2018 NFL Season - Die Abrechnung

06.02.2019, 09:46 Uhr J.B. Saisonprognose

Der sportliche Teil der Saison ist Geschichte, Zeit einmal zurück zum Saisonbeginn zu schauen und abzurechnen.
Da kommt uns gelegen, dass wir uns nicht immer ganz so ernst nehmen und berechtigte Kritik für gewöhnlich annehmen. Muss man wohl auch, wenn man schon so masochistisch veranlagt ist und tatsächlich die eigene Saisonprognose dem tatsächlichen Ergebnis gegenüberstellt. In dieser verrückten Sportart keine gute Ideen. Entsprechend sieht das Ergebnis auch in diesem Jahr wieder aus.

AFC West

Ach man... es hätte hier doch endlich mal gut aussehen können, wenn da die Chiefs nicht gewesen wären und alles über den Haufen geschmissen hätten. Und warum? Weil sie es definitiv in dieser Saison konnten. Die anderen drei haben hingegen mehr oder weniger das getan, was wir auch von ihnen erwartet hatten, aber der eine völlig verpasste Tipp neutralisiert die positiven anderen dann doch noch vollends.

Kansas City Chiefs

Prognose: 7-9, 3. Platz
Ergebnis: 12-4, 1. Platz

Ab auf die stille Treppe mit uns und dort in Scham versinken. Das war echt schlecht. Nicht von den Chiefs, wir reden hier immer noch ausschließlich von uns. Schlecht in Kansas City war oftmals nur die Defense, aber ansonsten brauchte man das Adjektiv für diese Saison echt nicht in Verbindung mit der Franchise aus Missouri verwenden. Denn die dortigen Defizite konnten von einer überragenden Offense in den meisten Spielen locker kompensiert werden.
Zu unserer leichten Ehrenrettung behaupten wir mal, dass wohl wirklich niemand mit einer solchen Saison vom 24-jährigen MVP Patrick Mahomes gerechnet hat. Wenn wir uns an seinen Draft 2017 zurückerinnern, haben wir zwar viel von ihm gehalten und fanden den Move der Chiefs in zu ziehen auch gut, aber im ersten Jahr in der NFL trotz ein Jahr Lernens hinter einem starken Mentor hätten wir nie gedacht, dass ein junger Spielmacher so einschlagen kann. Die Zweifel, die wir nach dem Abgang von Marcus Peters in der Secondary hatten, bestätigten sich zwar, aber sie hatten eben keine großen Auswirkungen auf die Resultate. Hätte uns dann noch jemand gesagt, dass sich die Chiefs mit der Saison von Kareem Hunt trennen, wären es wohl noch weniger Siege in der Prognose geworden.
Also, alles in allem auf ganzer Linie versagt. Wir geloben Besserung.

Los Angeles Chargers

Prognose: 11-5, 1. Platz
Ergebnis: 12-4, 2. Platz

Hier wiederum sind wir sehr zufrieden mit uns, als auch den Chargers. Wir lagen in beiden bereichen zwar je einen danaben, aber das ist vollkommen im Rahmen. Und wenn man bedenkt, dass LA mit einer Bilanz von 12-4 tatsächlich nur zweiter in der Division wird, dann ist das ziemlich bitter. Zumal man quasi 16 Auswärtsspiele zu bestreiten hatte.
Dabei sah es zu Anfang gar nicht so gut für die Chargers aus. Zwei der ersten drei Spiele gingen in die Hose. Gut, gegen die Chiefs und Rams, aber auch gegen die 49ers tat man sich äußerst schwer. Erst danach wurde es zunehmend souveräner, auch wenn das Spiel in London glücklich endete. Insgesamt war man nach einer Siegesserie von sechs Spielen voll im Rennen und ließ sich das auch nicht mehr nehmen. Der Vorteil des Teams ohne wirkliche Fanbase lag dabei in dem Fakt, dass Philip Rivers mit 37 Jahren eine der besten Spielzeiten seiner langen Karriere auflegte aber auch bzw. besonders in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Sowohl Offense wie auch Defense gehörten zu den erweiterten Top10, mit Rookie Mike Badgley konnte man die Kicker-Problematiken endlich lösen und auch HC Anthony Lynn machte einen ganz starken Job.
Tja, fehlt eigentlich nur noch ein Zuhause was die Chargers zu würdigen weiß und eben... der Titel.

Denver Broncos

Prognose: 8-8, 2. Platz
Ergebnis: 6-10, 3. Platz

Ganz soweit weg sind wir mit unserem Tipp hier zwar nicht, enttäuscht sind wir von der Saison der Broncos aber dennoch. Wir hatten zwar von vornerein nicht an das Projekt Case Keenum in Mile High geglaubt, aber dank der auf dem Papier erwartbar starken Defense hätten wir schon mit einem besseren Abschneiden rechnet. Doch nach zwei Siegen zum Start wussten beide Seiten nie wirklich vollends zu überzeugen. Am Ende keimte nach drei Siegen und guten Eindrücken zwar nochmal Hoffnung auf, die erlosch dann aber doch wieder zügig.
Die Front-7 um Von Miller performten grundsätzlich gut, aber dahinter fehlten neben Chris Harris Jr. fähige Playmaker. Auf offensiver Seite war Case Keenum in einer unerfahrenen Unit schlichtweg zu limitiert in seinen Aktionen, um das Team zu führen. Die vielen Rookies im Team, allen voran natürlich der ungedraftete Phillip Lindsay, taten dabei immerhin ihr Möglichstes und lassen für die Zukunft hoffen. Das größte Problem in der zurückliegenden Saison stand aber sicherlich an der Seitenlinie. Vance Joseph fehlten mit seinem Personal die Ideen etwas gegen die Gegner ausrichten zu können. Das wurde besonders am Ende ohne Lindsay und Sanders deutlich. Hilflosigkeit sah man bei allen Beteiligten. Die Lehren wurden gezogen und in Vic Fangio ein starker, defensivorientierter Coach installiert. Bleibt zu hoffen, dass Rich Scangarello die Offense auf die Beine bringen kann.

