Green Bay Packers @ Dallas Cowboys - 34:31

06.02.2017, 04:22 Uhr J.B. Reviews

Lange mussten wir auf den ersten richtigen Kracher der diesjährigen Playoffs warten. Nach diesem Spiel kann man ohne weiteres behaupten: Das Warten hat sich gelohnt! Wir hoffen, dass alle diesen Thriller schadlos überstanden und trotz 200 Puls irgendwann Schlaf gefunden haben.

Wie schon gestern begann die Partie mit einem überzeugenden Drive. Rookie-QB Dak Prescott und seine Offense hinterließen zu Beginn einen starken Eindruck. Nach einem Sack an Prescott und einer Incompletion beim 3rd Down blieb den Cowboys dann aber doch nur ein 50 Yard Field Goal von K Dan Bailey für drei Punkte.

Danach betrat erstmals QB Aaron Rodgers den Turf und der tat das, was ein Rodgers seit Wochen eben so tut: Touchdowns! Zunächst schickte er die Cowboys nach einem schnellen Snap beim 3rd Down in eine Wechselstrafe, um drei Plays später bei einem freien Spielzug aufgrund einer weiteren Flagge gegen die Defense TE Richard Rodgers für 34 Yards in der Endzone zu bedienen. 7:3 für Green Bay nach sechs Minuten; das ging schnell.

Da die Cowboys darauf punten mussten, stand AR12 nur wenig später wieder auf dem Feld. Es brauchte zwar dieses Mal deutlich länger, bis das Spielfeld überbrückt war, am Ergebnis änderte das jedoch nichts. Anfang des zweiten Viertels überließ Rodgers dem einzigen RB der Liga mit einer 88 auf dem Rücken, Ty Montgomery, den zweiten Touchdown per kurzem Lauf. Gute sechs Minuten, einen kurzen Cowboys-Stint und neun Packers-Plays später fand sich Montgomery schon wieder in der Endzone wieder; 21:3 für die Cheeseheads und es roch zum Leidwesen aller Cowboys und neutraler Fans nach einer Deklassierung.

Defensiv fand Dallas einfach keinen Zugriff auf die Receiver der Packers und schadete sich dazu mit Strafen in wichtigen 3rd Down-Situationen noch selbst. Auch offensiv fehlten bis dato die Ideen und die Löcher für Top-Rookie-RB Ezekiel Elliott. Die Ansätze waren zwar erkennbar, konnten aber nicht über einen ganzen Drive gebracht werden.

Gottseidank sollte sich das noch vor der Pause ändern. Zwei lange Pässe auf WR Dez Bryant reichten, um die Probleme in der Secondary der Packers auszunutzen. Aus diesen zwei Pässen lief der andere Spieler mit der Nr. 88 für 61 Yards und sorgte mit seinem Touchdown dafür, dass noch Hoffnung im Staate Texas herrschte. Zurecht, denn das Erfolgserlebnis hauchte auch der Defense Leben ein, der es im Anschluss zum ersten Mal gelang Green Bay zu einem Punt zu zwingen. Prescott, Elliott, Bryant und Co. waren also wieder zurück auf dem Feld und bekamen vor der Pause noch eine Chance. Das sah auch zunächst wieder gut aus, in der Redzone blieben sie dann aber stecken. Immerhin reichte es für Bailey noch vor dem Seitenwechsel das Ganze zu einem One-Possession-Game zu machen.

Lange hielt das jedoch nicht, da die Packers den Ball als erstes nach der Pause bekamen. Rodgers überwand die kurze Schwächephase und führte seine Mannen in nur dreieinhalb Minuten über das gesamte Feld. Am Ende war es dem anderen TE, Jared Cook, vorbehalten bei einem schönen Play-Action Spielzug auf 28:13 zu stellen.

Nach einer Prescott Interception, die SS Micah Hyde stark antizipierte, fürchteten die Cowboys Anhänger bereits das schlimmste. Doch man mag es kaum glauben, ein Rodgers kann noch Fehler machen. Auch ihm unterlief beim Versuch eines tiefen Balls über rechts auf WR Davante Adams ein Pick durch den SS auf der Gegenseite, Jeff Heath.

Wir befinden uns mittlerweile im letzten Viertel, indem sich die Cowboys verständlicher Weise noch nicht aufgegeben hatten. Besonders mit Pässen konnte Prescott der Packers „D“ in dieser Phase schaden. Am Ende dieser Kette stand TE Jason Witten für 6 Yards in der Endzone parat. Es war tatsächlich der erste Postseason Touchdown des möglichen Future Hall of Famers. We had a ball game!

Erst recht als die Packers “O” darauf gestoppt werden konnte. Interessanter Weise war es in diesem folgenden Dallas Drive wieder eher Elliott, der für die meisten Raumgewinne sorgte. Das zeigte die große Variabilität dieses Teams in der Offense. „Zeke“ durfte schlussendlich zwar nicht den Touchdown erzielen, war ihm aber sicher egal. Denn das übernahm mit noch viereinhalb Minuten auf der Uhr wieder Dez Bryant. Beim Versuch der 2Pt-Conversion tankte sich Prescott dann selbst mit dem Ball über die Linie zum Ausgleich. Geiles Spiel, endlich mal Spannung bis zum Schluss!

Die Packers hatten aber noch genügend Zeit und wussten auch etwas mit dieser anzufangen. Bzw. Kicker Mason Crosby wusste das als er anderthalb Minuten vor dem Ende zu einem 56 Yard Field Goal antrat… und versenkte. Wieder Führung Green Bay und immer noch nicht Schluss.

Prescott brachte Dallas schnell vorwärts, wurde dann aber an der 35-Yard Linie gestoppt. Also musste Bailey wieder mal ran. 52 Yards waren auch für ihn kein Problem. Ausgleich, noch 35 Sekunden.

Es schrie nach Overtime bis Jared Cook einen unglaublichen Ball für 35 Yards an der Seitenlinie im ins Aus fallen fing. Was für ein Catch und ein eiskalter Rodgers. Mason Crosby durfte also zum Helden werden. 50 Yards lagen dazwischen. Der Versuch saß, aber Icing… Nochmal das Ganze. Zunächst sah es aus als knallt das Ei gegen den Pfosten. Doch dann drehte der Ball noch nach rechts ab. Field Goal. Ganz knappes Ding. Sieg Packers!

Dallas, ihr habt uns viel Freude dieses Jahr bereitet und könnt voller Optimismus in die Zukunft blicken. Und Green Bay? Was soll man da noch sagen? Wir freuen uns schon jetzt wie Bolle auf ein Offensivspektakel im NFC Championship Game am nächsten Sonntag im Georgia Dome von Atlanta.

Player of the Game: TE Jared Cook - Green Bay Packers: 6 Rec | 104 Yds | 1 TD