Die AAF - noch mehr Football!

10.02.2019, 02:51 Uhr J.W. Sonstiges

Ihr dachtet seit dem Super Bowl ist es erstmal vorbei mit Football für ein paar Monate? Falsch gedacht, denn zumindest die Zeit bis zum Draft wird uns etwas versüßt.

Eine neue Liga? Nicht schon wieder…

Gestern Nacht startete eine neue professionelle Liga in ihre erste Saison überhaupt, die Alliance of American Football – kurz AAF. In den letzten Jahrzehnten versuchten immer wieder sich Ligen in der Footballlandschaft zu etablieren. Manche versuchten mit der NFL zu konkurrieren wie die USFL in den 90er Jahren oder die XFL 2001, andere versuchten mit der NFL zu koexistieren wie die World League, die später zur NFL Europe wurde. Dauerhaften Erfolg hatte keine.

Die AAF scheint den zweiten Weg gehen und sich dauerhaft als Entwicklungsliga des „großen Bruders“ etablieren zu wollen. Es gibt acht Teams, die sich an zehn Spieltagen duellieren und von durchaus bekannten Namen gecoacht werden. So trainiert Hall of Famer Mike Singletary die Memphis Express, der Architekt der „greatest show on turf“ Mike Martz die San Diego Fleet und Ex-49ers und Seahawks Coach Dennis Erickson die Salt Lake Stallions. Um die Leitung der Liga kümmern sich unter anderem Jeff Fisher, Troy Polamalu, Bill Polian und Hines Ward.

Wo liegen die Unterschiede?

Mit einigen Regeländerungen soll die AAF quasi als Versuchsballon eingesetzt werden, wie das Spiel sich in der NFL dauerhaft ändern könnte. Hier ein paar davon aufgelistet.

  • Weniger Kicking: Um Verletzungsrisiken zu minimieren und das Spiel zu beschleunigen werden Kickoffs und Extra Punkte abgeschafft. Stattdessen bekommen Teams nach jedem Score den Ball an der eigenen 25 Yard Line, dazu muss nach einem Touchdown eine Two Point Conversion ausgespielt werden. Onside Kicks gibt es somit keine mehr, dafür können sich Teams allerdings an einem 4th&12 an der eigenen 40 Yard Line versuchen. Erreichen sie ein First Down bekommen sie den Ball. Wenn nicht, dann nicht.
  • Ein kürzeres Spiel: Um zu verhindern, dass Partien ähnlich lange wie in der NFL dauern, werden weitere Änderungen vorgenommen. Zum einen wird die Playclock von 40 auf 35 Sekunden verkürzt, zum anderen soll es deutlich weniger Werbepausen geben. Ziel ist es Spiele in zweieinhalb Stunden abzuwickeln, eine halbe Stunde weniger als in der NFL.
  • Mehr Transparenz: Um Beschwerden über Schiedsrichter zu minimieren und das Spiel insgesamt etwas nahbarer zu machen, sind die Referees während Replay Reviews „Mic’d up“. Hier mal ein Beispiel wie das ganze gestern beim Spiel der San Diego Fleet gegen die San Antonio Commanders aussah.

Wo ist die AAF zu sehen?

Die vier Partien pro Wochenende finden am Samstag- und Sonntagabend statt. Etwa die Hälfte aller Spiele werden im NFL Network übertragen und sind also für DAZN und Gamepass Kunden empfangbar. Die andere Hälfte wird wahlweise von CBS und B/R Live übertragen. Alle Spiele werden auf der ligaeigenen Website öffentlich gestreamt und im Anschluss in voller Länge auf YouTube hochgeladen.

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