Oakland Raiders

Prognose: 5-11, 4. Platz
Ergebnis: 4-12, 4. Platz

Ja, liebe Raiders Fans, Hand aufs Herz: Das war doch erwartbar, oder? Auch wenn man es nach der spektakulären und übertriebenen Verpflichtung von HC Jon Gruden nicht wahrhaben wollte, deuteten schon die Offseason-Moves keine erfolgreiche Saison an. Spätestens nach dem Trade von Khalil Mack standen dann alle Zeichen auf einen kompletten Neuanfang mit Spielern, die Chucky für fähig hält. Später wurde dann ja auch noch Amari Cooper abgegeben, sodass man nun zumindest "loaded" mit Draftpicks ist.
Rein sportlich konnte man in einigen wenigen Spielen überzeugen, war aber in den meisten klar unterlegen. Es fehlte einfach auf beiden Seiten an Playmakern und talentierten Spielern, sodass einem auch ein sicher nicht herausragender Derek Carr leidtun konnte. Weiter muss man hier wohl auch nicht ausführen. Wir sind immerhin zufrieden mit dem Tipp, für die Raiders muss es ab jetzt stetig aufwärts gehen. Dazu sollte man aber erstmal ein "Zuhause" finden, in dem man nächste Spielzeit die Gegner empfängt.

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NFC West

Auch in der NFC West hatten wir so unsere Schwierigkeiten mit der Einschätzung der vier Teams. Die Nr. 1 und die Nr. 4 waren für uns relativ klar und so kam es am Ende auch, aber die beiden Franchises dazwischen schienen unsere Prognose dann doch nicht verinnerlicht zu haben. Die einen spielten in einem vermeintlichen Rebuil-Jahr deutlich besser als man ihnen das zugetraut hatte und die anderen waren früh von einem schweren Rückschlag nach hinten geworfen und aller Chancen beraubt worden.

Los Angeles Rams

Prognose: 11-5, 1. Platz
Ergebnis: 13-3, 1. Platz

Das geht schlechter. Wir haben die Rams zwar im zweiten Jahr infolge unterschätzt, mit nur zwei Siegen zu wenig war es diese Saison aber deutlich moderater als in der vergangenen, wo wir die Prognose ja vollends verhauen hatten. Ihr erinnert euch sicher; wir leider auch noch.
Dass die zwei Siege zu wenig in der Prognose auftauchen, lag daran, dass wir unsere Zweifel an der Zusammenstellung dieser von starken Charakteren gespickten Defense hatten. In der Tat waren die Verteidigungsleistungen im Verhältnis zu den Spielern, die in dieser aufliefen, relativ bescheiden, das schien aber nicht an einer schlechten Chemie im Team zu liegen, in dem Alphatiere wie der zweifache DPoY Aaron Donald, Ndamukong Suh, Aqib Talib (teilweise) und Marcus Peters aufeinadertrafen. Sportlich war es dennoch überraschend, dass Gegner der "D" mit diesen Schränken an vorderster Front über Läufe am gefährlichsten werden konnten. Doch da die Offense als zweitbeste des Jahres stark ablieferte, war das kein wirkliches Problem. Allerdings muss man auch hier sagen, dass die Verletzung von Cooper Kupp schon Auswirkungen hatte und Jared Goff nach einem ganz starken Saisonstart zunehmend schwächer wurde und unsicherer wurde. Mit dem Höhepunkt dieser Entwicklung ausgerechnet beim großen Höhepunkt.
Interessant werden nun die Vertragssituationen einiger Spieler in der Offseason, aber insgesamt sollte mit den Rams weiter zu rechnen sein.

Seattle Seahawks

Prognose: 6-10, 3. Platz
Ergebnis: 10-6, 2. Platz

Whoop, whoop... Noch so ein Fall, bei dem wir uns einfach verschrieben hatten. Kann ja mal passieren. Aber ehrlich, großen Respekt an die Leistungen der Seahawks, besonders nach diesem Aderlass von vielen verdienten Stars aus den letzten so erfolgreichen Jahren und dazu brachte auch noch die Story um Earl Thomas Unruhe in die Franchise. Davon ließ sich das neue Team aber in keinster Weise aus dem Konzept bringen. Zu Anfang brauchte man noch eine gewisse Eingewöhnungszeit, fand danach aber immer besser zusammen, konnte einige höher eingeschätzte Teams dank starker Leistungen auf beiden Seiten bezwingen und schaffte es schlussendlich sogar verdient in die Postseason.
Es schien wirklich, als konnte Pete Carroll den neuen, unverbrauchten Spielern wieder die Motivation einhauchen, die die vorherigen am Ende in Seattle nicht mehr hatten. Dazu gelang es anderen wie bspw. Frank Clark ohne die früher deutlich präsenteren Nebenleute aus dem Schatten zu treten. So spielte die Defense um einen überragenden Bobby Wagner eine solide Saison und die Offense freute sich, dass ein verlorener Sohn wieder den Weg zurück in den Nordwesten gefunden hatte: das Laufspiel! Auch dank einer überraschend guten O-Line brachten Chris Carson und Co. ihre Franchise wieder an der Spitze der Liga in SachenRushing Yards. Dazu noch ein gewohnt starker Russell Wilson und schon scheint der Umbruch schneller abgeschlossen, als man das für möglich hielt. Wir sind auf die Hawks der Zukunft schon gespannt.

San Francisco 49ers

Prognose: 9-7, 2. Platz
Ergebnis: 4-12, 3. Platz

Oh man, das nennt man dann wohl einen ordentlichen Fail! Klar, wir gehen immer noch davon aus, dass die 9ers mit Jimmy Garoppolo under Center mehr als vier Siege erreicht hätten, aber ob es tatsächlich neun geworden wären, müssen wir ehrlicherweise selbst in Frage stellen. Dennoch war der Ausfall des hochgewetteten Spielmachers natürlich der frühe Knackpunkt in der Saison der 49ers. Ab da war im Endeffekt jedem klar, dass es nicht zu einem großen Sprung reichen wird und das schlug sich sicherlich auch auf die Motivation und den Einsatz negativ nieder.
Offensiv war dazu auch die Verletzung von Jerrick McKinnon ein weiterer Killer, sodass Kyle Shanahan noch das beste aus der Offense rausgeholt hat. Aber mit zu vielen Turnovern und einer schwachen Redzone Performance war dennoch nicht viel zu holen. Ersterer Punkt ist auch auf der Gegenseite ein entscheidender. Über das ganze Jahr konnten nur sieben Turnover kreiert werden. Richard Sherman war kein großes Faktor, weil kaum ein Quarterback in seine Richtung warf. Schließlich gab es im Rest der Secondary oftmals Gratisyards zu gewinnen. Dazu war der Passrush ein Fremdwort in der gesamten Bay, lediglich DeForest Buckner konnte sich hier auszeichnen. Was soll man sagen, Mund abputzen und auf ein Neues. So sehen wir das mit der Prognose auch.

