AFC West - Denver Broncos '19

29.07.2019, 09:55 Uhr T.H. Saisonprognose

Denver Broncos - Platz 3

Die Denver Broncos haben sich nach zwei sehr fragwürdigen Jahren von Ex Head Coach Vance Joseph getrennt, der das Team in seiner Wirkungsphase nur zu 11 Siegen bei 21 Niederlagen bringen konnte. Ein deutlich progressiver Kandidat hat bereits kurz nach Beginn der Offseason das Ruder in die Hand genommen: Vic Fangio ist in der NFL als einer der wohl genialsten Defensivköpfe bekannt und soll mit seinem aggressiven und innovativen Play Calling frischen Wind in ein Team bringen, welches in der letzten Spielzeit schon beinahe unmotiviert wirkte. Dies könnte aufgrund eines verbesserten Kaders und der neuen Grundeinstellung der Denver Broncos wohl auch gelingen. Kann das Franchise zu einer Form zurück finden, die an die Jahre unter Elite QB Peyton Manning erinnern und zum Sieg in Super Bowl 50 führte?

NFL Draft: TE Noah Fant, OT Dalton Risner, QB Drew Lock, DE Dre'Mont Jones, LB Justin Hollins, WR Juwann Winfree

Letzte Saison: 6-10 | 3. Platz

Analyse

Ähnlich wie die Oakland Raiders, mit denen wir uns gestern auseinander gesetzt haben, befinden sich auch die Denver Broncos im Rebuilding Modus. Nachdem im vergangenen Jahr durch einen sehr guten Draft bereits Talente wie OLB Bradley Chubb und WR Courtland Sutton, sowie Undrafted Free Agent Sensation Phillip Lindsay erobert werden konnten, fehlte es einfach immer noch an einem soliden Quarterback. Case Keenum war keine wirkliche Bereicherung für die Broncos Offense und so trennte man sich von diesem nach nur einer Saison. Ein anderer Veteran, der bereits einen Super Bowl Sieg in der Tasche hat, bekommt nun das Schicksal Denvers in die Hände gelegt. Nach dem Erfolgskonzept ,,Peyton Manning als Game Manager", soll nun der langjährige Baltimore Ravens Starter Joe Flacco für die Wende sorgen. Er soll für eine kontrollierte und sichere Offensive sorgen, die getragen von einer starken Defensive unter Fangio´s Führung, zurück in das Rennen um die Playoffs finden kann. Doch ob ausgerechnet Flacco das kann? Bevor wir uns an die Frage wagen, beginnen wir doch erstmal auf der anderen Seite des Feldes.

- Defense -

Um den eben erläuterten Gameplan Wirklichkeit werden zu lassen, muss sich Denver´s Defensive im Vergleich zur Vorsaison noch um Einiges verbessern. Zwar lag man in zugelassenen Punkten pro Spiel mit 21,8 immerhin noch auf dem 13. Platz, ließ aber definitiv zu viele Yards zu, und zwar sowohl durch die Luft, als auch im Laufspiel. Insgesamt reichte es nur für Rang 22 in der NFL. Die größten Schwächen zeichneten sich auf der Position des Cornerbacks und im Inside Linebacker Chart ab. Ob diese gebührend ausgebessert wurden und für einen Sprung zurück in die Top 10 der NFL Defensiven reichen können, erfahren wir in der folgenden Analyse der einzelnen Defensivgruppen Denvers.

Das Thema Pass Rush sollte im Bezug auf die Denver Broncos eigentlich nicht für Diskussionen sorgen. Dieser läuft vor Allem über die Outside Linebacker All Pro Von Miller und Bradley Chubb, der in seiner Rookie Saison nicht nur für zwölf Sacks sorgte, sondern auch eine zuverlässige Variable im Run Stopping bieten konnte. Das Tandem bildet eines der besten auf ihrer Position in der gesamten Liga und erinnert an Zeiten, in denen ein DeMarcus Ware noch mit Miller auf Quarterbackjagd ging. Gegen diese Elitespieler bedarf es eines wirklich guten Blockschemas und einer starken Offensive Line, um den QB nicht permanent im Dreck liegen zu sehen. Die Backup OLB's bilden Veteran Dekoda Watson, der vor Allem als Special Teamer eingesetzt werden wird, sowie die Rookies Justin Hollins und Malik Reed.

