiv ab und bekam kaum noch ein Bein auf den Boden. An Davante Adams lag das aber sicher nicht, blöd nur, dass er gegen die Cowboys ausfällt. Auch RB Jamaal Williams wird nicht spielen können nach seiner Gehirnerschütterung, die er sich bei einem heftigen Hit gegen die Eagles zugezogen hat. Im Backfield der Packers kommt also extra viel Arbeit auf Aaron Jones zu, der mit 3,3 Yards pro Versuch aber sicher nicht überzeugen konnte. Bei den Receivern muss man auf die vielen jungen unerfahrenen Spieler setzen, die man in den letzten Jahren draftete. Leider wird "EQ" nicht sein Talent zeigen können, er fällt ja bekanntlich die ganze Saison aus. Marquez Valdes-Scandling ist der einzige fitte WR, der bislang auf mehr als zehn Catches kommt. Das beschreibt die Abhängigkeit der Packers von Adams eigentlich perfekt. Auf Jimmy Graham hat nur acht Pässe gefangen, bleibt aber eine Waffe in der Redzone. Hier müssen aber er und die jungen Spieler einen riesen Schritt nach vorne machen, wenn das was werden soll. Die O-Line ist gewohnt stark. Das ist aber auch die "D" der Hausherren. Zuständig dafür ist erneut vor allem Demarcus Lawrence, aber auch Malik Hollins hat bislang einen guten Saisonstart. In Sachen Turnover sollte man aber noch deutlich zulegen, gerade einmal eine Interception gelang und beim Turnover-Ratio steht man bei -1. Außerdem hatte man mit Giants, Redskins, Dolphins und den Saints ohne Drew Brees bislang alles andere als überragende Offenses als Gegner. Gegen die Packers wird es sicher helfen, dass man einen der besten LB-Rooms der Liga hat, denn die können wie gesagt den Ball ohnehin nicht gut laufen. Auch hier wird das Duell der beiden Lines hochklassig, denn der Passrush der Cowboys kann was. Ein Fragezeichen steht aber ein wenig hinter der Secondary, Star-Corner Byron Jones mal ausgenommen. Da Green Bay hier aber auf seinen Star verzichten muss ist man den Packers zumindest nicht unterlegen.

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Fazit

Auch dieses Spiel dürfte wieder eng und spannend bis zum Schluss werden. Für die Packers sind die Cowboys alles andere als der optimale Gegner. Green Bay wird Probleme haben den Lauf zu stoppen und zudem fällt auch noch Adams aus, auf den man im Passspiel angewiesen ist. LaFleur und Rodgers klicken noch nicht so ganz und müssen sich jetzt einer wirklich guten Defense stellen. Auch für die ist es aber der bislang härteste Test. So können sie dann unter Beweis stellen, wo sie wirklich stehen. Das gilt übrigens auch für Dak Prescott und den Rest der Offense. In den ersten drei Wochen war vor allem der QB von der Mississippi State University überragend, schon gegen die gute Defense der Saints sah das aber etwas anders aus. Insgesamt würden wir mit den Cowboys gehen, vor allem, weil sie zu Hause spielen und Adams ausfällt. Rodgers ist aber immer für ganz besondere Momente zu haben, gerade gegen die Jungs aus Texas. Trotzdem setzen wir auf einen knappen Sieg der Dallas Cowboys, die damit auf 4-1 stellen können, während Green Bay auf 3-2 fällt.