Arizona Cardinals

Prognose: 4-12, 4. Platz
Ergebnis: 3-13, 4. Platz

Ja, der Aufschrei bei den Cards Fans war groß als sie unsere prognostizierte Bilanz gelesen haben. Und doch muss man wie schon im Vorjahr sagen, dass wir Arizona schon wieder zu gut eingeschätzt hatten. Okay, nur ein Sieg aber immerhin. Wir sind dennoch schwerst zufrieden mit der Prognose, hatten wir das Team aus Glendale als schwächstes in diesem Jahr gesehen und so kam es am Ende auch. Die Belohnung kassierte man immerhin im First Overall Pick.
Das Thema Sam Bradford, auf dem die Hoffnung vieler in diesem Jahr lag, hatte sich recht schnell erledigt. Rookie Josh Rosen durfte dann ran und hier müssen wir doch sagen, dass wir von seinen überschaubaren Leistungen, gelinde ausgedrückt, doch negativ überrascht waren. Wobei man hier durchaus festhalten darf, dass er es auch alles andere als einfach hatte. Das lässt sich insgesamt auf den ganzen Kader der Cards übertragen. Es fehlte leider an allen Ecken und Enden an dem nötigen Talent und sportlicher Klasse. Da reicht ein 35-jähriger Larry Fitzgerald alleine eben nicht und als es dem Coaching auch nicht gelang David Johnson in die Offense zu integrieren, blieb eben alles auf einem unerfahrenen Erstling hinter einer schwachen O-Line hängen. Das konnte natürlich nicht gut gehen, sodass die schlechteste Offense die logische Konsequenz war - übrigens in Lauf- und Passyards pro Spiel. Apropos, das trifft auch auf die Laufdefense zu, denn keine kassierte mehr Yards über den Boden wie die von Arizona. Ein Lichtblick war dafür die Secondary um Patrick Peterson und Budda Baker, die gegnerischen Quarterbacks das Leben schwer machte.
Rosen würden wir definitiv nicht abschreiben und mit dem frischen Coaching stehen die Zeichen auf Neuanfang. Bei den vielen Löchern im Roster wäre es sicher sinnvoll, den First Pick wenn möglich höchstbietend zu verscherbeln. Schauen wir mal...

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AFC South

Bevor wir hier zu unseren Befindlichkeiten im Hinblick auf die Prozzgnose kommen, sei gesagt, dass sich die AFC South ordentlich gemausert hat. Es gab zuletzt Jahre, da war nur der Sieger knapp über der .500-Marke. Diese Saison waren das gleich drei Teams, von denen es für zwei in die Postseason ging.
Die finalen Records 11-5, 10-6 und 9-7 haben wir sogar richtig prognostiziert, allerdings eben nicht den richtigen Teams zugeordnet. Besonders Colts und Jaguars haben das Ergebnis insgesamt doch inakzeptabel gemacht und gerade bei letzteren scheint über unserer Glaskugel ein Fluch zu liegen.

Houston Texans

Prognose: 9-7, 3. Platz
Ergebnis: 11-5, 1. Platz

Zwei Plätze daneben, zwei Siege daneben. Wenn wir dafür in der Schule noch eine 4 bekommen hätten, hätten wir uns sicher glücklich schätzen können.
Unsere Zweifel an den Texans kamen wegen der schwächsten aller O-Lines aus der Vorsaison, die in der Offseason dennoch kaum adäquat adressiert wurde, aufgrund des zweifelhaften Leistungsvermögens von QB Deshaun Watson nach seiner schweren Knieverletzung, sowie den voraussichtlichen Schwierigkeiten im Defensive Backfield. Wobei dafür 9-7 ja immer noch ein gutes Ergebnis gewesen wäre.
Mit den Zweifeln zum ersten und letzten Punkt lagen wir sicherlich auch richtig, mit dem mittleren aber überhaupt nicht. Watson schien bei bester Gesundheit und ihm war es ziemlich egal, dass er ständig schnell aus der Pocket getrieben wurde. Dazu konnte der starke Pass Rush und die Top3 Laufdefense die Probleme weiter hinten gut kaschieren.
Gegen Ende ging die Luft allerdings etwas raus bei den Texanern und man kann uns zu Gute halten, dass Fortuna der Franchise in vielen knappen Spielen auch gnädig war. So ging es noch souverän zum Titel, in den Wild Cards war aber ausgerechnet gegen die Nr. 2 der Division klar Schluss. Dennoch macht das in Houston weiter Hoffnung.

Indianapolis Colts

Prognose: 6-10, 4. Platz
Ergebnis: 10-6, 2. Platz

Mit diesem Tipp wären wir definitiv durchgefallen. Doch es gibt hier aus unserer Sicht ein „aber“, weshalb wir das in diesem Fall gar nicht als so tragisch erachten. Mit unserer Einschätzung von 6-10 liegen wir im Vergleich zu fast allen anderen Prognosen noch am besten. Kaum einer hatte Andrew Luck bei seinem unsicheren Comeback überhaupt sechs Siege zugetraut. Der Verfasser der Prognose wurde deshalb von euch schon als Colts Fan bezeichnet und selbst von denen hatte der Großteil sicher auch nicht viel mehr als diese Anzahl „W‘s“ auf dem Zettel. Sah nach dem 1-5 Start ja auch nicht gut aus. Aber dann...
Dass Luck was drauf hat, war uns durchaus bewusst und auch von der O-Line hatten wir einen Sprung erwartet. Jedoch alles nicht in der Ausprägung. Luck und die Line gehörten direkt zu den besten, was die Liga zu bieten hatte, das Running Game profitierte mit drei jungen Backs enorm, Eric Ebron war ein Glücksgriff, ...aber die größte Überraschung war die Defense um DRoY Darius Leonard. Die hatten wir tatsächlich weit hinten gesehen. Am Ende war sie weit vorne, sodass den Colts mit viel Cap Space rosige Zeiten bevorstehen könnten.