Im 3-4 Defensive System der Broncos spielt natürlich auch die Defensive Line eine wichtige Rolle, die sich zu einem guten Teil mit dem Spiel gegen den Run befasst. Die Starting Line in Denver besteht aus den Defensive Ends Derek Wolfe und Adam Gotsis, die beide über die Jahre hinweg durchweg solide Leistungen ablieferten, sowie Defensive Tackle Shelby Harris, einem ehemaligen Siebtrundenpick der Oakland Raiders, welcher sich in seiner Zeit bei den Broncos zu einem wirklich guten Spieler entwickeln konnte. Harris ist ein guter Run Stopper, sorgte aber auch schon für Sacks und fing in der vergangenen Saison sogar eine Interception, welche dem Team einen Sieg gegen die Pittsburgh Steelers sicherte. Sollte Harris sich verletzten oder nicht die erwünschte Leistung erzielen, steht Third Rounder Dre´Mont Jones bereit, der einen guten Pass Rusher auf der DT Position darstellt, sich aber in der Arbeit gegen Blocks noch eindeutig verbessern kann. Gotsis und Wolfe arbeiten, wie Shelby Harris, ebenfalls sehr gut gegen das Ground Game, sind aber eher weniger am Pass Rush beteiligt und kombinierten im vergangenen Jahr nur für 4,5 Sacks.
Insgesamt stellt Denver eine Defensive Line im oberen Durchschnitt der NFL, was vor Allem in der Arbeit gegen den Run Stabilität verleiht. Der Pass Rush befindet sich auf elitärem Niveau und wird durch regelmäßige Blitzes von den Inside Linebackern und aus der Secondary noch verstärkt.

Das Inside Linebacker Corps der Broncos war bereits vor der Offseason eine eher dünn besetzte Position. Nachdem man den langjährigen Starter und Veteran Brandon Marshall nun an den Divisonsrivalen aus Oakland verlor, muss Second Year Player Josey Jewell die Rolle des zweiten Starters übernehmen. Neben First String Todd Davis zeichnete er sich bereits zu Verletzungszeiten Marshall´s als zuverlässiger und sicherer Tackler mit guter Ball Visions und solidem Tempo aus. Er muss an seinem Block Shedding arbeiten und seine Instinkte etwas verbessern, besitzt aber das Talent für eine Entwicklung zum Langzeitstarter. Da sich Backup Joe Jones eine langfristige Verletzung zugezogen hat, sieht es in der Tiefe aber relativ kritisch auf den ILB Spots aus. Keishawn Bierria und Alexander Johnson stehen als nächste Aushilfen zur Verfügung, zeigten aber beide in Trainingscamp und vergangener Saison eher dürftige Leistungen. Man sollte hier vielleicht in Erwägung ziehen einen erfahreneren Spieler unter Vertrag zu nehmen, nachdem die finalen Roster Cuts vorgenommen wurden.

Gegen den Pass waren die Denver Broncos in der abgelaufenen Saison besonders anfällig, was wohl zu einem großen Teil an einer Verletzung von Cornerback Chris Harris Jr. und der unterdurchschnittlichen Leistung vom ehemaligen First Rounder Bradley Roby gelegen hat. Um diesem Umstand entgegen zu arbeiten, ließ man Roby gehen und verpflichtete in der Offseason CB Bryce Callahan von den Chicago Bears, der von PFF als siebtbester Spieler seiner Position in der vergangenen Saison geranked wurde. Er wird auf der anderen Seite des Feldes als zweiter Starter gemeinsam mit Chris Harris Jr. gegen die besten Receiver gegnerischer Teams vorgehen. Ebenfalls verpflichtet wurde CB Da´Vante Bausby, der Interception Leader der ehemaligen American Football Alliance. Er wird gemeinsam mit Second Year Player Isaac Yiadom als Backup tätig sein und ist so etwas wie ein Geheimtipp für eine Breakout Season.
Insgesamt wurden die Corner in Denver eindeutig stärker besetzt, was in einer Divison mit Receivern wie Antonio Brown, Tyreek Hill und Keenan Allen wohl eine mehr als notwendige Maßnahme darstellt.

Auch einen neuen Safety wollte man vor Beginn der Regular Season in die Mile High City holen und entschied sich hier für Veteran Kareem Jackson, der von den Houston Texans kam. Dieser könnte prinzipiell auch Cornerback spielen, soll aber die Rolle des Starting Strong Safeties einnehmen. Er erzielte vergangenes Jahr über 85 Tackles, sowie einen Sack und zwei Interceptions und gilt trotz seines relativ hohen Alters als einer der besten Spieler seiner Position. Free Safety bleibt wie bisher auch Justin Simmons, der sich als Ball Hawk und exzellenter Pass Defender zeigen konnte. Auch die Backups Will Parks und Sua Cravens stellen sehr solide Playmaker dar, welche in manchen anderen Teams wohl auch als Starter auf dem Platz stehen können. Gerade Cravens soll in dieser Offseason eine enorme Verbesserung durchlaufen haben und könnte im Laufe der Saison hin und wieder auch als Linebacker eingesetzt werden, um die schwächere ILB Gruppe zu unterstützen.

