Indianapolis Colts @ Kansas City Chiefs - 19:13

02.10.2019, 09:41 Uhr P.L. Reviews

Bis zum Spiel letzte Woche konnten die Colts mit ihrer Saison trotz der schwierigen Vorzeichen sehr zufrieden sein, doch gegen die Raiders zeigten sich dann doch einige Schwächen besonders in der Defense. Da kam das dritte Team aus der AFC West nicht gerade gelegen, denn es ist bekanntermaßen eines der besten der gesamten Liga. Doch Indy schien zum richtigen Zeitpunkt nach Missouri zu reisen.

Für die Gastgeber startete zunächst alles nach Plan, ehe am Ende eines langen ersten Drives einige Strafen ein 3rd&21 mehr verhinderten als ein Field Goal von Harrison Butker. Die Gäste zeigten im Anschluss sogar wie man es noch besser macht, profitierten von einem 30-Yard Run eines sehr starken RB Marlon Mack und kamen im zweiten Anlauf per QB-Run durch Jacoby Brissett zum ersten Touchdown.
Da beide Drives viel Zeit von der Uhr nahmen, ging der zweite der Chiefs bereits bis in das zweite Quarter. Geschockt war man vom Verlust der Führung nicht und konnte dieses Mal sogar ein 3rd&18 direkt in einen 27-Yard Touchdown durch Sophomore-WR Byron Pringle konvertieren, der ohne Tyreek Hill und Sammy Watkins die meisten Bälle von Mahomes sah. Das muntere Scoren ging weiter, was aber überwiegend an einer 53-Yard Pass Interference Strafe gegen CB Bashaud Breeland lag, die die Colts mal juste an die gegnerische 12 führte. Viel näher kam man zwar nicht ran, aber K Adam Vinatieri konnte per Field Goal ausgleichen. Es folgte dann jedoch ein Bruch im Spiel. Mahomes stand vermehrt und besonders oft über links durch Ex-Chiefs OLB Justin Houston und DT Denico Autry unter großem Druck und konnte seine Receiver so nicht wie gewohnt anvisieren, zumal auch seine Knöchelverletzung wieder aufbrach und er den Rest des Spiels in seiner Mobilität sichtbar beeinträchtigt schien. Doch zunächst folgte erstmal eine Brissett Interception in der Redzone, da er einen starken S Tyrann Mathieu übersah. Folgen hatte das keine, denn RB LeSean McCoy gab den Ball per Fumble kurz vor der Colts Redzone wieder her. Indy konnte hieraus zwar auch keinen Nutzen ziehen, wusste aber Sekunden vor der Pause per Field Goal die Führung zu erzielen.

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Die offensiven Probleme der Chiefs führten sich auch in der zweiten Hälfte fort, obwohl die Receiver hier und da ihre Separation bekamen. Mit der Führung im Rücken und im Wissen der schwachen Chiefs Laufverteidigung setzte Colts HC Frank Reich nun vermehrt auf den Run. Mit Erfolg. Denn auch wenn auf keiner Seite in Q3 Punkte hinzukamen, konnte Indianapolis so Gegner und Uhr kontrollieren. Auch hier war es die starke Line um einen perfekten Quenton Nelson, die ihr Gegenüber dominierte.
Brissett musste auch im letzten Quarter nicht viel mehr machen, als die gute Ausgangsposition durch das Running-Game - besonders der sehr starke RB Marlon Mack hier hervorzuheben - beim First Down zu veredeln. Obwohl der neben Mathieu einzig starke Verteidiger, CB Charvarius Ward, Colts Comebacker-WR T.Y. Hilton top im Griff hatte, gelang das mit einem achteinhalb minütigen Drive, der in einem Field Goal endete. Strafen gegen die schwache Line um LT Cam Erving brachten Mahomes in die nächste 3rd&28 Situation, die er mit einem 27 Yarder fast löste. An der eigenen 34 ging man bei noch fünf Minuten auf das First Down, blieb in Person von RB Damien Williams aber an Houston hängen, dem das Revenge-Game deutlich besser gelang als Khalil Mack gegen die Raiders. Der offensichtlich Run-Call under Center war wohl nicht die beste Entscheidung von HC Andy Reid. Vinatieri ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte auch Versuch Nr. 4. Er scheint wieder der Alte. Die Hausherren kamen nach dem vierten Sack an Mahomes per Field Goal nochmal etwas näher, da der Onside Kick aber misslang, konnte Brissett in Victory Formation gehen. Bitter nur für die Colts, dass sich der aufstrebende DE Kemoko Turay beim Sack den Knöchel brach und den Rest der Saison ausfallen wird.

Fazit

Er ist tatsächlich menschlich. Wir dachten schon Patrick Mahomes wäre eine Art Roboter ohne Fehl und Tadel und programmiert darauf das Spiel so leicht aussehen zu lassen und gegnerische Defenses zu demütigen. Doch das tat er hier und heute nicht, was neben schwierigen Vorzeichen aufgrund des ständigen Drucks auch an ihm selbst lag, verpasste er doch einige für ihn leichte Würfe. Einen schlechten Tag hat also jedermal und die Verletzung tat wohl ihr Übriges. Die Colts erwischten dagegen wieder einen sehr guten. Dominiert von den Lines gelang es mit der Old Scool Run-Heavy Offense das Spielgeschehen zu kontrollieren, sodass der Sieg auch völlig in Ordnung geht. Auch für die Chiefs kommt ein Dämpfer zwischendurch sicher nicht ganz verkehrt.

Player of the Game: OLB Justin Houston - Indianapolis Colts: 3-1 T-A | 1 Sck | 2 TFL