Tennessee Titans

Prognose: 10-6, 2. Platz
Ergebnis: 9-7, 3. Platz

Irgendwie sind die Titans ein Team, von dem man nicht so recht weiß, was man von ihnen bekommt. Meistens muss man leider aus neutraler Sicht sagen, dass Spiele mit Tennessee Beteiligung selten mit dem Adjektiv „sehenswert“ ausgezeichnet werden. Irgendwie so die typische graue Maus der Liga. Doch dann kommen auch zwischendurch mal wieder Spiel wie z.B. gegen die Patriots, wo plötzlich einer rausgehauen wird. Der Roster ist eigentlich talentiert und es gibt deshalb immer wieder Vorschusslorbeeren, die dann aber nicht in der Form bestätigt werden können.
Nicht falsch verstehen, 9-7 ist alles andere als schlecht und unsere Prognose auch nah dran, doch dennoch hätte man sich gerade in diesem Jahr mit abstürzenden Jaguars sicher mehr von den Mannen um Marcus Mariota erwartet. Dass es nicht so kam, lag sicher auch am Spielmacher selbst, der neben schwachen und inkonstanten Leistungen es auch einfach nicht schafft gesund zu bleiben. Das schadet der Offense, genau wie ein nicht zu erwartender Leistungseinbruch einer sonst so starken O-Line. So waren im Passspiel nur drei Teams schwächer, was durch einen spät in der Saison ausbrechenden Derrick Henry nicht ausreichend kompensiert werden konnte, um es noch in die Playoffs zu schaffen. Dass dieses Ziel überhaupt so lange greifbar war, hatte man der Defense zu verdanken, die besonders durch die Luft nicht viel zu ließ.
Abschreiben darf man Tennessee nicht, aber es wird nicht leichter in der Division und langsam muss dann mal der eine große Schritt nach vorne kommen.

Jacksonville Jaguars

Prognose: 11-5, 1. Platz
Ergebnis: 5-11, 4. Platz

Klare Sache, liebe Leute: Wir haben uns schlichtweg vertippt. Das sollte natürlich 5-11 anstatt 11-5 heißen. Aber ernsthaft, die Jaguars prognostizieren wir nicht mehr. 2016 auf 1 getippt, wurden sie letzte; 2017 auf 4 getippt wurden sie erste; 2018... naja, ihr wisst schon. Die Serie fortgesetzt müssten wir sie kommende Saison also einfach wieder auf 1 setzen und schon haben wir unseren Treffer. Aber das glauben wir aktuell eher weniger nachdem was uns letzte Saison vom Team aus Jacksonville geboten wurde. Sogar die eigentlich überragende Defense ließ sich kurzzeitig von der indiskutablen Offense anstecken, das legte sich aber gottseidank wieder, sodass man die Saison auf der Seite noch in den Top5 abschloss.
Woran lag es also? Richtig...; wir sind eigentlich keine Freunde davon die Schuld in einem Teamsport bei einer Person zu suchen, aber so langsam kommen wir nicht mehr drumrum. Blake Bortles ist einfach ein schlechter Quarterback, der dem Erfolg des Teams klar im Weg steht und damit zumindest hauptverantwortlich für die miserable Saison ist, nachdem man im Jahr zuvor nur wenige Minuten vom Super Bowl Einzug entfernt war. Klar, die anderen Spielmacher im Roster sind nicht besser, Unterstützung bei den Receivern ebenfalls Mangelware und Leonard Fournette entwickelt sich auch eher zum verletzungsanfälligen Quereler, aber der Quarterback ist hier der Schlüssel. Dahinter dürfen sich dann die Verantwortlichen aus Front Office und Coaching direkt einreihen.
Also, Handeln bevor das Fenster früher wieder zu ist, als einem lieb ist

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NFC South

Anders als beim Pendant aus der AFC war in diesem Jahr von der erwarteten Stärke der NFC South nicht mehr viel zu sehen. An den Saints lag es nicht, aber dafür an den drei anderen Teams, die allesamt weit unter ihren Möglichkeiten blieben und auf ganzer Linie enttäuschten.
So haben wir die Reihenfolge insgesamt zwar ganz gut prognostiziert, allerdings trübt eine Vorhersage unsere Prognose doch gewaltig.

New Orleans Saints

Prognose: 11-5, 2. Platz
Ergebnis: 13-3, 1. Platz

Ja, die Saints... Da haben wir wohl etwas zu Unrecht an ihnen gezweifelt. Dabei sah es in den ersten Wochen noch so aus, als herrsche ein schwerer Kater der Vorsaison in The Big Easy. Das Auftaktspiel wurde gegen die Bucs im eigenen Stadion ordentlich in den Sand gesetzt und auch im zweiten Spiel konnte man zuhause gegen die Browns noch ohne Baker Mayfield geradeso mit Glück die Verlängerung verhindern. Dabei war es die im Vorjahr noch so überzeugende Defense, die zu Anfang völlig von der Rolle war. Insbesondere hier die jungen Defensive Backs zu nennen, die dafür sorgten, dass Drew Brees und Co. selbst orentlich zünden mussten, um zu gewinnen.
Die Secondary blieb zwar weiter eine gewisse Achillesferse des Teams, insgesamt gelang es aber ab Woche vier die defensive Tristess mehr und mehr abzulegen. Dann sah man auch das zu dem Zeitpunkt sicher beste Team der Liga von Sieg zu Sieg eilen. Der frühe Playoffeinzug ließ die Spannung ab dem Dallas Spiel zwar etwas abfallen, bis auf ein letztes Spiel, bei dem man wichtige Offensivstarter schonte, gewann man die Matches aber dennoch.
Der Rest in den Playoffs ist dann leider traurige Geschichte, doch wir nehmen mit, dass mit den Saints zu rechnen ist und wir nicht zu sehr zweifeln sollten. Nur die letzten Minuten gegen die Rams muss man dafür schnell aus den Köpfen kriegen.