Insgesamt stellt die Broncos Defensive eine überdurchschnittlich starke Unit dar. Sowohl gegen den Run, als auch gegen den Pass ist man rein personell gewappnet, was durch das defensive Mastermind von HC Vic Fangio wohl noch gefördert werden dürfte. Der Pass Rush um Von Miller und Bradley Chubb sollte so manchem Offensive Coordinator Kopfschmerzen bereiten, die verbesserte Secondary stellt die Voraussetzung für ein neues Erwachen der ,,No Fly Zone" und auch die Defensive Line sieht bisher grundsolide aus. Einzig die Tiefe des Kaders und der Inside Linebacker Squad könnten etwas Zuwendung vertragen. Ist man dieses Jahr ähnlich schlimm vom Verletzungspech verfolgt wie in der vorangeganenen Season, könnte die bisher wirklich starke Defensive etwas einbrechen. Ansonsten steht einer Rückkehr zu Top Tier Status aber wenig im Wege.

- Offense -

Wie bereits erwähnt ist derzeit Joe Flacco der unbestrittene Starter auf der Spielmacherposition in Denver. Der Veteran konnte in den vergangenen Jahren aber nur noch selten zeigen, dass er einen starken Arm hat und einen durchschnittlich starken QB abgeben kann. Letztes Jahr wurde er in Baltimore für First Rounder Lamar Jackson gebenched, der die Ravens daraufhin in die Playoffs führte. Flaccos Aufgabe in Denver ist jedoch eine denkbar einfache. Er soll einfach nur seine Erfahrung und Vision nutzten, um dass Offensivspiel ruhig und konzentriert zu kontrollieren. Denver stellt eine Run First Offense, "Joe Cool" soll lediglich Sicherheitspässe auf kurze Distanzen werfen, dass Laufspiel in Gang bringen und im richtigen Moment einen langen Ball auf Emmanuel Sanders oder Courtland Sutton werfen. Nebenbei steht er als Mentor für Rookie-QB Drew Lock zur Verfügung, der in der zweiten Runde des diesjährigen Draft mit potenziellem Erstrundentalent gezogen wurde und die Zukunft für Denver bieten soll. Obgleich Fangio überraschend für einen Cheftrainer aktuell aber kaum einen Hehl daraus macht, dass er von Lock bisher wenig hält. Was auch immer da hinter steckt, bzw. er damit bezwecken will. Lock muss sein Footwork, Instinkte und auch den Snap Under Center noch lernen und verbessern. Sollte Flacco in der Regular Season scheitern, könnte er dennoch seinen Weg auf den NFL Rasen eher früher als später finden.

In einer runlastigen Offensive braucht es natürlich einen, oder mehrere gute Runningbacks. Diese besitzten die Broncos auch, nachdem man im ehemaligen Undrafted Free Agent Phillip Lindsay einen wahren Schatz ans Tageslicht bringen konnte. Lindsay erzielte in seiner Rookie Saison über 1.000 Rushing Yards, neun Touchdowns und gelangte als erster offensiver Undrafted Player aller Zeiten in den Pro Bowl. Dies zu verdanken hat der kleine, ein wenig an Darren Sproles erinnernde HB, seiner Explosivität, Schnelligkeit und exzellenten Reads. Hinter ihm steht Royce Freeman im Depth Chart, der als Rookie ebenfalls eine gute Saison spielte und über 500 Rushing Yards bei fünf Touchdowns erzielte. Freeman ist deutlich massiver als Lindsay, setzt seine Kraft gut im Tackle Breaking ein und dürfte in diesem Jahr annähernd gleich viele Ballkontakte haben wie Lindsay. Theo Riddick wurde nach dem Hall of Fame Game von den Broncos verpflichtet und soll als Receiving Back für Gefahr aus dem Backfield sorgen. Aufgrund einer Verletzung, wird er die ersten Wochen der Regular Season verpassen und so lange von Devontae Booker ersetzt werden.
OC Scangarello´s Offense ist wohl eine der letzten in der NFL, die mit einem richtigen Fullback spielt. Andy Janovich ist ein sehr starker Vorblocker, der sowohl ein Auge für die richtigen Running Lanes hat, als auch im Passspiel eingesetzt werden kann. Aufgrund einer Schulterverletzung wird er derzeit von Undrafted Rookie George Aston ersetzt, der ihm tatsächlich den Platz im 53 Mann Kader streitig machen könnte, sollte er sich in der restlichen Preseason als würdiger Starter erweisen. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass Denver in den ersten paar Saisonspielen einen Tight End als Fullback umfunktioniert und nach Janovich´s Genesung, diesen wieder auf seiner Stammposition einsetzt. Einer starken Rushing Attack der Broncos steht also auch in diesem Jahr wenig im Wege.

