Super Bowl LI - Zahlen, Daten, Fakten

06.02.2017, 09:43 Uhr J.B. Sonstiges

Es sind nur noch wenige Tage bis zum größten Einzelsportereignis der Welt. Aus diesem Anlass haben wir einmal stichpunktartig alle wichtigen Informationen zum Event, dem Spiel und den beiden Teams zusammengetragen, damit ihr bestens vorbereitet seid.

Zum Duell:

  • Laut den Buchmachern sind die New England Patriots mit drei Punkten Favorit über die Atlanta Falcons.

  • Schon vor der Saison waren die Patriots der Favorit auf den Titel mit einer Quote von 6/1. Ganz anders das Bild bei den Falcons. Hätte man sein Geld vor der Saison auf den Super Bowl Titel der Falcons gesetzt, würde man im Falle eines Sieges nun das 80-fache wieder bekommen. Diese Quote war die fünftschlechteste aller Teams.

  • Es heißt mal wieder die beste „Scoring Offense“ trifft auf die beste „Scoring Defense“. Sechsmal gab es das bereits im Super Bowl. Der berühmte Spruch „Defense wins Championships“ bestätigte sich dabei in fünf dieser sechs Matchups. Zuletzt gab es das übrigens vor drei Jahren, als die Denver Broncos mit 43:8 gegen die Seattle Seahawks in New York untergingen.

  • Dank des Super Bowl Einzugs der Falcons ist die NFC South seit der letzten Erweiterung im Jahr 2002 nun die einzige Divison, aus der alle vier Teams es in den Super Bowl geschafft haben.

  • Wir haben es vor knapp anderthalb Wochen schonmal angesprochen: die Trikotwahl! Denn elf der letzten zwölf Super Bowl Champions trugen die weißen Auswärtsjerseys. Dennoch wählten die Atlanta Falcons ihre roten Heimjerseys. New England spielt demnach in weiß.

  • In 13 der 14 letzten Super Bowls standen nur Tom Brady, Peyton Manning und Ben Roethlisberger für die AFC Teams „under Center“. Einzige Ausnahme war Joe Flacco im Jahr 2012.

Zum Event:

  • Letztes Jahr durfte sie vor dem Spiel bereits die US-amerikanische Nationalhymne singen und beindruckte dabei mit einer tollen Interpretation. In diesem Jahr geht es für die 30-jährige Popsängerin noch einen Schritt weiter auf die große Bühne während der Halbzeitshow. Die Rede ist natürlich von Lady Gaga. Für die, wie für ihre Vorgänger, ist das eine der größten Ehren, denn viele (weibliche?) der mehr als 800 Mio. Zuschauer schauen das Spektakel nur wegen der berühmten und spektakulären Halbzeitshow.
  • Mehr und mehr häufen sich die Stimmen den Tag nach dem Super Bowl in den USA als Feiertag zu erklären. Der Lebensmittelriese Kraft Heinz geht deshalb mit gutem Beispiel voran. Anstatt auch in diesem Jahr wieder einen Werbespott zu schalten, gibt er seinen Angestellten lieber frei. Nur die Menschen in den Produktionsstätten betrifft das leider nicht.
  • „Mein Schatz!“ Schon Gollum wusste worum es eigentlich geht. Nämlich den Ring, von dem jeder Footballspieler träumt. Das Gewinnerteam erhält 150 mit Diamanten besetzte Ringe im Einzelwert von etwa 5.000 Dollar. Die Vince-Lombardi-Trophy kostet übrigens ca. 25.000 Dollar.
  • Wer beim Super Bowl einen Werbespot schaltet, gehört zu den Big Playern. Der übertragene Sender Fox verlangt für einen 30-sekündigen Spott 5 Mio. Dollar. Der teuerste jemals in Deutschland verkaufte Werbespott kostete übrigens 750.000 Euro für 60 Sekunden.
  • Ein ganz wichtiger Part am Super Bowl ist bekanntermaßen das Essen. Für die Nahrungsmittelindustrie der USA ist der Super Bowl Sunday nach Thanksgiving der zweitwichtigste Tag im Jahr. Nachfolgend ein Ausschnitt des Konsums in durchschnittlichen Zahlen: 1,3 Mrd. Chicken Wings, 14.000 Tonnen Chips, 120 Mio. Liter Bier und Pizza-Lieferdienste machen ein Drittel ihres Jahresumsatzes an diesem einen Tag. Insgesamt geben die Amerikaner 50 Mio. Dollar für Nahrungsmittel aus.

