Cincinnati Bengals @ Baltimore Ravens - 14:19

28.11.2016, 07:45 Uhr J.B. Reviews

Wir fassen dieses Spiel mal mit folgendem Satz von Ravens Kicker Tucker zusammen:

"If you want to win, you want the ball in your hands. In my case, at your feet.“

Denn der entscheidende Mann in diesem Spiel war, erstaunlich in dieser Saison, tatsächlich Baltimores Kicker. In einem Spiel in dem die einen (Ravens) offensiv nicht viel mehr können und den anderen (Bengals) wichtige Leistungsträger fehlen, war nicht der Arm oder die Hand entscheidend, sondern der Fuß. Den ersten und einzigen TD für Baltimore gab es in Quarter eins. Und es war fast der schönste Pass von QB Joe Flacco an diesem Abend. WR Breshad Perriman lief eine Fade Route in die Endzone und Flacco platzierte den Ball perfekt in den Händen seines Receivers. Direkt über der Helmkrone eines Bengals Verteidigers. Spektakuläres gab es dann lange Zeit nicht mehr wirklich viel zu sehen. Nach zwei Field Goals für je ein Team, u.a. der erste 50+ Yarder für den eben angesprochenen Tucker, bekam Bengals DL Carlos Dunlap die Hände an der LOS nach oben und unterbrach bereits das 11. Mal diese Saison einen Pass tief in der Ravens Hälfte, welcher dann intercepted wurde. Nur drei Spielzüge später war es das aber schon mit den ernstzunehmenden Offensivbemühungen der Bengals. Nach einem missglückten Snap kam prompt der Turnover und es ging wieder in die andere Richtung. 40 Yards später war es, dreimal dürft ihr raten, Tucker der einen 57 Yarder versenkte. Überflüssig zu erwähnen, dass er den darauffolgenden 54 Yarder ebenfalls traf und anschließend verdient die Faust zum Himmel recken durfte. Bei den Bengals dauerte es lange mit der Offensive. Erst tief im dritten Quarter gelang dem Team der erste Touchdown. Nach Rollout zur rechten Seite fand QB Andy Dalton TE Tyler Eifert tief in der Endzone. Mit nur noch einer Minute zu spielen lagen die Bengals 19-12 hinten, bewegten jetzt aber in der Hurry Up Offense endlich den Ball und waren schon in Field Goal Range als Dalton gesacked wurde und fumblete. Die kurioseste Szene zum Schluss. Mit 12 Sekunden auf der Uhr will Baltimore an der eigenen 10-Yard Linie punten. Von den Bengals kommt kein Druck, weil gleich mehrere Ravens Spieler bewusst die Bengals Special Teamer festhalten und Punter Sam Koch wandert seelenruhig zurück zur eigenen Endzone, dort ein bisschen hin und her und lässt die Uhr herunterlaufen. Auch als die Uhr aus läuft ist noch lange keiner beim Punter in der Endzone angekommen. Die Holding Flags ignorierend läuft Koch aus der Endzone und schenkt den Bengals einen Safety, denn anders als bei einem defensiven Play, darf ein offensives Play mit einer - oder in diesem Fall gleich unzähligen - Strafen enden.

Clever gemacht von HC John Harbaugh, der mit seinem Team weiter bilanzgleich mit den Steelers an der Spitze der AFC North thront. Für die Bengals wird es seit langem Mal wieder wohl keine PO’s geben.

Player of the Game: Kicker Justin Tucker - Baltimore Ravens: 4/4 FG | 3/3 50+ | 57 Lg | 49,8 Avg