Anspielstationen im Passing Game sind in diesem Jahr für QB Joe Flacco, vor Allem junge Receiver, welche von Veteran Emmanuel Sanders angeführt und belehrt werden. Sanders kommt von einem Achillessehnenriss zurück und sorgte in der vergangenen Saison durch mehrere Big Plays für Aufsehen. Er ist der schnellste Receiver des Broncos Rosters und wird die Aufgabe haben das Feld für die anderen Wideouts zu öffnen. Courtland Sutton steht im Depth Chart des Teams zur Zeit auf Rang Eins und bringt neben beachtlicher, physischer Größe, auch ein gutes Spielverständnis mit sich. Er ist der hauptsächliche Red Zone Threat und Anspielstation auf langen Fade und Go Routes. Die Backups bestehen aus Daeshawn Hamilton, Tim Patrick und Rookie Juwann Winfree. Talent mag hier durchaus vorhanden sein, aber sind doch alle noch sehr unerfahren und müssen ihr Potential erst noch beweisen, sodass das Corps insgesamt doch eher dünnbesetzt und auf die Zukunft ausgerichtet ist.

Joe Flacco ist bekannt dafür mit Vorliebe auf Tight Ends zu passen, weshalb man sich in der ersten Runde des diesjährigen Drafts wohl auch für Noah Fant entschied, anstatt einen potenziellen Starting Inside Linebacker zu draften. Fant kommt von der Iowa State und galt das der beste Pass Catching End in dieser Draft Class. Er bringt enormes Tempo mit, ist dabei sehr physisch und versteht es exzellent das Feld zu stretchen. Er kreiert ein klares Missmatch im Duell mit Linebackern und den meisten Safeties und hat damit den Big Play Factor auf seiner Seite. Fant wird zu Beginn als Backup für Starter Jeff Heuerman in die Saison gehen. Heuerman hat sich über die letzten Jahre zu einem zuverlässigen Target in Denver´s Offensive entwickelt und sich damit in der Offseason einen neuen Dreijahresvertrag verdient. Er verkörpert einen guten Mix aus Run Blocking und Pass Catching Ability und kann auch als Fullback aufgestellt aus dem Backfield arbeiten. Troy Fumagalli war lezte Saison der Fünftrundenpick der Broncos, konnte aber aufgrund einer Verletzung die gesamte Saison nicht spielen. Im Trainingscamp konnte er bisher überzeugen und sich damit wohl den dritten Tight End Spot sichern.

Kommen wir nun zur wohl meist diskutierten Position im Kader der Denver Broncos seit unzähligen Jahren: Die Offensive Line. Schon ein Tim Tebow hatte Probleme hinter der so anfälligen Gruppe an schweren Jungs, was sich in vielen Jahren seitdem auch nie wirklich verbessern konnte. Die beste Unit stellte man tatsächlich "aus Zufall" gegen Mitte letzter Saison zusammen, da einige Starter verletzt ausfielen. Dieses Jahr soll aber natürlich alles anders werden. Zunächst verpflichtete GM John Elway als neuen Offensive Line Coach Hall of Famer Mike Munchak, der über Jahre die Line der Pittsburgh Steelers gecoached hatte, welche stets zu den besten der Liga gehörte. Auch personell wurde einiges verändert. Um Stabilität zu erlangen draftete man in der zweiten Runde des Drafts Dalton Risner, der die Position des Left Guards übernimmt und gab Ja´wuan James, der als Free Agent von den Miami Dolphins kam einen gewaltigen Vertrag. Diesen halten einige, darunter auch wir, für deutlich zu hoch, James stellt aber dennoch ohne Frage den besten Right Tackle dar, den die Denver Broncos in langer Zeit hatten. Komplettiert wir die Line von Left Tackle Garrett Bolles, der nun endlich zur Form eines ehemaligen First Rounders finden soll, sowie Center Connor McGovern und Veteran Right Guard Ronald Leary. Im Vergleich zu einem Matt Paradis zuvor ist McGovern sicher ein Downgrade. Kann diese Gruppe aber in dieser Form zusammen bleiben, ohne durch gravierende Verletzungen beschädigt zu werden, stellt sie eine der besseren Lines im Run Blocking dar und hat sich in der Pass Protection zumindest so weit stabilisiert, dass Joe Flacco sich nicht schon vor dem Spiel Sorgen um eine Menge Hits machen muss. Einzige Gefahr, die Backups der Broncos auf jeder Position, mit Ausnahme des Left Tackles, sehen bisher sehr schwach aus. Elijah Wilkinson ist ein sehr guter Backup Tackle, aber LG Chaz Green, C Sam Jones und RG Quinn Bailey, wirken bisher wie eine Highschool Line in NFL Territorium.

