Seattle Seahawks @ Green Bay Packers - 23:28

09.01.2020, 05:35 Uhr P.L. Reviews

Zum Abschluss eines ereignisreichen Divisional-Wochenendes kam es zum Duell zweier Sorgenkinder. Denn trotz eines sehr überzeugenden 13-3 Records und fünf Siegen in Folge, waren die Leistungen der Packers nur selten überzeugend. Bei den Seahawks wirkte das insgesamt zwar souveräner, war es mit Blick auf die Statistiken aber nicht. Beide Teams waren Meister im Gewinnen von One-Score Games, was auf Dauer traditionell zur Mitte regressiert. Dazu schlug bei den Gästen zuletzt auch das Verletzungspech böse ein. Alles Vorzeichen, die zumindest ein enges und spannendes Matchup vorhersagten.

Die Gastgeber starteten in die Partie und nutzten dabei aus, dass Seattles Defense noch nicht richtig auf Betriebstemperatur war. Angeführt von RB Aaron Jones und WR Davante Adams zeigte man einen starken 75-Yard Drive, den letztgenannter per 20-Yard Catch zur frühen 7:0 Führung abschloss. In der Folge flachte das Spiel mit vielen Punts erstmal ab, bis die Seahawks Ende des ersten Viertels von einem 28-Yard Big Play ihrer Nr. 1 auf WR, Tyler Lockett, profitierten, das zumindest genug für ein erfolgreiches Field Goal von K Jason Myers aus 45 Yards war.
Insgesamt hatte die Packers Defense das Geschehen aber sehr gut im Griff und auch die Offense sollte im zweiten Quarter nun wieder heiß laufen. Drei Receptions in Serie für 11, 18 und 15 Yards von einem nicht zu stoppenden Adams ebneten etwas später den Weg für einen Millimeter-Touchdown von Jones aus kürzest möglicher Distanz beim 3rd Down. Die Gäste zeigten im Anschluss zwar ihren bis dato stärksten Drive für insgesamt 50 Yards, aufgrund schlechter Field Position zu Beginn und einem Sack bei 3rd Down musste Myers dennoch für 50-Yards zum Field Goal antreten und verpasste dieses. So ging es für QB Aaron Rodgers an der eigenen 40 los und da weiter, wo man zuvor aufgehört hatte. Adams und Jones blieben die Hauptakteure dieses Offense, die dazu noch eine Face-Mask Penalty von der Seahawks Defense bekam... und schon stand es 21:7 nachdem Jones erneut aus einem Yard in die Endzone gelaufen war. Dabei blieb es auch die restlichen anderthalb Minuten bis zur Pause.

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Für Seattle war bei diesem eindeutigen Spieltag klar, dass man mit Ballbesitz einen starken Drive aus der Pause raus benötigte, um die eigenen Hoffnungen am Leben zu halten. Gesagt, getan. QB Russell Wilson nahm das nun selbst in die Hand und scramblete bei 3rd Down für 22 Yards, ehe er seinen Rookie-WR D.K. Metcalf erfolgreich bediente. Bei 4th&1 an der gegnerischen 5 ging HC Pete Carroll das Risiko und wurde mit einer 4-Yard Reception von Lockett belohnt, sodass RB Marshawn Lynch den Ball nur noch über die Linie bringen musste. Der Anschluss war hergestellt, doch die Packers schlugen eiskalt zurück und brauchten dafür nur fünf Plays, da Rodgers zunächst TE Jimmy Graham für 27 Yards und wenig später Adams für ganze 40 Yards tief zum Touchdown fand. Immerhin gaben sich Wilson und Co. weiter nicht geschlagen und kamen nach einem sechseinhalb minütigen Drive über 84 Yards noch im dritten Viertel wieder zum Anschluss. Der Quarterback streute dabei nun immer wieder Scrambles ein, am Ende war es aber Lockett, der einen Pass aus sieben Yards in der Endzone zum 17:28 entgegennahm.
Angekommen im letzten Abschnitt gelang es nun endlich auch der Defense nach drei Packers Touchdown-Drives in Folge deren offensiven Flow mit einem 3&Out zu unterbrechen. Die Chance für Wilson direkten Kontakt mit dem Gegner herzustellen, was der mit vier Würfen für mehr als 14 Yards auch tat, auch wenn es Beastmode war, der das Ei wieder aus einem Yard über die Linie prügelte. Die 2Pt-Conversion um auf drei Punkte heranzukommen schlug aufgrund eines Sacks am Spielmacher aber fehl. Rodgers konnte auf der Gegenseite per 14-Yard Scramble zwar ein First Down erlaufen, musste drei Plays später nach einem gemeinsamen Sack der Griffin-Brothers aber ohne Punkte wieder vom Feld. Die Chance für die Gäste zu einem wichtigen Zeitpunkt erstmals in Führung zu gehen, doch nach einem ersten erfolgreichen Pass auf Lockett blieben zwei weitere Versuche incomplete, ehe auch Wilson von einem der unehelichen und erneut starken Smith-Brüder gesackt wurde. Rodgers ging darauf bei einem 3rd&8 tief und fand den überragenden Adams für 32 Yards. Direkt im Anschluss an die Two-Minute Warning stand man erneut bei einem 3rd Down für neun Yards. Ein First Down würde das Spiel mangels Seahawks Timeouts beenden und so kam es auch, denn Rodgers fand Graham genau diese neun Yards... zumindest nach Meinung der Schiedsrichter. Denn trotz Review hielten sie an ihrer Entscheidung fest, obwohl es im TV eher aussah als wäre Graham short zu Boden gegangen und es damit eine Fehlentscheidung war, die das Spiel zu Gunsten der Hausherren beendete. Wobei die virtuell gezogene Linie fürs Fernsehen im Vergleich zum First Down Marker auf dem Feld auch etwas weit schien. Schwierig... Wie auch immer, alles Jammern half nichts. Rodgers ging dreimal in Victory Formation und die Seahawks trotz gutem Comeback in den Urlaub.

Fazit

Am Ende muss man sagen, dass die Hawks es in der ersten Hälfte verschlafen haben. In der zweiten kam die Aufholjagd dann wohl etwas spät, auch weil ein gut aufgelegter und nervenstarker Rodgers im richtigen Moment immer eine Lösung parat hatte. Die hieß in den mesten Fällen Davante Adams, den die Secondary des Gegners nie in den Griff bekam, was man sich mit dem O-Line Play und der fehlenden Unterstützung des Laufspiels ohne die drei etatmäßigen RB-Starter ebenfalls ankreiden lassen muss.
So kommt es also nicht zum dritten Mal zum Aufeinandertreffen der 49ers und Seahawks, sondern zum zweiten Mal zum Duell zwischen San Francisco und Green Bay. An der erste wird man sich in Wisconsin gar nicht gerne erinnern, aber deshalb sicher auch besonders motiviert auf die Revanche sein.

Player of the Game: WR Davante Adams - Green Bay Packers: 8 Rec | 160 Yds | 2 TD