Pittsburgh Steelers @ Kansas City Chiefs - 18:16

06.02.2017, 04:24 Uhr J.B. Reviews

Im letzten Divisional-Duell standen sich die Steelers und Chiefs gegenüber, die aufgrund der Wetterbedingungen ihr Aufeinandertreffen um einige Stunden verschieben mussten. Aber das Wetter tat dem Spiel keinen Abbruch. Vielmehr sorgte es für einen erwärmenden Kampf für die Zuschauer im Arrowhead Stadium, die bestimmt kalte Füße bekommen hatten.

Zunächst gingen die Steelers an das Ei. QB Ben Roethlisberger marschierte mit zwei Pässen auf einen komplett blanken TE Jesse James direkt in die Chiefs Hälfte, wurde mit seiner hochdotierten Offense jedoch von einer dominanten Redzone Defense der Chiefs gestoppt. K Chris Boswell brachte die ersten Punkte für die Gäste aufs Board - es sollte nicht sein letzter Versuch bleiben.

Umgehend folgte die Antwort der Hausherren in ihrem ersten Drive, nach dem ein kurzer Kick der Steelers um einen Return durch WR Tyreke Hill zu vermeiden, doch etwas vermasselt wurde. Über TE Travis Kelce, der nicht nur spielerisch auf sich aufmerksam machte, führte QB Alex Smith sein Team abschließend mit einem schönen Play-Action-Pass auf WR Albert Wilson in die Endzone.

Aber die Steelers konnten auf ihre „B's“ vertrauen. Denn im nächsten Drive verschaffte sich „Big Ben“ gekonnt Raum in der Pocket und schleuderte eine lange Granate auf seinen WR Antonio Brown, der in bester Manier den Ball abfing. Warum LB Justin Houston Brown in diesem Play coverte, ist eine andere Frage. Erneut reichte es für die Steelers aber nicht, um in die Endzone zu gelangen. Boswell verkürzte auf 7:6.

Ein kurzer Drive der Chiefs brachte Pittsburgh schnell wieder an den Ball. So machte sich auch RB Le'Veon Bell richtig bemerkbar, der auch diesem Spiel seinen Stempel aufdrückte und mit vielen gewinnbringenden Läufen punktete. Wieder in der Redzone angelangt, reichte es abermals nicht für sechs Punkte. Bereits früh im zweiten Quarter durfte Boswell erneut seine Zielgenauigkeit unter Beweis stellen und verwandelte aus 36 Yards.

Es folgten zwei fehlerbehaftete Drives beider Mannschaften, in denen Smith und Roethlisberger sich jeweils eine Interception erlaubten. Besonders bitter war diese für die Gäste, die an der 5-Yard Linie der Chiefs erneut das rettende Ufer mit dem Namen Endzone verpassten. S Eric Berry sicherte sich den Ball und machte mal wieder auf sich aufmerksam. Er spielte eine starke Saison und ist einer der angesagtesten Free Agents. Aus dem erneuten Goal-Line-Stand konnten die Männer von HC Andy Reid aber keinen Profit schlagen und mussten ein Three and Out hinnehmen.

Es folgt keine Wiederholung: Bell lief erneut stark durch die dominante Defense der Chiefs, die ebenso wie die Steelers „D“ ein sehr gutes Spiel machte. Aber wieder reichte es nur zu einem weiteren Kick von Boswell, der langsam aber sicher die Oberschenkel von Bastian Schweinsteiger bei der Anzahl an Kicks bekommen sollte. 12:7 kurz vor dem Pausentee. Den schenkte sich RB Charcandrick West zu früh ein, der den Ball ohne Bedrängnis aus der Hand verlor und so den Steelers eine weitere Chance vor der Pause ermöglichte. Über Antonio Brown, für den es vorerst die letzte Reception bis tief ins letzte Viertel war, reichte es aber nur für 29 Yards, da die Defense tief in die eigene Zone absackte um das Big Play zu vermeiden. Mit einem One-Score-Game ging es für beide Teams in die Kabine.

Nach der Pause änderte sich am Spielgeschehen zunächst nicht viel. Die Offense der Hausherren schluderte im Mittelteil des Spiels gewaltig. Bemerkenswert ist hierbei der Wert, dass Bell mehr Yards am Ende des dritten Quarters hatte, als die gesamte Chiefs Offense. Es folgte eine bekannte Schriftfolge: Bell läuft, Steelers stehen tief in der Chiefs Zone, scheitern in drei, Chris Boswell kickt. 15:7 und der eingestellte Rekord für die meisten Field Goals in einem Playoff Spiel.

Nach einem Austausch von Punts gelang es der Offense um Alex Smith endlich wieder, aufs Scoreboard zu kommen. K Cairo Santos brachte Kansas City mit einem Field Goal wieder auf einen Touchdown heran. Im Drive erlaubte sich Travis Kelce einen Aussetzer, nachdem er CB Ross Cockrell zu Boden schupste und seiner Offense so einen Raumgewinn von fünf Yards in minus 15 verwandelte.

Es folgte der letzte Auftritt von Chris Boswell an diesem Abend. Ein schöner Drive der Steelers mit eingestreuten Läufen und tollen Completions über Roethlisberger und seine Anspielstationen Jesse James und WR Eli Rogers bedeutete Redzone, …bedeutete Field Goal Nummer sechs. Boswell baute auf 18:10 aus und steht nun als alleiniger Rekordhalter fest.

Mit knapp zehn verbleibenden Minuten, ging es für die Gastgeber nun in die „Alles oder nichts“-Phase. Durch zwei lange Bälle auf den aufbrausenden Kelce und einem überspielten 15-Yard-Penalty, standen die Chiefs kurz vor der Endzone und einem möglichen Ausgleich. Sogar ein 4th & 2 wurde über FB Anthony Sherman ausgespielt, was den Ball an der 1-Yard Linie vor der Endzone platzierte. Einfaches Futter für West, der mit seinem Touchdown das Arrowhead in ein Tollhaus verwandelte und neue Hoffnung einflöste. Eine 2Pt-Conversion musste folgen: Smith scrambelte und fand seinen TE Demetrius Harris in der Endzone. Ausgleich, dachten bereits die Zuschauer. Aber OT Eric Fisher erlaubte sich im wohl unpassendsten Moment einen Holding-Call. Es ging zurück bis an die Zwölf-Yard-Linie und der erneute Versuch wurde vor den Armen von WR Jeremy Maclin weggeschlagen.

Es brauchte ein schnelles Aus für die Defense und die Vorrausetzungen waren nach einem bescheidenen Return der Steelers gut. Aber an die eigene Fünf gedrückt, bewies Roethlisberger die Übersicht und meisterte den entscheidenden Third Down über Antonio Brown - da war er wieder.

Ohne verbleibende Timeouts mussten die Chiefs trauernd der Uhr nachschauen, die bei null den Finaleinzug der Steelers ins AFC Championship Game besiegelte. Ein spannender Abschluss der Divisional Round mit ordentlich Action und zwei tollen Defensivleistungen. In der kommenden Woche reisen die Pittsburgh Steelers nach New England, um im Gillette Stadium um die Krone der AFC zu spielen und sich die Teilnahme am Super Bowl zu sichern.

Player of the Game: K Chris Boswell - Pittsburgh Steelers: 6/6 FG| 3/3 40+ | 18 Pkt