Miami Dolphins @ Pittsburgh Steelers - 12:30

06.02.2017, 04:01 Uhr J.B. Reviews

Bereits in den ersten Minuten des ersten Viertels wurde die Marschrichtung dieser Partie vorgegeben. In den ersten beiden Drives der Steelers schien es so, als wäre die Defensive der Gäste noch nicht aus dem Teambus ausgestiegen und in einem Playoff-Spiel angekommen.

Denn da hatte WR Antonio Brown bereits für zwei Touchdowns gesorgt. Zwei kurze Pässe vom nicht fehlerfreien QB Ben Roethlisberger nutzte der Pro Bowler, um 50 Yards, sowie 62 Yards in die Endzone zu laufen. Bei Miami machten sich vor allem mit dem Fehlen von CB Byron Maxwell zu große Lücken in der Secondary auf. Das Offensivfeuerwerk ging auch im zweiten Viertel zunächst weiter, denn was Brown kann, kann sein Kompagnon am Boden, RB Le'Veon Bell, schon lange. Dieser rannte zum Anfang des Viertels die sonst so dominanten Pass Rusher der Dolphins in Grund und Boden und fand immer wieder Lücken in der D-Line, die er gekonnt zu nutzen wusste. Touchdown und eine konfortable 20:3-Führung waren bereits zu diesem Zeitpunkt ein schweres Brett für Miami und deren Backup-QB Matt Moore.

Aber es gab auch Chancen für die Gäste, dem Punktereigen der Steelers Parolie zu bieten. Doch gute Ausgangsmöglichkeiten ließen sie verstreichen und erlaubten sich hierbei schwerwiegende Turnover. Moore fumblete gleich zweimal in aussichtsreicher Position für Punkte kurz vor der Pause und nach der Halbzeit und verpasste es so, die Mannschaft wieder heran zu bringen. Nach dem zweiten Fumble folgte dann auch direkt eine Interception des sonst unaufälligen, aber präzisen Quarterbacks, der zudem eine kleine Schrecksekunde verkraften musste, als er böse vom starken LB Bud Dupree erwischt wurde. Ein harter Tackle außerhalb der Pocket setzte ihn kurzzeitig außer Gefecht.

Für Pittsburgh war die Marschroute in den letzten beiden Viertel mehr ein Mix aus gewillter Offensivkraft mit dem Hang zur Spielverwaltung, denn die Entscheidung schien schon längst gefallen. Viele Ballübergaben an Bell nutzte dieser gekonnt für gewinnbringende Yards und spätestens mit seinem Touchdown kurz vor Ende des dritten Viertels mauserte er sich zum Matchwinner. Grund genug für die Steelers bereits vor der Partie offen zu legen, dass sie ihren Franchise Tag auf den Running Back legen wollen, dem dann $12 Mio. winken, aber das Verhandlungsrecht mit anderen Teams in der Offseason erlischt.

Ein bisschen Ergebniskosmetik im letzten Viertel gelang Miami noch mit einem Touchdown von Moore auf WR Damien Williams. In der Folge warf dann Roethlisberger noch seine zweite Interception, die aber auch nichts am klaren Ergebnis rüttelte. Nach der Partie sah man den großgewachsenen Quarterback mit einem Walking Boot in den Katakomben. Er hat sich eine leichte Knöchelverletzung zugezogen will in Kansas City nächste Woche aber spielen.

Der Weg der Miami Dolphins war kein schlechter: Wunden lecken und neu angreifen mit aufgefrischtem Personal unter einem guten HC Adam Gase dürfte die Vorgabe für die Offseason sein. Pittsburg hingegen scheint prädistiniert für einen Playoff-Run. Mit 8 Siegen in Folge, zwei starken Waffen durch die Luft und am Boden, sowie einer hochmotivierte Defense im Mix aus Routiniers und jungen Wilden, verfügen sie über das notwendige Set. Da hat die kommende Partie in der Divisional Round bei den Kansas City Chiefs schon das Prädikat „Topspiel“ verdient. Es bleibt aber abzuwarten, in wieweit Roethlisberger von einer Verletzung beeinträchtigt ist.

Player of the Game: RB Le'Veon Bell: 29 Car | 167 Yds | 2 TD | 2 Rec | 7 Yds