Detroit Lions @ Seattle Seahawks - 6:26

06.02.2017, 03:59 Uhr J.B. Reviews

Wir haben ja wirklich nicht immer recht mit dem was wir schreiben, aber wenn, darf man sich auch mal selber loben: Unsere Things to Watch von diesem Spiel waren ziemlich on point. CB Richard Sherman sagte nach dem Spiel: „Das fühlte sich wie früher, das fühlte sich gut an.“ Und man kann ihn verstehen. RB Thomas Rawls machte seine beste Marshawn Lynch Interpretation und erlief 161 Yards sowie einen Touchdown. Das Laufspiel tat genau das wozu es nötig ist: es sorgte dafür das Seattles Passspiel funktionierte. Aber von Anfang an.

Zunächst machte Detroits Verteidigung einen guten Job indem sie QB Russel Wilson im ersten Viertel zwei mal sackte und keine Punkte zuließ. Allerdings machte auch die Offense keine. Sie spielten sogar Anfang des zweiten Spielabschnitts ein 4th&1 aus, verwandelten diesen aber nicht und überließen damit den Seahawks den Ball in guter Ausgangssituation. Von fast der Feldmitte tankte sich vor allem Rawls bis vor die Endzone. Doch auch hier gelang bis zum 4th&Goal kein Score. HC Pete Caroll ist ja nicht unbedingt dafür bekannt es konservativ zu halten. Er ließ also den Versuch ausspielen, Wilson passt in Richtung WR Paul Richardson und dieser fängt das Ding spektakulär unter dem Körper von CB Wilson Sr. Aber Flagge auf dem Feld. Die Schiedsrichter entscheiden auf Defensive Pass Intereference. Touchdown Seattle. Bei so einem spektakulären Catch schaut man sich doch gerne die Wiederholung an. Und da fallen einem ein paar Sachen auf: Zum einen ist es unfassbar wie Richardson das Ding festhalten kann. Dann kann der geneigte Beobachter keine Defensiv-PI erkennen. Wilson ist vor Richardson, dreht sich Richtung Ball und will diesen abwehren (wobei man darüber streiten kann). Vor allem aber sieht man das Richardson Wilsons Facemask greift und zur Seite zieht. Eine Fehlentscheidung also. Stattdessen hätte es wieder vierten Versuch für Seattle an ca. der 18-Yard Linie geben müssen. Es sollte nicht die einzige Fehlentscheidung bleiben.

Vor der Pause konnte noch Kicker Steven Hauschka auf 10:0 erhöhen. Im Gegenzug gab es auch die ersten Punkte für die Lions durch Kicker Matt Prater. Eigentlich lief alles gut für Detroit bis hierhin. Man hatte das Spiel offen gehalten und konnte mit etwas besserer Offensiv-Performance in Halbzeit zwei hier was reißen. Leider kam diese nicht. Im Gegenteil. Es gab immer wieder dumme Personal Fouls, Dropped Passes und überworfene Receiver. RB Zach Zenner kam nicht ins Spiel und blieb bei 34 Rushing Yards. Da half auch ein wunderschöner 23 Yards Catch and Run im dritten Viertel nicht.

Daraus resultierten noch einmal drei Punkte für Detroit und man war auf vier Punkte dran. Aber im Gegenzug machte auch Seattle wieder ein Fieldgoal. Wieder ein TD unterschied zu Beginn des letzten Spielabschnitts.

Jetzt marschierte Seattle. Getragen von ihren Playmakern Baldwin, Graham und Rawls jagten die Männer aus der Kaffe Metropole übers Feld und erhöhten um einen weiteren TD, allerdings ohne Extrapunkt den Hauschka an den Pfosten setzte.

Jetzt musste Detroit liefern. Aber die Schiedsrichter waren anderer Meinung. Bei einem 3rd&10 gaben sie ein klares Defensiv Holding nicht, weil der Ball angeblich unfangbar war. Dieser fiel aber nur 2 Yards vor WR Golden Tate auf den Boden. Die Lions hatten schon viel selbst dafür getan hier zu verlieren, aber das brach ihnen wohl endgültig das Genick. Seattle musste nun nur noch den Sack zumachen. Das taten sie mit einem TD von WR Doug Baldwin.

Detroit hätte einen Sahnetag erwischen müssen um Seattle zu schlagen und den hatten sie nicht. Sie haben es über drei Viertel eng gehalten und das ist aller ehren Wert. Seattle hat nicht mehr getan als sie tun mussten. Wir denken, dass in diesem Team noch mehr steckt und sie könnten ein Wörtchen in der NFC mitreden, wenn sich das Laufspiel, und damit einhergehend das Run Blocking (Rawls hatte manchmal Lücken durch die er mit einem Traktor hätte fahren können), verbessert.

Ein letztes Wort noch zu den Schiedsrichtern: In diesem Spiel hatten sie keinen Einfluss auf den Ausgang, weil Seattle wohl auch ohne ihre „Leistung“ gewonnen hätte. In einem knappen Spiel hätten die hanebüchenen Fehlentscheidungen aber zu einer Wettbewerbsverzerrung führen können. Alle Football Fans können nur hoffen, dass diese Crew kein Playoff Spiel mehr bekommt.

Player of the Game: RB Thomas Rawls - Seattle Seahawks: 27 Car | 161 Yds | 1 TD