Atlanta Falcons

Prognose: 12-4, 1. Platz
Ergebnis: 7-9, 2. Platz

Zum zweiten Mal infolge lassen uns die Falcons im Stich. Und dieses Jahr sogar richtig böse. Da waren wir nach dem Super Bowl Kater im Vorjahr mit der Motivation auf ein Finale im eigenen Stadion eigentlich von einer Wiederauferstehung ausgegangen, mussten aber schnell einsehen, dass es zu dieser nicht kommen wird. Im Gegenteil, es ging noch weiter bergab.
Klar, die Saison war auch verletzungstechnisch nicht einfach für Atlanta, aber auch mit alle Mann an Board machte die Franchise nicht den Eindruck in diesem Jahr viel reißen zu können. Die Abgezocktheit und Klasse von Matt Ryan kam im zweiten Jahr unter Steve Sarkisian zwar wieder besser zum Vorschein, insgesamt fehlte aber ein adäquates Laufspiel, um offensiv besser gegen die defensiven Probleme zu halten. So halfen die Yards von Julio und die Scores von Ridley nicht, da die O-Line schwächelte und das Running Game ohne Freeman zeitweise das schlechteste der Liga war. Schlimmer wogen da allerdings noch die Verteidigungsleistungen in beiden Bereichen, wie schon angedeutet sicher auch durch Verletzungen hervorgerufen.
Nach 1-4 Start und späteren fünf Niederlagen in Serie konnte man sich am Ende zwar noch leicht rehabilitieren und seinen Draftstock verschlechtern, die Coordinators mussten dennoch allesamt zurecht gehen und für uns, wie für das Team heißt es: Setzen, Sechs!

Carolina Panthers

Prognose: 8-8, 3. Platz
Ergebnis: 7-9, 3. Platz

Wir werten das mal als Erfolg, denn die Panthers-Serie setzt sich fort. Auf eine starke Saison folgt eine mit negativer Bilanz. Wenn man das so betrachtet und es eigentlich weiß, war es natürlich Quatsch von uns 8-8 zu tippen. Dennoch ist der richtige Platz und ein Sieg daneben ein sehr gutes Ergebnis... also für uns, weniger für die Panthers.
Dabei ging es in Charlotte doch so vielversprechend los. Sechs der ersten acht Spiele konnten u.a. gegen spätere Playoffteilnehmer aus Dallas, Philadelphia und Baltimore gewonnen werden. Doch dann ging es am 9. November nach Pittsburgh... und von da an lief nichts mehr zusammen. Sieben Niederlage am Stück ließen die Playoffträume böse zerplatzen. Woran es im Endeffekt lag, kann wohl keiner zu 100% beantworten. Klar, Cam Newton spielte lange angeschlagen, Greg Olsen fehlte über weite Strecken der Saison und Riverboat Ron hatte wohl auch nicht sein bestes Jahr. Aber all das reicht eigentlich nicht aus, um diesen Einbruch zu erklären. Denn die von Verletzungen immer wieder durcheinandergewürfelte Patchwork O-Line funktionierte erstaunlich gut, McCaffrey ließ nun auch als Runner ordentlich aufhorchen und die Defense war in beiden Bereichen ebenfalls solide bis gut unterwegs.
Gut, dass nicht wir die Gründe im Detail analysieren müssen. Das ist die Aufgabe vom Coaching und Front Office und dann muss es nächstes Jahr wie gewohnt wieder besser laufen. Hoffentlich auch mit einem fitten Cam.

Tampa Bay Buccaneers

Prognose: 6-10, 4. Platz
Ergebnis: 5-11, 4. Platz

Auch das geht aus unserer Sicht genauso okay, wie bei den Panthers zuvor. Grundsätzlich hätten wir dem Roster der Bucs sogar deutlich mehr zugetraut als sechs Siege, allerdings nicht in dieser eigentlich auf dem Papier so starken Division. Schlussendlich war die NFC South nichtmal stark und dass Tampa dann trotzdem nur fünf Siege erreichte, ist schon sehr enttäuschend. Nach einem fitz-magischen Start war davon später nichts mehr zu sehen. Die QB-Situation unbefriedigend und ein ständiges Wechselspiel und die Defense in vielen Teilen ein ziemliches Desaster, denn insgesamt ließ nur ein Team mehr Punkte zu als Tampa. Das konnte auch die trotz Inkonstanz bei den Spielmachern beste Passing Offense mit einem überragenden Mike Evans nicht kompensieren. Ein unterstützendes Laufspiel war mal wieder nicht zu finden, die O-Line war löchrig und trotz vieler Yards und Scores erlaubten sich Fitzpatrick und Winston schlichtweg zu viele Turnover, um etwas reißen zu können.
So bekam HC Dirk Koetter die Quittung, worauf immerhin ein Coup mit der Verpflichtung von Bruce Arians gelandet werden konnte, der Glück hatte, dass sein ehemaliger DC aus Arizona Zeiten, Todd Bowles, gleichzeitig in New York freigestellt wurde. Also wenn man das im kommenden Jahr nicht als positives Signal nutzt, dann wissen wir auch nicht weiter.

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AFC North

Eine der positiveren Divisions mit Blick auf unsere Prognose. Lediglich die Steelers hatten wir wie sicherlich die meisten auf der 1 vor den Ravens gesehen. Konnte ja auch kein Mensch ahnen, dass die hochgewetteten Stahlmänner so viele Probleme bekommen, gleichzeitig Baltimores "D" die Offense trägt und Lamar Jackson dann auch noch eine gewissen Unberechenbarkeit und extreme Laufstärke in diese einbringt.
Ansonsten hatten wir die Browns tatsächlich vor den Bengals gesehen, sodass wir in der AFC North grundsätzlich zufrieden sind.

Baltimore Ravens

Prognose: 7-9, 2. Platz
Ergebnis: 10-6, 1. Platz

Großes Lob an die Ravens. Das hätten wir im Vorfeld mit dem Roster nicht für möglich gehalten. Wir waren zwar nur einen Platz daneben, aber die Differenz in der Bilanz macht deutlich, dass wir doch arge Zweifel vorallem an der neu zusammengeschusterten Offense hatten. Diese funktionierte zwar besser als im Vorjahr und war spätestens mit Rookie Lamar Jackson under Center deutlich unberechenbarer, aber schlussendlich hat natürlich eine überragende Defense die Kohlen aus dem Feuer geholt und das Team die Divison gewinnen lassen. Das war schon stark und da sollte man auch im kommenden Jahr einiges erwarten.
Wir machen aber dennoch keinen Hehl daraus, dass wir Jackson noch nicht 100%ig über den Weg trauen. Er muss im Passspiel souveräner werden, sonst wird es mit dem nun vorhandenen Tape zu einfach für die Gegner. Dennoch, die Flacco-Zeit in Maryland neigt sich dem Ende. Man sollte dankbar für Joe Flacco und den Ring sein, aber auch, dass er voraussichtlich bald nicht mehr dem offensiven Umbruch finanziell im Weg stehen wird.

