Green Bay Packers @ Atlanta Falcons - 21:44

06.02.2017, 04:26 Uhr J.B. Reviews

Es war alles angerichtet, um sich nach knapp 25 Jahren würdig vom Georgia Dome in Atlanta zu verabschieden. Als Gast hatten sich die Packers angekündigt, die scheinbar kein Spielverderber sein wollten. Oder sein konnten? Sicher ein wenig von beidem.

Die beste Offense der Liga sicherte sich direkt das Angriffsrecht und bewies warum Ihnen diese Saison dieser Status gebührt. Mit zumeist kürzeren Pässen nutzte QB Matt Ryan die Schwäche der Packers Verteidigung aus. Nachdem FB Patrick DiMarco ganz frei für 31 Yards Raumgewinn gesorgt hatte, flippte „Matty Ice“ das Ei drei Spielzüge später bei 3rd&Goal zu WR Mohamed Sanu in die Endzone zur frühen Führung.

Als die Offense der Packers darauf das Feld betrat, war es der mit zwei gebrochenen Rippen spielende WR Jordy Nelson, der die ersten zwei Pässe von QB Aaron Rodgers fing und damit direkt für 42 Yards sorgte. Viel weiter kam Green Bay nach starkem Druck von Falcons Rookie-MLB Deion Jones aber nicht, sodass einer der Helden der Vorwoche, K Mason Crosby, zum ersten Mal zum Field Goal antrat. Und man höre und staune, es gelang ihm aus 41 Yards nicht den Ball durch die Stangen zu befördern.

Atlanta durfte also wieder und machte einfach weiter. Das Laufspiel war noch kein wirklicher Faktor, aber das machte nichts. Die schwache Coverage der Packers Verteidiger lud Ryan förmlich zum Passen ein. Und der nutzte das. Im ersten Viertel hatte er bereits sechs verschiedene Receiver für 125 Yards bedient. Nach einem Offensiv Holding reichte es dann aber zum Glück für die Cheeseheads nur zu drei weiteren Punkten durch Kicker Matt Bryant.

Besser wurde es für das Team aus Wisconsin aber nicht. Obwohl Rodgers zu anfang noch an der Perfektion kratzte. Doch auf dem Weg zu den ersten sieben Punkten verlor FB Aaron Ripkowski während eines zunächst starken Laufs den Ball. CB Jalen Collins riss das Ei erst raus und sicherte es sich dann in der Endzone. Touchback, null Punkte Green Bay und Ballbesitz Atlanta.

Und die blieben gnadenlos. WR Julio Jones fing drei Pässe für 56 Yards und am Ende war es tatsächlich Matt Ryan höchstpersönlich, der für 14 Yards in die Endzone scrambelte. 17:0 Falcons… und es waren noch mehr als sieben Minuten in Q2 zu spielen.

Zunächst mussten beide Teams erstmals ihre Punter aufs Feld schicken. Dann warf Rodgers bei 3rd&Forever eine Interception. So durfte Atlanta nochmal und schloss den Drive drei Sekunden vor Schluss durch Julio Jones mit einem starken Touchdown Catch ab. Die Defense Green Bays verpasste es schlichtweg die wenigen sich bietenden Möglichkeiten in Form von Turnovern zu nutzen. Halbzeit, es stand zur Überraschung aller, die ein spannendes Spiel erwartete hatten, 24:0.

Halbzeit zwei startete mit Packers Ball und einem Three and Out. Im zweiten Play des Falcons Drives versuchten es die Packers mit einem Blitz, der ordentlich nach hinten losging. Ryan fand Jones, der losrannte, zwei Tackles durchbrach und 73 Yards zum nächsten Touchdown lief. Langsam wurde es eine Deklassierung.

Immerhin gelang den Packers nach 36 gespielten Minuten das erste Erfolgserlebnis. Rodgers stand zwar vermehrt unter dem Druck des Falcons Passrush und war auch teils ungewohnt ungenau, führte seine Mannen aber endlich ohne Turnover bis zum ersten Touchdown. Den besorgte WR Davante Adams indem er einen 2-Yard Pass seines Quarterbacks fing. Der Beginn einer aussichtslos erscheinenden Aufholjagd?

Wartet…, wartet…, nein! Jones zeigte einen absolut spektakulären Catch - auch er spielte übrigens unter Schmerzen, RB Devonta Freeman wurde auch mal etwas mehr involviert und eine zumindest fragwürdige PI ebneten den Weg zum 37:7 durch eben diesen Freeman. Bryant verfehlte noch den Extrapunkt. War aber auch egal, das Ding war schon lange durch. Und das obwohl noch vier Minuten im dritten Quarter auf der Uhr waren.

Deshalb machen wir es in der Folge kurz: Die Falcons „D“ ließ die Zügel verständlicher Weise etwas lockerer, sodass Jordy Nelson und Jared Cook noch zu zwei Green Bay Touchdowns kamen. Für die Falcons knackte RB Tevin Coleman mit dem sechsten Touchdown die 40 Punkte Marke.

Die Packers hatten gestern einfach nicht die Mittel diese Wahnsinnigen aus Atlanta auch nur in irgendeiner Form in Verlegenheit zu bringen. Deshalb geht die hohe Niederlage so auch absolut in Ordnung. Neben dem Spiel verloren die Packers verletzungsbedingt auch noch eine handvoll Spieler in den 60 Minuten. Immerhin haben alle jetzt genug Zeit die Wunden zu lecken und dann einen Neustart zur nächsten Saison anzupeilen.

Die Falcons ziehen also zum zweiten Mal überhaupt in den Super Bowl ein und greifen nach dem ersten Titel. Dort werden sie sicher nicht als Underdog auflaufen, denn die Leistung hat wohl nicht nur uns schwer beeindruckt. Offensiv ja sowieso, aber auch defensiv war das eine starke, konzentrierte und disziplinierte Performance der recht jungen Unit. Also, see you in two weeks, Atlanta!

Player of the Game: WR Julio Jones - Atlanta Falcons: 9 Rec | 180 Yds | 2 TD