Los Angeles Rams @ Seattle Seahawks - 3:24

06.02.2017, 01:23 Uhr J.B. Reviews

Playoffs und Division Title: check! Die Seattle Seahawks geben sich zuhause gegen den Angstgegner keine Blöße, finden in die Spur zurück und beenden gleichzeitig die Mini-Negativserie gegen die Rams nach drei sieglosen Spielen in Folge.

Der Trainerwechsel der Rams brachte offensichtlich nicht den in der Vergangenheit oft erlebten „Aha-Effekt“, es war allerdings auch ein undankbares Spiel für das Debüt von Interims-HC John Fassel.

Dabei hätten die Rams nach einem durchaus gelungenen Drive im ersten Viertel in Führung gehen können. Fassel ging an der 7-Yard Linie bei 4th&1 Risiko, spielte den Versuch aus und hatte Erfolg. Zunächst, denn Coach Pete Carroll auf der anderen Seite glaubte nicht daran, dass ein erneut enttäuschender RB Todd Gurley das eine Yard geschafft hatte, warf eine Challenge Flag und bekam Recht. Turnover on Downs und null Punkte für die Rams. Mittlerweile im zweiten Viertel angekommen fand die Hawks Offense darauffolgend endlich ihren Rhythmus und pflügte besonders dank der Kombination QB Russell Wilson und dem starken WR Tyler Lockett, der für Jermaine Kearse startete, Richtung Rams Endzone. Dort stand nach 13 Plays und 93 Yards TE Luke Wilson, der schlussendlich den Pass von seinem Namensvetter zur 7:0 Führung fing. Kurz darauf bewies Fassel erneut, dass er auf Risiko steht. Wieder blieb es unbelohnt. Beim Punt an der eigenen 30-Yard Linie versuchte Punter Johnny Hekker zu passen, doch sein Wurf verfehlte sein Ziel. Gut für die Rams, dass die Hawks aus dieser guten Feldposition nur drei Punkte zustande brachten. Immerhin, kurz vor dem Pausentee gelang LA dann ohne Risiko gehen zu müssen immerhin noch ein Field Goal zum 10:3 Halbzeitstand.

Es sollten die einzigen Punkte an diesem Abend für die Rams bleiben. Gegen Ende von Q3 erhöhte Seattle durch WR Doug Baldwin auf 17:3. Zuvor spielten sich interessante Szenen an der Sideline ab. Die Situation: 1st&Goal für Seattle an der 1-Yard Linie des Gegners. Wenn die Patriots Fans unter euch jetzt ein paar nostalgische Träenen verdrücken und Marshawn Lynch sich auf der Couch lachend ein paar Skittles in den Mund wirft, hat das seine Gründe. Bereits im Super Bowl vor knapp zwei Jahren versuchten die Seahawks diese Strategie, damals bei 2nd&Goal. Fans der Seahawks würden vermutlich einiges dafür geben, die Resultate beider Spielzüge zu tauschen, im Super Bowl folgte bekanntlich eine Interception, im Spiel gegen die Rams allerdings ein Touchdown. Kein Grund also, sich aufzuregen, oder? Na ja, fast. In Erinnerung an den verlorenen Super Bowl vor zwei Jahren flippte CB Richard Sherman dermaßen an der Sideline aus, dass er von Teamkollegen zurückgehalten und beruhigt werden musste weil er sich mit den Coaches angelegt hatte. HC Carroll spielte die Situation nach Schlusspfiff herunter. Apropos, bis zu diesem gelang Russell Wilson zu Beginn des letzten Abschnitts auch noch ein dritter Touchdown. Mit einem 57-Yard Pass fand er Tyler Lockett, der damit seine starke Leistung krönte. Auch Wilson selbst konnte sich im Vergleich zu letzter Woche rehabilitieren. Er hatte aber besonders in der ersten Hälfte teils mit Ungenauigkeiten im Wurf zu kämpfen und warf schlussendlich noch einen Pick. Das Spiel war dennoch entschieden, die Rams versuchten nochmal alles und gingen noch zweimal über den vierten Versuch. Dreimal dürft ihr raten… Richtig, es konnte keiner der beiden erfolgreich abgeschlossen werden. Bei beiden 4th Downs stand mittlerweile QB Case Keenum „under Center“, da Rookie-QB Jared Goff sich gut neun Minuten vor dem Ende nach einem Check von Sherman mit einer Gehirnerschütterung vom Turf verabschieden musste. Auch die Hawks hatten Verletzungen zu beklagen. Sowohl DE Michael Bennett mit einer Nackenverletzung und Punter Jon Ryan nach einem 26-Yard Punt mit einer Gehirnerschütterung mussten ebenfalls im vierten Quarter vorzeitig runter.

Und was bedeutete das nun? Zum einen feiern die Hawks den Titel in der NFC West und schmeißen damit die Cards endgültig aus dem Playoffrennen. Insgesamt konnte man Seattle zwar kaum Nachwirkungen der schwarzen Stunde in Green Bay anmerken, aber das Laufspiel und die Effektivität der Offense bereiten weiter Sorgen. Das gilt noch mehr für die Rams, aber die haben ja ohnehin keinerlei Ambitionen mehr in diesem Jahr. Außer einen neuen HC zu finden.

Player of the Game: WR Tyler Lockett - Seattle Seahawks: 7 Rec | 130 Yds | 1 TD