- Coaching -

Zu Head Coach Vic Fangio haben wir bereits einige Worte verloren. Bisher wirkt er deutlich zielstrebiger und strukturierter als sein Vorgänger Vance Joseph, zeigt Durchsetzungsfähigkeit und Leader Mentalität. Dass er defensiv ein Genie ist, hat er mehr als einmal bewiesen. Dass er den nächsten Schritt zum Head Coach schaffen kann, muss er in der kommenden Saison beweisen. Offensive Coordinator Rich Scangarello, der als ehemaliger QB Coach von den 49ers kam, wird ein offensives Schema nach guter alter Shannahan Schule spielen lassen, inwiefern erfolgreich muss sich ebenfalls erst erproben.

- Schedule -

@OAK, CHI, @GB, JAX, @LAC, TEN, KC, @IND, CLE, @MIN, @BUF, LAC, @HOU, @KC, DET, OAK

Der Start in die Regular Season der Broncos ist sicher nicht einfach, hätte aber auch schwerer ausfallen können. Gegen die Oakland Raiders, ein im Vergleich zu letztem Jahr wohl etwas schwächeres Team aus Chicago, die Green Bay Packers und Jacksonville kann man durchaus ein paar Spiele gewinnen, bevor es dann gegen unangenehme Gegner wie die Chargers, Chiefs, Colts und Browns geht. Insgesamt ist der Schedule kein ganz einfacher, aber dennoch durchaus machbar. Meistens folgt auf ein leichteres Spiel ein schwierigeres, was die Waage hier einigermaßen im Gleichgewicht hält. Mit der deutlich verbesserten Defense und der besseren Offense, könnte Denver in diesem Jahr so manchen Kritiker überraschen und auch mal einen Sieg gegen ein Elite Team, wie die Chiefs oder Chargers einfahren.

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Fazit

Die Denver Broncos haben in der Offseason eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht, die definitiv in eine positive Richtung weist. Zeiten von Vance Joseph scheinen längst vergessen, Rookie Head Coach Vic Fangio hat die Zügel in die Hand genommen und leitet eine neue Ära ein. Zu einem guten Teil ist wohl endlich auch GM John Elway für den positiven Sprung der Broncos verantwortlich, der einen der besten Drafts diesen Jahres erzielen konnte und ein paar sehr notwendige Free Agency Signings vollziehen konnte.

Die Defensive Denver´s wird auch in diesem Jahr im Vordergrund stehen. Miller, Chubb, Harris und Co. werden eine auf Sicherheit, Game Management und Ground Game ausgelegte Offense unter Veteran Joe Flacco tragen müssen, haben dafür aber passende Voraussetzungen. Der Laufspiel-Ansatz ist bekanntlicher nicht unser, aber mit dem Personal ist offensiv erstmal wohl nicht viel mehr möglich. Es fehlt an einigen Stellen noch Erfahrung und auch noch Tiefe im Kader; die Inside Linebacker Position scheint zu instabil und auch die Offensive Line der Broncos ist noch nicht da angekommen, wo man sie gerne hätte. Insgesamt erinnert das Team dieses Jahr aber weniger an die letzten beiden Jahre und hat wohl eine deutlich stärkere Saison vor sich, als zu jener Zeit. Ob es für einen Einzug in die Playoffs reichen wird, wagen wir doch zu bezweifeln, mit einer prognostizierten Bilanz von .500, wird man im Rennen um die begehrten Plätze aber zumindest bis zum Ende beteiligt sein.

Bilanz: 8-8