Pittsburgh Steelers

Prognose: 11-5, 1. Platz
Ergebnis: 9-6-1, 2. Platz

Ui, ui, ui,… was für eine Enttäuschung. Und dabei sprechen wir von den Leistungen der Steelers und weniger von unserer Prognose. Das können wir verkraften und ganz so schlecht war die auch gar nicht. Das schlimmste in Pittsburgh waren nicht mal die Leistungen eines so talentierten Rosters. Da fragt man sich immer noch, wie die viertbeste Offense und sechstbeste Defense in erlaubte Yards tatsächlich die Postseason verpassen kann. Brown und Smith-Schuster funktionierten, Roethlisberger war der beste in Passing-Yards und Conner hatte sein Breakout. Die Defense wurde schon angesprochen und über das Kicking sprechen wir besser nicht.
Am schlimmsten waren die Nebenkriegsschauplätze über die Saison. Das Thema LeVeon Bell kam gefühlt wöchentlich wieder auf und sorgte nie für Ruhe. Da dachte sich am Ende dann noch der zweite Superstar aus dem einstigen Triple B er müsse sich mit Mitspielern und Coaches anlegen und sich aufs Abstellgleis bugsieren. Wie in einer schlechten Soap. Das einzig gute, es kann nur ruhiger werden^^

Cleveland Browns

Prognose: 5-11, 3. Platz
Ergebnis: 7-8-1, 3. Platz

Wir wissen nicht, wie es euch geht… aber wir sind zufrieden. Mit der Saison der Browns und trotz zweier Siege zu wenig, sogar auch mit unserer Prognose. Gerade, wenn man bedenkt, wie viele von euch uns für verrückt erklärten, den Browns fünf Siege und den dritten Platz zuzutrauen. Und siehe da, Baker Mayfield und sein Kindergarten konnten das sogar noch übertreffen und sich lange im erweiterten Playoffrennen halten. Man stelle sich mal die extrem knappen Spielen gegen die Steelers, Saints und Bucs in der ersten Saisonhälfte wären gewonnen worden. Die Spielzeit war auf jedenfall noch deutlich besser als der negative Record es aussagt und der Hauptgrund dafür, dass man am Ende nicht in die Postseason einzog, waren wohl nichtmal die Spieler, sondern überwiegend das Coaching.
Was das wohl kommende Saison gibt? Nur nicht darauf ausruhen und die Offseason in den Sand setzen.

Cincinnati Bengals

Prognose: 5-11, 4. Platz
Ergebnis: 6-10, 4. Platz

Auch beim zweiten Team aus Ohio sind wir mit den reinen Zahlen sehr zufrieden. Platz stimmt und ein Sieg daneben werten wir mal als korrekte Einschätzung, wobei wir hier auch nicht realitätsfremd sind. Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Bengals voraussichtlich mehr wie sechs Siege zustande gebracht hätten, wenn sie nicht von so einem großen Verletzungspech verfolgt worden wären. So ehrlich und selbstkritisch wollen wir hier sein.
Dennoch darf man natürlich auch nicht vergessen, dass zwischenzeitlich nicht viel Positives in Cincinnatis Spiel erkennbar war, und zwar auf beiden Seiten des Balles. Entsprechend kommt das schlechte Abschneiden trotz der Unwägbarkeiten auch nicht von ungefähr. Der erste Schritt ist mit der Trennung von Marvin Lewis endlich gemacht, aber auch mit Blick auf das Roster müssen noch einige Folgen, um wieder ein ernsthafter Contender in einer sehr starken Division zu werden.

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NFC North

Ein Satz mit "X", das war wohl nichts! Wobei wir in drei Fällen eigentlich ganz gut lagen. Blöderweise bei den Bears nicht, die dem Ganzen dann komplett einen Strich durch die Rechnung machten und tatsächlich die Division souverän gewannen, während wir sie noch am Ende gesehen hatten. Wer hätte das auch erwartet?
Der Rest ist wie gesagt von der Reihenfolge okay, wobei wir allen drei Teams deutlich mehr Siege zugetraut hatten. Entsprechend negativ fällt unser Resümee hier leider aus.

Chicago Bears

Prognose: 7-9, 4. Platz
Ergebnis: 12-4, 1. Platz

... am liebsten würden wir hier die Aussage verweigern. Aber es hilft ja nichts! Suchen wir zunächst mal nach Ausreden. Also Khalil Mack war zu Zeiten der Prognose noch kein Gespräch in der Windy City. Außerdem hatten wir ja schon angedeutet, dass wir eine ordentliche spielerische Steigerung erwarten und viel Potential sehen. Na gut, lassen wir das.
Die Defense war auch dank Mack überragend. Im Angriff machte Mitch Trubisky einen ordentlichen Schritt vorwärts, war sicherer in seinen Aktionen, durfte endlich das komplette Playbook nutzen... und zack, wird eine als sehr stark eingeschätzte NFC North nach Belieben mit 12-4 dominiert. Sorry, liebe Bears, aber das konnten wir nun wirklich nicht erwarten und hätten wohl jeden für verrückt erklärt, der sowas vorher prognostiziert hätte. Großen Respekt!

Minnesota Vikings

Prognose: 13-3, 1. Platz
Ergebnis: 8-7-1, 2. Platz

Des einen Sensation, des anderen bittere Enttäuschung. Ja, liebe Leute, die Minnesota Vikings waren nach einer starken Vorsaison mit einer Top-Defense, einem wieder fitten RB Dalvin Cook und der Verpflichtung der Offseason - Captain Kirk - einer der größten Favoriten für uns. Entsprechend haben wir die Prognose begründet und entsprechend tief ist unser Fall. Schon früh gab es Anzeichen, dass wir damit wohl deutlich zu hoch gegriffen haben und die sollten sich im Laufe der Saison bestätigen. Cousins selbst spielte statistisch zwar eine starke Saison, hatte aber dann Probleme, wenn eine bessere Defense auf der Gegenseite stand. Dazu stand das eigene Laufspiel scheinbar nicht im Playbook der Coaches. Dass so im Vergleich mit unserer Prognose minus 5 Siege zustande kamen und am Ende sogar noch die Playoffs verspielt wurden, ist mit einer weiterhin sehr guten Defense doch überraschend. Mal schauen, was das nächste Saison gibt. Die Vorschusslorbeeren bei uns sind schonmal dahin.

