New York Giants @ Green Bay Packers - 13:38

06.02.2017, 04:03 Uhr J.B. Reviews

Bei -11°C ging es im altehrwürdigen Lambeau Field zwischen den beiden Traditionsteams Packers und Giants zur Sache.

Der Gast aus New York startete deutlich besser in die Partie und man hatte bereits zweimal den Touchdown-Schrei auf den Lippen. Doch zwei unnötige Drops von WR Odell Beckham Jr., der bereits im ersten Drive daneben griff, und Rookie-WR Sterling Sheppard in der Endzone relativierten einen starken Eindruck von QB Eli Manning. So mussten sich die G-Men mit drei Punkten begnügen. Green Bays Top-QB Aaron Rodgers, der in den sieben Spielen zuvor 18 Touchdowns bei keiner Interception geworfen hatte, kam mit der starken und aggressiven Defense aus New York zunächst überhaupt nicht klar. Diese Verteidigung hatte dann allerdings einen Schock zu verkraften, denn der beste Interception-Fänger, CB Dominique Rodgers-Cromartie, musste nach einem Pferdekuss vom Feld. Er kam jedoch zur zweiten Hälfte zurück. Auch auf der anderen Seite traf es einen immens wichtigen Spieler. Top-WR Jordy Nelson verließ das Spiel nach einem heftigen Tackle von der Seite in seine Rippen. Er konnte leider nicht zurückkehren.

Spielerisch dominierten in der Folge auf beiden Seiten die Verteidigungsreihen bis Manning Mitte des zweiten Abschnitts mit einem 51-Yard Big Play durch die Mitte auf TE Will Tye seine Mannen wieder tief in Green Bays Hälfte brachte. Wieder funktionierte der Pass in die Endzone aber nicht, sodass erneut nur drei Punkte durch K Robbie Gould heraussprangen. Für die Überlegenheit der New Yorker zu diesem Zeitpunkt deutlich zu wenig. Und die Strafe folgte auf dem Fuße. Nachdem die Packers zunächst mit der Verletzung von Rookie-MLB Blake Martinez den nächsten Rückschlag verkraften mussten, reichten plötzlich drei Plays aus, um das Spiel zu drehen. Nach einem missglückten Punt von P Brad Wing fand Rodgers erst WR Davante Adams an der rechten Seite für 31 Yards und nach einem 2-Yard Lauf von RB Ty Montgomery erneut Adams für fünf Yards zur 7:6 Führung. Der anschließende Versuch eines Two-Minute-Drills von New York ging nach vier Play direkt wieder zuende. Es kam das, was kommen musste. Rodgers trat bei 4th&2 an der Giants 42-Yard Linie und noch sechs verbleibenden Sekunden zu seiner Lieblingsbeschäftigung an: Hail Mary’s werfen! Und wie könnte es anders sein, war diese natürlich erfolgreich. WR Randall Cobb fing das Ei am Ende der Endzone zur unglaublichen 14:6 Pausenführung.

Wir beruhigen uns wieder. Das Spiel tat dasselbe bis die Packers nach neun Minuten in Q3 zu viel Risiko gingen und ein 4th&Inches an der eigenen 42-Yard Linie vergeigten. Endlich konnten die Giants das mal nutzen. Manning fand einen recht freien WR Tavarres King nur zwei Spielzüge später zum 14:13 Anschluss. Die Freude auf New Yorker Seite währte jedoch nur vier Plays der Packers, in denen diese 63 Yards zurücklegten. Rodgers krönte das erneut auf Cobb mit einem 30-Yard Score, der den alten Abstand wieder herstellte. Wir machen so weiter: Giants Fehler beim Return, 3&Out, gute Feldposition der Packers, Rodgers befreit sich nach links aus der Pocket, findet einen freien Adams und schon waren es wieder nur noch 17 Yards bis ins erneute Glück. Dieses Mal konnte die Giants „D“ jedoch endlich wieder zu packen und verhinderten so den Maximalscore. Zu drei weiteren Packers Punkten zum 24:13 reichte es aber dennoch.

Von den Giants musste was kommen. Da fragt man sich natürlich „was macht eigentlich OBJ?“ Der ließ weiter reihenweise fangbare Bälle fallen. Und wie in der Preview erwähnt, wäre eine Top-Performance vom besten Receiver so wichtig gewesen. Doch es gelang ihm kaum was. Von elf zu ihm geworfenen Bällen fing er nur vier für 28 Yards. Da ist ihm die Sonne von Miami vielleicht doch nicht bekommen?

Spielerisch lief es weiter bei den Packers, doch verletzungstechnisch folgte die nächste Hiobsbotschaft. Montgomery verdrehte sich bei einem Run gefühlt seinen ganzen Körper und musste auch auf die Bank. Rodgers ließ sich aber von nichts mehr beeindrucken. Punktgenauer Pass auf… wen sonst… Randall Cobb zu dessen dritten Touchdown (Franchise Rekord). 31:13 und die Messe war mit noch zehn Minuten auf der Uhr gelesen. Zumal dann noch ein kurioses Play folgte. Manning wurde von MLB Clay Matthews gesackt und verlor bei der Wurfbewegung den Ball. Alle dachten Incomplete Forward Pass, ...bis auf die Referees, denn diese pfiffen nicht ab. Matthews registrierte das als erstes und schmiss sich nach einigen Sekunden auf den Ball. Fumble, der Call blieb bestehen. Green Bay erhöhte nochmal und zeigte, dass Touchdowns auch per Lauf erzielt werden können. FB Aaron Ripkowski up the middle zum Endstand!

Die Giants starteten gut auf beiden Seiten, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen und das Pensum nicht lange halten. Hätten sie in der ersten Hälfte nicht sechs sonder 14 Punkte erzielt, wäre es vielleicht etwas anders gelaufen. Aber so setzen sich die Packer hochverdient und in am Ende beeindruckender Manier durch und wollen sich nun nächste Woche an den Cowboys für die Saisonniederlage rächen.

Player of the Game: WR Randall Cobb - Green Bay Packers: 5 Rec | 116 Yds | 3 TD