Pittsburgh Steelers @ New England Patriots - 17:36

06.02.2017, 04:28 Uhr J.B. Reviews

Und auch im zweiten Championship Game waren die Gäste scheinbar nur zum Gratulieren und Staunen gekommen. Die Pittsburgh Steelers leisteten sich einen Aussetzer zur absoluten Unzeit und müssen sich Fragen nach der Abhängigkeit von RB LeVeon Bell gefallen lassen. Aber zum Spiel:

Die Patriots bekamen zuerst den Ball und legten mit ihrem ersten Drive gleich mal ein Field Goal vor. Bei 4th&1 an der gegnerischen 13-Yard Linie hätte man sogar einen QB-Sneak versuchen können, aber dem Heimteam waren die Punkte erstmal wichtiger.

Im darauffolgenden Drive zeigten die Steelers dann, dass ihre Offense alles andere als auf der Höhe war. Nach zwei kurzen Läufen von RB LeVeon Bell und einem Incomplete Pass von QB Ben Roethlisberger musste Pittsburgh den Ball punten und New England kam erneut in Ballbesitz. Auch die Patriots machten nicht viel aus dem Ballbesitz, wieder blieb nur der Punt. Nachdem die Steelers bei ihrem nächsten Drive ebenfalls punten mussten, konnte man schon ein wenig Angst um dieses Spiel haben. Würde es am Ende ein Punt Festival werden, bei dem der Punter am nächsten Tag mit Muskelkater aufwacht während die Fans schon zur Halbzeit ein Nickerchen machen?

Mitnichten, denn dann zeigten beide Teams endlich, dass sie in der Lage sind Drives erfolgreich abzuschließen. Die Patriots bewegten sich in elf Spielzügen 80 Yards über das Feld - Touchdown. Die Steelers dachten sich vermutlich "Achso, IN die Endzone müssen wir" und antworteten mit einem 13 Spielzüge dauernden 84-Yard Drive den RB DeAngelo Williams mit einem fünf Yard Touchdown Run abschloss. Moment mal, DeAngelo Williams? Keine Sorge, wir haben uns nicht im Spieler vertan, Willams kam Ende des ersten Viertels für LeVeon Bell aufs Feld, der sich eine Leistenverletzung zugezogen hatte und von da an keine Rolle mehr spielte.

Apropos keine Rolle spielen: Die Patriots zeigten sich vom Touchdown der Steelers gänzlich unbeeindruckt und antworteten ihrerseits mit einem Drive den Brady nach einem Flea-Flicker von RB Dion Lewis mit einem 34-Yard Pass zu WR Chris Hogan abschloss. Hogan hat übrigens den Spitznamen "Seven Eleven", weil er immer offen ist. Das mag normalweise eine Übertreibung sein, gegen die Steelers traf es gestern voll ins Schwarze. Als Brady den Flea Flicker von Lewis fing und das Feld nach freien Receivern absuchte, war Hogan schon ein paar Yards vom nächsten Verteidiger entfernt. Und es sollte nicht das einzige Mal sein, dass Hogan derart offen war. Bereits bei seinem ersten Touchdown wurde er sträflich allein gelassen und hätte sich vermutlich an den Verkaufsständen im Stadion noch einen Hot Dog holen und essen können, bevor er den Ball fing.

Immerhin legten die Steelers noch ein Field Goal nach und es ging mit 17:9 für New England in die Halbzeitpause.

Die Steelers erhielten den Kickoff zur zweiten Halbzeit, aber wir wollen euch die Detailinformationen ersparen und euch stattdessen einfach Pittsburghs Drives in der zweiten Halbzeit kurz auflisten: Punt, Punt, Fumble Lost, Turnover on Downs, Interception, Touchdown. Der Touchdown war allerdings nur noch Ergebniskosmetik, zu diesem Zeitpunkt stand der Sieg der Patriots bereits fest. Warum?

Ganz einfach, weil im dritten Viertel 16 Punkte der Patriots zu null Punkten der Steelers zu Buche standen. Die, auch von uns, hochgelobte Defense der Steelers konnte den Patriots absolut nichts entgegensetzen. Brady und Co. lieferten Drives über 55 Yards zum Field Goal und 88 Yards zum Touchdown ab und erhielten dazu noch einmal den Ball in günstiger Feldposition nachdem Steelers WR Eli Rodgers gefumbled hatte. Den Rest des Spiels, die sogenannte Garbage Time, ersparen wir euch jetzt, dem Spiel war bei 33:9 für New England ein bisschen die Luft entwichen (Achtung, Deflate-Gate Witz ;) ).

Bleibt also das Fazit eines im Endeffekt langweiligen AFC Championship Games, das vom Gefühl her vor der Halbzeit entschieden war. Klar, Pittsburgh musste bereits früh auf Superstar LeVeon Bell verzichten, aber der RB war auch vor seiner Verletzung nicht gerade "on fire". Und auch WR Antonio Brown, dessen Namen wir bisher noch gar nicht erwähnt hatten, war alles andere als in Superstar-Form. Insgesamt hatte man bei Pittsburgh den Eindruck, dass das Team leicht überfordert war und zurecht verlor. Die Patriots stehen damit erneut im Super Bowl, die siebte SB-Teilnahme für Brady und Belichick in den letzten 17 Jahren, soviel zur Gleichheit in der NFL.

Player of the Game: WR Chris Hogan - New England Patriots: 9 Rec I 180 Yds I 2 TD