Green Bay Packers

Prognose: 11-5, 2. Platz
Ergebnis: 6-9-1, 3. Platz

Man man man, zum zweiten Mal infolge schließen hochgewettete Packers die Spielzeit nur auf Platz 3 der Division ab. Und das schlimmste daran ist, dass man 2018 nichtmal die Schuld auf das Verletzungspech des Quarterbacks schieben kann, denn Aaron Rodgers stand in allen 16 Partien auf dem Turf. Doch woran lag es denn dann diesmal? Schließlich waren die Packers doch einer der Topfavoriten^^ Es war wohl die Summe von vielen kleineren Faktoren, aber ein Hauptgrund war mit Sicherheit ein nicht passendes Offensivcoaching was Mike McCarthy auch endlich den Job kostete. Apropos, eine passable Prognose haben er und das Team uns so auch gekostet. Das muss besser werden, von allen Parteien, inkl. uns.

Detroit Lions

Prognose: 8-8, 3. Platz
Ergebnis: 6-10, 4. Platz

Die Prognose ist im Rahmen, enttäuscht sind wir dennoch. Nach den semi-erfolgreichen Jahren unter Jim Caldwell, der es immerhin schaffte die Franchise zweimal in die Postseason und zu drei positiven Records zu führen, sollte es unter Matt Patricia endlich zu mehr als Wild Cards reichen. Das Gegenteil war der Fall. Skeptisch waren wir schon vor der Saison aufgrund einiger Misstöne über den autoritären und strengen Stil des neuen Coaches. Aber dem Roster hatten wir dennoch mehr als das Erreichte zugetraut. Doch irgendwie war von Anfang an der Wurm drin und es wurde auch nicht besser. Matthew Stafford spielte schwach wie lange nicht und weitere Probleme wie der Abgang von Ebron oder der Trade von Tate waren hausgemacht. Die Defense zeigte sich zwar verbessert, konnte die Kohlen aber auch nicht aus dem Feuer holen. Viel zu tun in der Offseason, wenn das kurzfristig in die geplanten Sphären gehen soll.

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AFC East

Kommen wir zur Division des Champions. Wie so häufig in den letzten Jahren.
Die Patriots an eins zu prognostizieren ist wohl kaum eine Kunst. Die Krux lag darin die anderen drei vernünftig einzuschätzen und da müssen wir leider sagen, dass wir das etwas verhauen haben, da wir die Jets nach einer positiveren Vorsaison doch stärker eingeschätzt hatten. Es hätte zwar schlechter sein können, aber zufrieden sind wir damit auch keineswegs.

New England Patriots

Prognose: 11-5, 1. Platz
Ergebnis: 11-5, 1. Platz

Yes! Treffer, Schiff versenkt. Am Ende der Saison herrschte mal wieder gähnende Langeweile in der AFC East, denn die Patriots wussten die Division nach anfänglichen Schwierigkeiten und aufmüpfigen Dolphins dann doch wieder souverän zu gewinnen. Dabei hatten wir schon prognostiziert, dass es insgesamt nicht die ganz große Dominanz werden würde und tatsächlich wirkten die Pats in der Regular Season zumindest verwundbarer als in den Vorjahren gewohnt. Dass das dann dennoch für elf Siege und den zweiten Platz in der AFC reicht, wird die Konkurrenz nicht freuen. Und spätestens zur Postseason wurde dann der Schalter komplett umgelegt, was trotz knappen Ergebnissen zu einem souveränen Super Bowl Titel führte.
Wir müssen es wohl einsehen; auch wenn Brady die 40 überschritten hat, solange er und Coach Bill Belichick die Fäden in Foxborough ziehen, werden wir auch weiterhin auf die Patriots setzen.

Miami Dolphins

Prognose: 5-11, 3. Platz
Ergebnis: 7-9, 2. Platz

Okay, ist ja gut. Fünf Siege waren tatsächlich zu wenig, aber viele positive Veränderungen zur 6-10 Vorsaison waren im Süden Floridas dann auch nicht zu erkennen. Dabei war am Ende trotz einer insgesamt schwachen Saison doch sogar einiges drin gewesen. Aber irgendwie muss man auch konstatieren, dass das Team nach dem guten Start mit drei Siegen in ein tiefes Loch fiel, aus dem es nie wieder so richtig hervorkam. Verletzungen taten ihr übriges und am Ende fand man sich in Offense und Defense sogar unter den schlechtesten vier Teams wieder. In beiden Bereichen beispielsweise schwächer als Bills und Jets.
So braucht man sich nicht wundern, dass Adam Gase seine Koffer packen musste. Patriots Defensive Play Caller Brian Flores soll es nun richten und das Siegesgen aus New England mitbringen. Hoffen wir mal für die Dolphins, dass das besser funktioniert als in Detroit.

Buffalo Bills

Prognose: 4-12, 4. Platz
Ergebnis: 6-10, 3. Platz

Es war zwar wenig Gold bei den Bills in diesem Jahr, aber dafür hat die Franchise von der kanadischen Grenze wie schon im Vorjahr das Maximum rausgeholt. Auch wir sind mit unserer Bilanz-Prognose ganz zufrieden, schließlich hatten sogar eingefleischte Bills Fans ihrem Team kaum vier Siege zugetraut. Dass es am Ende sogar sechs geworden sind, lag dann doch an einer Unit die meistens golden glänzte; nämlich der Defense. Am Ende stellten die Bills die beste Passverteidigung auch ohne einen in der Halbzeit seine karrierebeendenden Vontae Davis, sowie die zweitbeste „D“ in Sachen zugelassenen Yards pro Spiel.
Offensiv lag dagegen erwartungsgemäß fast alles im Argen. Keine Playmaker, schwache O-Line und ein Rookie-Quarterback, für den die NFL noch etwas früh kam. Immerhin, gegen Ende wurde es langsam besser und macht zumindest Hoffnung.

New York Jets

Prognose: 6-10, 2. Platz
Ergebnis: 4-12, 4. Platz

Ja, ihr hattet ja recht. Sechs Siege und der zweite Platz waren dann doch zu viel des Guten im Big Apple. Wir haben uns von dem Hype um Sam Darnold und vorallem von der überraschend starken Vorsaison mit dem wohl schlechtesten NFL Roster täuschen lassen. Wobei zwei Siege daneben grundsätzlich akzeptabel ist.
Aber insgesamt ging bei den Jets in dieser Saison nicht viel. Darnold ließ sein Talent zwar mal aufblitzen aber das doch deutlich zu selten. So verwunderte es kaum, dass die Offense zu den fünf schlechtesten der Liga gehörte und da auch die Defense nur unwesentlich besser war, ist der nächste Third Pick die logische Konsequenz. Das Coaching reihte sich da übrigens nahtlos ein, woraufhin Todd Bowles seinen Job los war. Ob das mit Leuten wie HC Adam Gase oder OC und QB-Coach Dowell Loggains in Zukunft wieder besser werden wird, lassen wir erstmal dahingestellt.

