New England Patriots @ Philadelphia Eagles

13.11.2019, 07:56 Uhr P.L. Previews

Vor der Saison wäre dieses Matchup am 11. Spieltag eines der Topspiele der Saison gewesen, für einige sicherlich eine Art vorweggenommener Super Bowl, schließlich galten die Patriots und Eagles in ihrer jeweilige Conference vorallem aufgrund von Erfahrung, Coaching und ausgeglichener Qualität im Roster als Topfavoriten. Bei ersteren ist das trotz der zuletzt erlittenen, ersten Saisonniederlage sicherlich immer noch so, aber die Eagles krebsen eher durch die Liga, als dass sie mit Leistung überzeugen. Zuletzt wurde es etwas besser, sodass man sich zuhause sicher was ausrechnet.

22 Monate nach der Niederlage im Super Bowl LII bekommen die Patriots die Chance auf Revanche, und das auch noch in ausgeruhtem Zustand, was zusätzlich bedeutet, dass Bill Belichick ganze zwei Wochen Zeit hatte die Lehren aus dem ersten Loss gegen Baltimore zu ziehen und sich einen Plan gegen die Eagles auszudenken. Dieser wird verständlicherweise und entsprechend wenig überraschend einiges an Pässen beinhalten, schließlich ist die Secondary der Eagles bisher die große Schwachstelle im Team, die sicher schon den ein oder anderen Win gekostet hat. Dabei haben die Pats gerade bei ihren Passempfängern ein ordentliches Auf und Ab in den letzten Monaten hinter sich. Es seien hier nur die Namen Rob Gronkowski, Josh Gordon und Antonio Brown genannt. Dafür hat man nun einen Mohamed Sanu an der Seite von Julian Edelman und ggf. ein ganzes neues Gesicht in Rookie N'Keal Harry. Zusammen mit Phillip Dorsett sollten sie wie schon im Super Bowl (505 Yards) gute Chancen gegen Malcolm Jenkins und Co. haben. Damit das aber auch funktioniert wird Tom Brady Zeit benötigen, was gegen eine D-Line mit einem immer besser werdenden Fletcher Cox alles andere als leicht ist. Unterstützt wird der von Brandon Graham, Timmy Jernigan, Vinny Curry und Derek Barnett... was mal eine Ansage ist. Gerade, wenn man bedenkt, dass Brady schon gegen die Ravens zehn Mal gehittet wurde. Die O-Line ist diese Spielzeit nicht auf dem Niveau der Vorjahre, sodass besonders die Interior mit Joe Thuney, Ted Karras und Shaq Mason hier besser spielen müssen.

Auf der Gegenseite stehen die Vorzeichen genau andersrum, obgleich man selbst auch aus der Bye-Week kommet. Aber die Patriots besiegt man in dieser Saison wohl eher weniger mit Passspiel. Also Laufen, bzw. die Runningbacks nutzen, was natürlich auch die Gäste wissen und das verhindern wollen. Gelingt ihnen das, werden sie gewinnen. Aber leicht wird das nicht, denn Philly hat hier einen Lauf, im wahrsten Sinne... 218 Yards am Boden gegen die Bills, 146 gegen die Bears, was zu einem Ballbesitz von über 35 Minuten in beiden Spielen führte. Mit Jordan Howard und Miles Sanders hat man soetwas wie das Zweiköpfige-Monster und auch Carson Wentz kann eine Gefahr im Laufspiel oder bei Scrambles sein. Allerdings ist Jordan Howard mit einem Stinger noch fraglich und auch Veteran Darren Sproles wird dieses Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen. Deshalb hat man Freitag in Jay Ajayi einen alten Bekannten verpflichtet, der wohl auch direkt auflaufen wird. Alleine aufs Laufspiel wird man sich eh nicht verlassen können, aber die Matchups machen kaum Hoffnung. Alshon Jeffery ist out und Nelson Agholor hat seit Woche 3 keine fünf Bälle mehr in einem Spiel gefangen. TE Zack Ertz ist so der beste Pass-Catcher bei den Eagles und muss die Linebacker und Secondary gut beschäftigen, um Räume zu schaffen und das Spiel nicht zu einseitig wirken zu lassen.

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Fazit

Wenn die Eagles alles abrufen, was man auf dem Papier von ihnen eigentlich jede Woche erwartet, dann haben sie auf jedenfall eine Chance auf den Heimsieg. Dennoch... für uns sind sie mal wieder der Underdog. Abgesehen vom Heimfeld spricht nicht so viel für sie. Gerade der Ausfall von Jeffery lässt eine ohnehin schon recht eindimensionale Offense noch eindimensionaler daherkommen. Dafür ist die Defense zu gut, sodass die Offense nicht erneut 505 Yards erzielen werden muss. Und zu guter Letzt, zwei Wochen Zeit für Belichick sind einfach undankbar, wenn nicht sogar unfair.