Seattle Seahawks @ New England Patriots - 31:24

27.11.2016, 09:14 Uhr J.B. Reviews

Das Spiel der Woche machte seinem Namen alle Ehre. Denn in einer Partie, in der QB Russell Wilson auf Seiten der Seahawks aufspielte als wäre er nie verletzt gewesen, blieb es spannend bis in die Schlussminuten. Insgesamt acht Mal wechselte die Führung, mit dem glücklichen, aber auch verdientem Ende für die Gäste. Bis zur Pause tauschten die Mannschaften wie bereits erwähnt die Vorteile aus. Unter anderem unterlief dem bis dato fehlerlos gebliebenen QB Tom Brady die erste Interception in dieser Spielzeit. Absolut vermeidbar, da er einen unnötigen langen Ball provozierte, den CB DeShawn Shead locker abfangen konnte. Generell blieb die Mannschaft Sieger, die weniger Fehler im Spiel machte und aus einer gesunden Defensive heraus zum Erfolg kam. Des Öfteren scheiterten die Patriots vor heimischer Kulisse mit kurzen Drives an Seattles Verteidigung, die trotz des Fehlens von DE Michael Bennett den Quarterback unter Druck setzen konnte. Im Gegensatz dazu stand eine Pats-D, die die meisten Redzone-Trips unter HC Bill Belichick zuließ. Besonders gegen den Pass befanden sich Spieler der Secondary fernab von Gut und Böse. So verkaufte man sich nach dem Abgang von LB Jamie Collins in diesem Mannschaftsteil definitiv unter Wert. Auf beiden Seiten funktionierte das Laufspiel zwar nicht herausragend, setzte jedoch wichtige Akzente. Hier wären besonders die Personalien RB C.J. Prosise auf Seiten der Seahawks mit einem hohen Pensum an Läufen und Pässen und RB LeGarrette Blount bei New England mit drei Touchdowns zu nennen.

Die zahlreichen Führungswechsel hielten die kleine Revanche für Super Bowl XLXI bis ins Schlussviertel offen, wo den Patriots dann aber wieder ein Fehler unterlief, der in solchen engen Spielen maßgeblich zur Entscheidung beiträgt. Nach einem glücklichen Return von CB Cyrus Jones in aussichtsreicher Feldposition fumblete der sonst so verlässliche WR Julian Edelman den Ball und ermöglichte Seattle somit die Führung mit dem dritten Touchdown von WR Doug Baldwin, der bis dato nur in der ersten Woche in der Endzone auftrat. Eine fragwürdige 2Pt-Conversion, die ohne Erfolg blieb, lieferte dem Publikum den gewünschten Showdown. Brady, der bis auf den Pick keine großartigen Fehlwürfe hatte, hielt den Drive mit Pässen auf Edelman und einen, nach einem Hit durch S Earl Thomas III, sichtlich angeknockten TE Rob Gronkowski am Leben und ermöglichte somit die Chance zum Ausgleich mit 1st & Goal kurz vor der Haustüre der Seahawks. Aber wie wir es schon häufig gesehen haben, blieb New England der Eintritt verwehrt. Ein Lauf von Blount, noch ein Lauf von Blount, ein Quarterback-Sneak und ein Fade Pass auf Gronkowski brachten die Gastgeber nicht in die Endzone. Besonders beim entscheidenden Play waren kurz die Rufe nach einer Pass Interference zwischen S Kam Chancellor und Gronk laut geworden, die aber einheitlich als nicht zu ahnden bewertet wurde. So blieb der Comeback Versuch verwehrt und HC Pete Carroll dürfte ein wenig Genugtuung ereilt haben, dass auch die Patriots kurz vor der Endzone scheiterten. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass unter ähnlichen Umständen nun die Gewinner des legendären Super Bowls in ähnlicher Form den Kürzeren zogen. Es bleibt aber festzuhalten: Wenn beide Mannschaften ihre Form und dieses Pensum halten, ist eine Neuauflage in Houston im Februar nicht undenkbar.

Player of the Game: QB Russell Wilson - Seattle Seahawks: 25/37 | 348 Yds | 3 TD | 3 Car | 6 Yds