Bild

NFC East

Genauso „meh“ wie in der AFC fühlen wir uns mit Blick auf den Osten der NFC. Eigentlich schien die Ausgangsposition hier ähnlich wie in der AFC East. Die Eagles marschieren in der Division vorneweg und die anderen drei sind recht eng beieinander, aber abgeschlagen dahinter. Es kam… - „natürlich“ mag man hier anfügen - anders.
Philly hatte große Probleme, was uns zumindest nicht vollkommen unvorbereitet traf, den Cowboys machte ein Trade Beine, die Redskins spielten irgendwann im Lazarett und die Giants wussten scheinbar nichts von Aufbruchstimmung oder einem Ausrutscher in der Saison zuvor.

Dallas Cowboys

Prognose: 8-8, 2. Platz
Ergebnis: 10-6, 1. Platz

Naja, ne. Ein Platz daneben, zwei Siege zu wenig. Es gab schon schlechtere Prognosen von uns, gleichwohl wir die Cowboys sicher etwas unterschätzt haben. Zu Beginn der Saison sah es fast sogar nach dem gegenteiligen Ergebnis aus, denn da war man eher auf Kurs unteres Tabellendrittel. Es war dann ein Trade, der zunächst für viel Kopfschütteln sorgte, sich aber als Glücksgriff und Initialzündung für eine bis dato uninspirierte Offense herausstellen sollte. Amari Cooper kam aus Oakland und brachte das benötigte bzw. belebende Element im Receiving Corps. Dank der dann verbesserten Offense und einer konstant starken Defense, in der dank Leighton Vander Esch auch der zwischenzeitliche Ausfall von Sean Lee kein Leistungsabfall brachte, konnte man den Super Bowl Champion des Vorjahres auf Distanz halten und tatsächlich den Divisiontitel holen. Starke Leistung, im Vorbeigehen wird das aber auch in Zukunft nicht wiederholt werden können. Also heißt es weiter hart zu arbeiten.

Philadelphia Eagles

Prognose: 10-6, 1. Platz
Ergebnis: 9-7, 2. Platz

Auch wenn Platz und Record nicht ganz passen, werten wir das mal als Erfolg. Denn kaum einer hatte ansonsten wohl damit gerechnet, dass der Super Bowl Champion weniger als elf Spiele gewinnt. Zu überragend waren die Leistungen und Ergebnisse in der Vorsaison und auch in der Offseason sprach nicht viel gegen die Eagles.
Dennoch hatten wir irgendwie das Gefühl, dass das Team noch nicht komplett gefestigt war und nach dem Titel in ein Loch fallen könnte. Es kam genauso, was sicher auch andere Gründe hatte. Zu Anfang mit Nick Foles und danach auch mit Rückkehrer Carson Wentz. Erst zum Ende hin brauchte Foles einfach den Druck, um das Team zumindest noch in die Playoffs und die Divisionals zu führen. Das waren dann wieder sowas wie die alten, erwartbaren Eagles, aber davor haperte es besonders mit der Unterstützung durch das Laufspiel und auch in der Defense. Kein Wunder, wenn man aufgrund von Verletzungen ca. 20 verschiedene Defensive Backs aufstellen muss.
Mit etwas weniger Verletzungspech sollte mit Philly auch kommende Saison wieder zu rechnen sein. Nur St. Nick wird dann vielleicht nicht mehr die Kohlen aus dem Feuer holen, wenn es sein muss.

Washington Redskins

Prognose: 5-11, 4. Platz
Ergebnis: 7-9, 3. Platz

Statten wir der Hauptstadt einen Besuch ab und kommen zu der Erkenntnis, dass uns die Redskins dort leidtun. Einerseits weil wir sie definitiv unterschätzt haben und andererseits, und das ist der deutlich wichtigere Grund, weil sie das wohl größte Verletzungspech der ganzen Liga zu beklagen hatten. Das konnte man schon als Seuche oder Fluch bezeichnen.
So waren wir nur zwei Siege daneben, aber mit einem normalen Saison- bzw. Verletzungsverlauf wären das sicherlich noch mehr gewesen und die Skins hätten ernsthaft um die Playoffs mitgespielt. Dank schwächelnder Divisiongegner sah es sogar noch recht lange nach der Postseason in D.C. aus, doch spätestens als Alex Smith mit schwerer Verletzung ausfiel, wusste man, dass Washington den Platz nicht mehr halten würde können.
Da ihr Spielmacher voraussichtlich auch die komplette kommende Saison ausfallen wird, liegt ein großes Fragezeichen über dem Jahr 2019.

New York Giants

Prognose: 7-9, 3. Platz
Ergebnis: 5-11, 4. Platz

Enttäuschung trifft es hier wohl am besten. Da hieß es, dass die Vorsaison ja nur ein Ausrutscher gewesen sei und man mit Saquon Barkley wieder in der Division angreifen werde, doch irgendwie schienen die Spieler davon nichts mitgekriegt zu haben. Wobei es am wenigsten am Rookie-Runningback lag. Ganz im Gegenteil, dieser rannte und scorte was das Zeug hielt und wusste Eli Manning bestmöglich zu entlasten. Es half nur nichts, Manning fühlte sich hinter einer weiter schwachen O-Line sichtlich unwohl und da sich auch die Verteidigung bspw. ohne gefährlichen Pass Rush im unteren Viertel der Liga nicht zu rehabilitieren wusste, war der nächste frühe Pick die logische Folge.
Immerhin, nach dem 1-7 Start wurde es danach doch deutlich besser. Auch Manning konnte nochmal etwas mehr zeigen und die Entwicklung lässt für die Zukunft hoffen. In Aldrick Rosas hat man einen Shooting-Star als Kicker in den eigenen Reihen und einige weitere Rookies haben zumindest Potential gezeigt. Nur die Causa um Odell Beckham Jr. scheint irgendwie nicht zu beenden sein und birgt Unruhe.