Zu den Atlanta Falcons:

  • Für die Falcons ist es nach 1999 die zweite Super Bowl Teilnahme. Die Vince Lombardi Trophy war dem Team aus Georgia damals nicht vergönnt, denn gegen die von QB John Elway aufs Feld geführten Denver Broncos setzte es eine 34:19 Niederlage.
  • Matt Ryan hat eine Postseason Bilanz von 3-4, war in dieser Saison aber der beste Quarterback und wird wohl zum Season MVP gewählt werden. Allerdings hat seit Kurt Warner in der Saison 1999 kein Season MVP mehr auch den Super Bowl gewonnen.
  • Der Falcons Quarterback ist zudem der erste Spielmacher, der in vier aufeinanderfolgenden Playoffspielen drei oder mehr Touchdowns erzielt hat.
  • Atlanta hat in dieser Saison 540 Punkte erzielt, die siebtmeisten in der Geschichte der NFL. Das sind 71 Punkte mehr als das zweitbeste Team in diesem Jahr. Problem ist die Defense, die in Sachen zugelassene Punkte die sechsmeisten eingeschenkt bekommen hat.
  • Kein Team ist zu Beginn so wach wie die Falcons. Acht Spiele in Folge haben die Falcons mit einem Touchdown aus ihrem ersten Drive eröffnet. Basierend auf frühen Führungen werden die Gegner dann mit dem variablen Offensivspiel aus Läufen und Pässen zermürbt.
  • Seit Woche 13 haben die Falcons nicht mehr verloren und im NFC Championship Game das „heißeste“ Team in den Green Bay Packers quasi im Vorbeigehen zerstört. In diesem Zeitraum hat Atlanta 39 Punkte pro Spiel erzielt und ein Turnover Verhältnis von +12.
  • Topstar neben „Matty Ice“ ist natürlich der beste Receiver, Julio Jones, der in dieser Saison bereits einmal ein 300 Yard Spiel auf den Turf gezaubert hat. Jones ist der erste Spieler der Super Bowl Ära mit zwei 150+ Yard inkl. zwei Touchdown Spielen in Conference Championship Games. Außerdem ist er neben den Hall of Famers Fred Biletnikoff und Jerry Rice der dritte Spieler mit mindestens zwei 180+ Yard Postseason Spielen.
  • Die Defense ist zwar das Problem der Falcons, mit dem jungen OLB Vic Beasley Jr. haben sie aber den Sackleader in ihren Reihen. Nach schwächerem Start brach der Sophomore besonders zwischen Woche 5 und 10 mit 8,5 Sacks aus und kommt am Saisonende auf stolze 15,5 Sacks und 6 Forced Fumbles.

Zu den New England Patriots:

  • Es ist die neunte Super Bowl Teilnahme der Patriots; kein Team hat mehr. Aktuell steht New England bei einer SB-Bilanz von 4-4. Mit einem Sieg in der Nacht auf Montag könnten sie mit Dallas und San Francisco gleichziehen, die mit je fünf SB-Titeln die zweitmeisten aller NFL Team haben.
  • Für die Combo QB Tom Brady und HC Bill Belichick ist es der siebte Super Bowl. Kein anderer Spieler oder Coach stand so oft im Endspiel wie „B&B“. Vier der sechs bisherigen SB‘s haben die beiden gewonnen. Die zwei Niederlagen setzte es beide Male gegen die New York Giants.
  • Tom Brady hat in vier Spielen gegen die Falcons noch nie verloren, dabei neun Touchdowns bei einer Interception erzielt und damit gegen Atlanta das beste Passer Rating seiner Karriere.
  • Der mittlerweile fast 40-jährige würde bei einem Sieg zum Quarterback mit den meisten Super Bowl Ringen aufsteigen. Gleichzeitig würde er mit Bart Starr gleichziehen, der insgesamt fünf NFL Titel gewann - drei vor Beginn der Super Bowl Ära. Dabei hat TB12 mit mittlerweile 24 Playoffsiegen schon 50% mehr auf seinem Konto als die Nr. 2 auf dieser Liste: sein großes Kindheitsidol Joe Montana.
  • Mit 28 Touchdowns bei nur zwei Interceptions in dieser Saison hat Tom Brady in Sachen TD-Int-Verhältnis einen neuen Rekord aufgestellt.
  • Die Patriots liegen sowohl in „Punkte erzielt“, wie auch in „Punkte erlaubt“ in den Top10 der Liga.
  • New England hatte aber auch den leichtesten Schedule aller Teams in dieser Saison und sah sich abgesehen von Russell Wilson, der den Pats zuhause direkt 31 Punkte einschenkte, selten einem Top-Quarterback gegenüber. Der zweitbeste Quarterback auf den das Team diese Saison traf, war nach Statistiken übrigens Andy Dalton. Das sagt wohl alles… Und nun kommt der beste in dieser Saison, Matt Ryan.
  • New England hat seit dem Sieg über die Jets in Woche 12 nicht mehr zurückgelegen. Das sind mehr als sieben Stunden mit einer Führung im Rücken. Comebacks sind bspw. im Gegensatz zu den Lions kaum nötig. In 17 der 18 Spiele in dieser Saison gingen die Pats mit einer Führung ins letzte Viertel.
  • RB LeGarrette Blount hatte ein Career Year in dieser Spielzeit. Mit 18 Rushing Touchdowns führt er die Liga an.
  • Kaum auf dem Schirm hatte man wohl WR Chris Hogan. Doch mit 180 Yards gegen die Steelers stellte der 28-jährige einen Rekord für die meisten Receiving Yards eines ungedrafteten Spielers in den Playoffs auf.

Na wenn ihr jetzt nicht alles zum Spektakel wisst und eure Freunde mit eurem angelesenen Wissen beeindrucken könnt, dann wissen wir auch nicht weiter.